Igor Nganga und Joël Geissmann im Glück

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Joël Geissmann (links) und Igor Nganga haben im Stade Olympique bei Lausanne ihr Glück gefunden – heute Abend treffen sie gemeinsam auf den FC Aarau. (Fotos: Claudio Thoma)

Igor Nganga, zwischen 2011 und 2016 Publikumsliebling beim FC Aarau, spielt in Lausanne. Und fühlt sich pudelwohl. Joël Geissmann, der als 17-Jähriger sein Debüt beim FC Aarau gab, aber danach als Talent nie richtig gefördert wurde, spielt in Lausanne. Und fühlt sich pudelwohl. Vor dem heutigen Spiel zwischen Lausanne und dem FC Aarau lassen sich die beiden im weiten Rund des Stade Olympique ablichten. Das Foto-Shooting macht ihnen Spass. Sie geniessen den Augenblick, strahlen um die Wette. Nganga und Geissmann ist die Genugtuung über den gelungenen Saisonstart in der Challenge League in die Gesichter geschrieben.

Beginnen wir mit Igor Nganga. «Für mich schliesst sich hier und jetzt der Kreis», sagt der 31-jährige Kongolese. «Ich fühle mich so, wie wenn ich nach Hause gekommen wäre. Von meinem elften bis zu meinem achtzehnten Lebensjahr spielte ich bei den Junioren von Lausanne. Es war eine wunderschöne Zeit. Nun habe ich bei Lausanne vor dieser Saison einen gut dotierten Vertrag bis 2021 unterschrieben und möchte mit dem Verein meiner Kindheit so schnell wie möglich in die Super League.»

Es zählen nur Erfolg und Familie

Nganga ist glücklich und zufrieden. Im Herbst seiner Karriere bei einem ambitionierten Klub wie Lausanne spielen zu dürfen, ist für ihn schlicht grossartig. Momentan gibt es für den Rechtsverteidiger mit dem grossen Kämpferherzen nur zwei Dinge, die ihn interessieren. Er möchte mit Lausanne Erfolg haben und mit seiner Familie das Leben geniessen. «Ich wohne mit meiner Frau Sofia und den Mädchen Anaia, Kelaia und Jahdiel in einem Häuschen mit Garten in Ménières in der Nähe von Payerne», sagt ein sichtlich stolzer Nganga. «Um glücklich zu sein, brauche ich den Fussball und meine Familie. Nicht mehr und nicht weniger!»

Dann aber, von einem Moment auf den andern, verhärten sich Ngangas Gesichtszüge. Er wird ernst. «Ich frage mich jeden Tag, was mit dem FC Aarau los ist», sagt er. «Es tut mir weh, die sportliche Talfahrt mitansehen zu müssen. Ich habe im Brügglifeld wunderschöne Jahre erlebt und werde diesen Verein mein Leben lang lieben. Die FCA-Fans haben mich zum Publikumsliebling erkoren. Sie haben mir verziehen, dass ich wegen des Geldes zum FC Wil gegangen bin. Und sie haben mir hoffentlich auch verziehen, dass ich nun für Lausanne spiele.»

Bleibt die Frage, warum Nganga dem FC Aarau vor dieser Saison trotz Vertrags bis 2019 ein weiteres Mal den Rücken gekehrt hat. «Eine heikle Frage», sagt er. «Eine Frage, die ich in der Öffentlichkeit nicht beantworten möchte. Eines kann ich festhalten. Ich ging mit schlechten Gefühlen.» Warum? Nganga zögert und sagt dann: «Diese Frage müssen Sie nicht mir, sondern den Verantwortlichen des FC Aarau stellen.»

Tun wir das: Fragen wir Roger Geissberger, wie das damals war. «Ich kann nicht verstehen, dass Nganga von schlechten Gefühlen spricht», sagt der FCA-Vizepräsident. «Nganga hat uns im Frühling um die Auflösung des Vertrags gebeten. Wir haben zugestimmt und von Lausanne eine Ablösesumme erhalten. Mehr gibt es von unserer Seite zu diesem Thema nicht zu sagen.»

