Crowdfunding machts möglich: Traum einer Trainingshalle mit Calisthenics-Park wird wahr

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Calisthenics-Fan Manuel Vazquez baut Kraft und Muskeln mit eigenem Körpergewicht und zusätzlichen Gewichten auf. zvg
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Marvin Jeffrey Lerch und Freundin Pamela Bühler hat es Acroyoga angetan, eine Mischung aus Akrobatik und Yoga. zvg
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Die Oftringer Sportfreaks und Steelbarz-Vereinsgründer (v. l.) Marvin Jeffrey Lerch, Noah Haefliger und Manuel Vazquez. zvg

Sie schwitzen, leiden, beissen die Zähne zusammen und kämpfen gegen sich an. Die Rede ist von Marvin Jeffrey Lerch (23), Noah Haefliger (24) und Manuel Vazquez (22). Alle drei sind aus Oftringen und durchtrainierte Fitnessfreaks. Ihr Ziel ist Kraft und Muskeln mit dem eigenen Körpergewicht aufzubauen. Ihre Sportart heisst Calisthenics und boomt in den USA, Deutschland und anderen Ländern. Zudem trainieren die Oftringer Acroyoga und Ninja Warrior. Letzteres ist aus den gleichnamigen TV-Wettkampfshows bekannt, in denen es Hindernis-Parcours zu bezwingen gilt.

Die Sportarten haben gemeinsam, dass Kraft, Geschicklichkeit und Ausdauer besonders gefragt sind. «Es braucht schon ausserordentlichen Kampfgeist, eiserne Disziplin sowie reichlich Muskel- und Griffkraft, um einen Wettbewerb zu gewinnen», sagt Noah Haefliger. Er weiss, wovon er spricht: Letztes Jahr war er bei Ninja Warrior Germany in der Live-Fernsehsendung dabei, in Australien erkämpfte er sich bei einem Wettkampf den zweiten Platz und am World Cup in Amerika belegte er den 16. Rang. Heuer hat sich Noah Haefliger mit seinem Kollegen Marvin Jeffrey Lerch für die Schweizer Show «Ninja Warrior Switzerland» qualifiziert. Zu sehen ist diese im Herbst auf TV24.

Bei jedem Wetter trainieren
«Das Beste aus meinem Körper herausholen ist mein Trainingsziel», sagt Marvin Jeffrey Lerch und erklärt damit auch die Motivation seiner fitnessbegeisterten Freunde. Lerch trainiert zudem mit seiner Freundin Pamela Bühler Acroyoga, eine Mischung aus Akrobatik und Yoga. «Um erfolgreich zu sein, braucht es Kollegen beim Training, die mich anfeuern und auch verbessern», betont Manuel Vazquez. Seit der Schulzeit kennt er Marvin Jeffrey Lerch. Durchs Fitnesscenter stiess Noah Haefliger dazu. Nun trainiert das Trio wenn immer möglich gemeinsam draussen in öffentlichen Parks. Bei schlechtem Wetter müssen sie auf Fitnesscenter ausweichen. «Da diese nicht über das benötigte Equipment verfügen, sind wir in unseren Trainingsabläufen eingeschränkt», sagt Vazquez. So wuchs der Wunsch nach einer eigenen, speziell eingerichteten Trainingshalle und damit entwickelte sich das Projekt «Hall of steelbarz».

Um den Trainingspark einzurichten, benötigten die drei und ihr Verein Steelbarz viel Geld. Genau genommen sind es mehr als 20 000 Franken. So kamen Grenzwächter Lerch, Marketing-Manager Haefliger und Gebäudetechnikplaner Vazquez auf die Crowdfunding-Idee. Auf der Plattform www.ibelieveinyou.ch starteten sie vor einem Monat mit dem Ziel, total 15 000 Franken reinzuholen. Anfangs hätten vor allem Verwandte und Freunde gespendet. Doch die Werbung auf verschiedenen Kanälen zahlte sich aus. Mittlerweile haben sie 20 715 Franken zusammen und das Crowdfunding läuft noch zehn Tage. 3000 Franken holten die drei beim monatlichen Battle von Aldi Suisse, dem Hauptsponsor der Crowdfunding-Plattform. Der Discounter unterstützt finanziell jeden Monat junge Hobby- und Profisportler. «Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, dass wir gewonnen haben», sind sich die Oftringer Freunde einig, die nun ihren Trainingshallen-Traum verwirklichen können.

Intensive Suche
«Wir möchten einen Raum, in dem wir jederzeit trainieren, neue Leute dazugewinnen und einen familiären Sportverein führen können», erklärt das Trio. Die passende Halle fanden sie nach intensiver Suche in Safenwil. Ab Oktober haben sie den Schlüssel. Für Safenwil sprach mit 200 m² die Hallengrösse, deren Mietpreis sowie die Erreichbarkeit mit dem ÖV. Klappt alles, können an der Löwenstrasse 8 ab November Vereinsmitglieder Acroyoga, Ninja Warrior und Calisthenics trainieren. Für Interessierte sind Schnupperlektionen geplant.

Dazu steht ein professioneller Calisthenics-Park bereit, den die drei bestellt haben. Hier gilt es sich von Stange zu Stange weiterzuhangeln, sich daran hochzuziehen, Rollen zu machen und die Muskeln zu spannen. Wer zuschaut, verbindet die Übungen mit jenen von Kunstturnern am Barren und Reck. Sicherheit ist den Vereinsgründern wichtig und für diese sorgt ein speziell ausgestatteter Hallenboden. Zusätzlich gibt es dicke Fallschutzmatten, um Freestyle-Übungen sicher trainieren zu können. «Wenn die Grundübungen wie Klimmzug oder Barrenstütze zu einfach werden, möchten wir Gewichtsscheiben verwenden, um die Übungen mit Zusatzgewicht ausführen zu können», sagt Vazquez. Für die Wettkampfform und Ninja-Warrior-Fans gibt es Trainingsobjekte wie Pegboards (Klimmzugbretter), montierte Seile an der Decke und eine Himmelsleiter. Der Griff nach den Sternen hat sich für die Oftringer Freunde gelohnt. Bald schon kommen sie in ihrer eigenen Halle bei jedem Wetter ins Schwitzen.

 Mehr zum Verein «Steelbarz»

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