Der Biber: Stararchitekt im Wasser

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Der Biber gilt als Landschaftsarchitekt und Dammbauer, aber er verbessert auch die Biodiversität in den Gebieten, die er besiedelt. Bild: Nicolas Baiker

Er ist das zweitgrösste Nagetier der Welt. Und war in der Schweiz vor rund 200 Jahren ausgerottet. Jetzt ist er wieder zurück: der Biber. Der Landschaftsarchitekt unter den Säugetieren hat sich unter anderem an der Aare, der Pfaffnern, der Rot und der Murg wieder angesiedelt. Auch die Kleinflüsse werden langsam wieder besiedelt. In Gebieten, in denen er sich ansiedelt, nimmt die Biodiversität zu. Und trotzdem sind die Nagetiere manchmal nicht beliebt. «Das hat auch etwas mit Unwissenheit zu tun», sagt Miriam Peretti von der Aktion Biber & Co von Pro Natura. Sie hält am Donnerstag, 18. Oktober im Kirchgemeindehaus in Brittnau einen Vortrag über den Biber im Mittelland.

«Es erleichtert den Menschen, etwas akzeptieren zu können, wenn sie es besser verstehen, und deswegen möchte ich den Biber und seine Lebensweise von Grund auf erklären.» Miriam Peretti schrieb ihre Bachelorarbeit über das Nagetier. «Seitdem fasziniert es mich. Der Biber ist ein unheimlich guter Landschaftsgestalter und durch seine Bautätigkeiten bringt er Strukturen in unsere eintönigen Gewässer.» Biber sind monogam. Nur wenn einer der Partner stirbt, sucht der überlebende Biber sich einen neuen Partner. Sie leben in kleinen Familienverbänden, die aus den Eltern und ihren ein- und zweijährigen Jungtieren bestehen. Im Alter von zwei bis drei Jahren werden diese geschlechtsreif und verlassen den Familienverband.

«Und Biber lieben Weiden. Wohnt man also mit direktem Bachzugang können Weidenstecklinge gepflanzt werden», empfiehlt Peretti. Der Biber und auch seine Bauten sind in der Schweiz geschützt. «Der Damm ist für das Nagetier vor allem im Winter und während der Jungtieraufzucht überlebenswichtig», sagt Peretti. Mit Hilfe dieser Bauten ist er in der Lage, aktiv den Wasserstand in seinem Revier zu regulieren. «Durch die oftmals kanalisierten Gewässer und die intensive Bewirtschaftung der gewässernahen Flächen, gibt es manchmal Konflikte. Zum Beispiel wenn der Biber durch das Stauen des Bachs die angrenzenden Flächen vernässt und die Bewirtschaftung erschwert wird. «Wann immer ein Konflikt entsteht, sollten die Betroffenen sich an den Kanton wenden», sagt Miriam Peretti. «Diese suchen dann nach Lösungen.» Auch die Aktion Biber & Co kann für das Realisieren von langfristigen Lösungen beigezogen werden.

«Der Biber im Mittelland» am Donnerstag, 18. Oktober, 20 Uhr, Kirchgemeindehaus in Brittnau

 

Aktion Biber & Co Gewässer sind die bedrohten Lebensadern in unserer Landschaft. Darum startete Pro Natura bereits vor 17 Jahren die Aktion «Hallo Biber». Sie schafft seither erfolgreich neuen Lebensraum für den Biber. Die 2018 lancierte «Aktion Biber & Co.» ergänzt diesen Schwerpunkt nun mit weiteren Gewässerlebensräumen. Der Biber schafft mit seinen Stau- und Grabarbeiten besonders vielfältige Lebensräume. Wo der Biber lebt, da lebt der Fluss.

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