Schwamm drüber! Die Geschichte ist nicht mehr als Schnee von gestern. Apropos Schnee von gestern: Da wären wir bei Joël Geissmann, dem 25-Jährigen aus Hägglingen. Er war zwischen 2010 und 2016 auf dem Sprung zum Stammspieler des FC Aarau. Vor acht Jahren gab der Mittelfeldspieler sein Debüt in der ersten Mannschaft. Einen Platz im Kader erhielt er allerdings nicht. Und so hiessen die Stationen der Reihe nach Grasshoppers U21, FC Baden und FC Wohlen.

Erstaunlich! Denn Geissmann hat viel Talent und wurde von etlichen Experten schon vor Jahren mit Basels Luca Zuffi verglichen. Geissmann ist ein feiner Techniker, hat eine gute Übersicht, einen starken Schuss und Torinstinkt. Mag sein, dass er nicht der Explosivste ist. Aber für den FC Aarau in der aktuellen Verfassung wäre er mit Sicherheit eine Verstärkung.

Mehr als ein Spiel?

Geissmann will nicht über die Vergangenheit reden. Für ihn zählt einzig die Gegenwart. Und mit der Gegenwart ist er zufrieden. «Ich wollte nach den guten Jahren beim FC Wohlen in die Super League», sagt Geissmann. «Das habe ich vor etwas mehr als zwei Jahren mit dem Transfer zum FC Thun geschafft. Der Wechsel nach Lausanne vor gut einem Jahr mit einem Vertrag bis 2020 plus Option war für mich ein weiterer Schritt nach vorne. Natürlich war der Abstieg Ende vergangener Saison ein Tiefpunkt in meiner Karriere. Aber», fügt Geissmann hinzu, «Lausanne hat unmittelbar nach dem Abstieg das Projekt ‹Wiederaufstieg› ausgerufen. Der Klub hat grosse Ambitionen. Genauso wie ich.»

Geissmann hat also ein klares Ziel vor Augen. Er will mit Lausanne zurück in die höchste Spielklasse. Fürs Erste folgt nun das Heimspiel gegen Aarau. «In dieser Partie interessiert mich nur eines», sagt er. «Es sind die drei Punkte.» Wirklich? Sind keine Emotionen mit im Spiel? Ist Lausanne gegen Aarau für ihn ein Spiel wie jedes andere? Geissmann lässt die Fragen im Raum stehen, bleibt die Antwort also schuldig. Gut möglich, dass seine Antwort doch noch kommt – und zwar am Freitagabend auf der grossen Bühne im Olympiastadion in Lausanne!

 

Es brodelt in der Gerüchteküche

Mittwochabend: Mein Handy klingelt. Der Anruf kommt aus dem Wallis und dauert nicht länger als 30 Sekunden. Der Anrufer sagt, dass er ein ehemaliger Spieler des FC Sion sei. Er wolle anonym bleiben, habe aber aus sicherer Quelle gehört, dass Maurizio Jacobacci als Trainer des FC Aarau im Gespräch sei. Mehr noch. Jacobacci müsse nur noch einen Jahresvertrag unterschreiben. Jacobacci zum FC Aarau? Ist da etwas dran? Ist das mehr als ein haltloses Gerücht? «Nein», sagt Roger Geissberger, FCA-Vizepräsident und Leiter

Ressort Sport. «Ein Trainerwechsel ist bei uns zum jetzigen Zeitpunkt kein Thema. Rahmen hat weiterhin unser Vertrauen.» Die Frage ist: Wie lange noch? Rahmen selbst kennt die Gesetze des Fussballs. «Will ich Trainer bleiben, muss der FC Aarau baldmöglichst

auf die Siegesstrasse zurückkehren», sagt er. «In den Wochen nach der 1:2-Niederlage gegen Chiasso gab es einen Aufwärtstrend. Leider hat sich dieser Trend in den Resultaten noch nicht bemerkbar gemacht. Aber ich spüre deutlich, dass die Mannschaft lebt.» In Lausanne muss Rahmen wie schon im Cup gegen Xamax (1:2)

auf Gianluca Frontino verzichten. Der Captain hat seit Monaten Probleme mit der Achillessehne. Eine Entzündung macht ihm zu schaffen. Angeschlagen ist auch Gezim Pepsi. Der Mittelfeldspieler konnte wegen einer Verhärtung im Wadenansatz nicht voll trainieren. Auf guten Wegen zu einem Comeback sind Innenverteidiger Marco Thaler und Mittelstürmer Marco Schneuwly. Gut möglich, dass die beiden noch im Oktober ins Mannschaftstraining einsteigen werden.

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