Siedlungsleitbild: Die Gemeinde Wikon definiert sich

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Die Zersiedelung ist eines der Merkmale der Gemeinde Wikon. Ballonpilot.ch

Attraktiven Raum zum Wohnen, Arbeiten und Erholen. An zentraler Lage und mit ländlichem Charakter: Das alles soll die Gemeinde Wikon auch in Zukunft anbieten können. So jedenfalls hält es das Siedlungsleitbild fest, das unter anderem anlässlich eines Workshops mit der Bevölkerung erarbeitet worden ist und dessen Entwurf nun noch bis zum 30. September in der Gemeindekanzlei Wikon aufliegt. 1526 Einwohner zählte Wikon Ende 2017. Bis ins Jahr 2035 sollen es 1700 werden – ein Wachstum von 0,7 Prozent pro Jahr.

Ein genauer Blick in die erarbeiteten Unterlagen zeigt, wie dies erreicht werden soll: So unter anderem mit der Siedlungsentwicklung nach innen. Als Schwerpunkt der räumlichen Entwicklung wird diese festgelegt. Der haushälterische Umgang mit dem Boden durch eine bessere Nutzung der jetzt existierenden Bauzonen liegt auch auf der Linie der landesweit propagierten Grundsätze, die sich nach der 2013 beschlossenen Revision des Raumplanungsgesetzes orientiert. Dazu gehört auch die Verminderung der Zersiedelung und beispielsweise der Erhalt von Landwirtschaftsflächen.

Adelboden im Fokus
Wie im von der Gemeinde Wikon und Kost+Partner Ingenieure verantwortlichen Bericht festgehalten ist, «eignet sich als potenzielles Siedlungserweiterungsgebiet das Adelboderfeld». In diesem Bereich hat die Gemeinde als erste Priorität das Land nördlich des Gemeindehauses und in zweiter Priorität beim Heimatweg ausgemacht. Die Lüschermatte könnte für Erweiterungen des öffentlichen Zweckes dienen. Die Reservezonen – gemeinhin im Zonenplanjargon auch als «Übriges Gebiet» bekannt – will man in ihrem Ausmass reduzieren. «Vorgesehen ist insbesondere die Rückführung des Grossteils der Reservezone in Adelboden in die Landwirtschaft.»

Die Kleinzentren beleben
Bekanntlich ist Wikon zersiedelt. Das heisst, im Laufe der Zeit haben sich an diversen Orten Dorfteile entwickelt, die wiederum durch unbebautes Land voneinander getrennt sind. So im Bereich Schulhaus/Kirche und Wikon-Dorf, bei der Gemeindeverwaltung/Adelboden und beim Bahnhof. Diese im Siedlungsleitbild-Entwurf als «Kleinzentren» bezeichneten Gebiete will man im Rahmen von Bauprojekten stärken und beleben. In den Blickpunkt rücken auch allfällige Einkaufsmöglichkeiten (Wikon verfügt derzeit über keinen Detaillisten) und Dienstleistungen. Bevorzugt ist eine Ansiedlung an der Kantonsstrasse im Bereich Wikon-Dorf/Adelboden erwünscht. Nach der Ablehnung des Projektes «Spychermatte» soll die Gemeinde die Schaffung von Raum für bedürfnisgerechtes Wohnen von älteren Menschen unterstützen, heisst es.

Flächenmässig markant erscheint auch das Gewerbe- und Industriegebiet Wikons, welches sich vom Gebiet um den Bahnhof bis an die Gemeindegrenze zu Reiden erstreckt. Beim Bahnhof wünscht sich die Gemeinde eine Umstrukturierung zum Wohnen und Arbeiten, der Schwerpunkt «je nach Gebiet entweder beim Wohnen oder bei nicht-störendem Gewerbe». Sogar Auszonungen zu prüfen seien bei heutigen Arbeitszonen, welche entweder unbebaut oder schlecht ausgenutzt sind. Landwirtschaftsbetrieben will man die Möglichkeit bieten, dass diese sich «zeitgemäss» weiterentwickeln können. 

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