Ab nächster Woche ist Roboter Roberto als Hilfskraft im Einsatz

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Ab Donnerstag, 4. Oktober, steht Roboter Roberto bei Möbel Hubacher in Rothrist im Einsatz. Darauf freuen sich (v. l.) Marketingleiterin Vanessa Fröhlicher, Kommunikationsplanerin Melanie Strasser und Geschäftsführer Kilian Fleischlin. egu

In der Industrie, im Pflegebereich, zu Hause und auch im Einzelhandel stehen Roboter im Einsatz. Auch das Rothrister Möbelhaus Hubacher hat sich für einen solchen zusätzlichen Mitarbeiter entschieden: Roberto ist 1,20 Meter gross, wiegt 28 Kilogramm, hat leuchtende Kulleraugen und eine freundliche Stimme. «Hallo, willkommen bei Möbel Hubacher», begrüsst der Roboter den Menschen vor sich auf Hochdeutsch.

Das kindsgrosse Wesen aus weissem Kunststoff steht zurzeit noch in einem Sitzungszimmer. Ab nächster Woche gilt es für den Sympathieträger ernst. Im Eingang des Möbelhauses Hubacher darf er die Kunden begrüssen. Auf Wunsch unterhält er sich mit ihnen, spielt ein Quiz oder ruft einen Wohnberater an. Wenn gewünscht, tanzt er und schenkt auch Umarmungen. Roberto ist ein sogenannter Roboter-Gefährte und so konzipiert, dass er in Verkaufsräumen oder hinter Empfangstischen eingesetzt werden kann. Im Walliseller Einkaufszentrum Glatt zeigen sechs seiner Kollegen den Besuchern den Weg zur Toilette oder zum gewünschten Einkaufsgeschäft. Eine stolze Anschaffung, denn ein humanoider Roboter wie Roberto kostet 20 000 Franken.

Zweifelsohne ist Roberto, der seinen Vornamen den Hubacher-Mitarbeitern verdankt, niedlich. Er beeindruckt mit seinen geschmeidigen Arm-, Schulter- und Hüftbewegungen, aber nicht wegen seiner Intelligenz. «Er muss noch die Schulbank drücken», sagt Kilian Fleischlin. Der Hubacher-Geschäftsführer erzählt, dass der Roboter zwar schon einiges beherrsche, aber noch weiterprogrammiert wird. Sein Können erweitert Roberto nicht von selbst. Versteht er eine Frage nicht, bleibt er stumm und schaut sein Gegenüber mit seinen riesigen Augen an.

Der Donnerstag, 4. Oktober, ist Robertos erster Arbeitstag. Ab dann darf er kleine Aufgaben übernehmen, wie im Eingangsbereich die Kunden begrüssen und später diese in der Ausstellung unterstützen. Dies, indem er auf dem integrierten Bildschirm auf seiner Brust zeigt, wie das Sofa in einer anderen Farbe aussieht oder welche Varianten es zum Aufstellen gibt. «Roberto ist eine Attraktion. Er ist aber keinesfalls ein Ersatz für einen unserer Wohnberater», unterstreicht Kilian Fleischlin. 165 Mitarbeiter arbeiten bei Hubacher. «Viele davon sind zwischen zehn und dreissig Jahre bei uns», sagt Fleischlin, der auf die Aus- und Weiterbildung Wert legt. In den Bereichen KV, Logistik, Einrichtungsberatung und Dekoration werden elf Lernende ausgebildet.

Möbel mit Veloanhänger geliefert
«Wir glauben an die Zukunft und an den Standort Rothrist», betont Geschäftsführer Fleischlin. Vor 75 Jahren legte Hermann Hubacher in Basel den Grundstein für das Möbelhaus. «Von der Möbelauslieferung per Veloanhänger entwickelte es sich bis hin zum grössten Einrichtungshaus hierzulande», blickt Kilian Fleischlin zurück. Das Auto wurde zum beliebten Verkehrsmittel und veränderte die Einkaufsgewohnheiten. 1982 eröffnete Hubacher der zentralen Lage wegen in Rothrist sein Wohnland mit einer Verkaufsfläche von 15 000 m². Der Werbeslogan «Zum Hubacher fahren, um Geld zu sparen» wirkte und 1994 wurde in Rothrist der Komplex für 40 Millionen Franken erweitert. Die Verkaufsfläche verdoppelte sich auf 30 000 m².

Seit Oktober 2015 gehört Möbel Hubacher zur Schweizer Einrichtungsgruppe Pfister Arco Holding, zu der auch Möbel Pfister gehört. Zur Übernahme kam es, weil die Inhaberfamilie Medina Hubacher eine Nachfolgeregelung gesucht hatte. Nach wie vor in Familienbesitz ist auf demselben Areal das Stilhaus, in dem diesen Frühling XXXLutz seine Türe geöffnet hat. Die Konkurrenz durch den österreichischen Möbelgiganten bezeichnet Kilian Fleischlin als positiv und befruchtend. «Die Kunden vergleichen gerne, das wirkt sich erfreulich auf die Frequenz aus.» Ab Ende Jahr ist einkaufen bei Hubacher auch von zu Hause möglich. «Unser Online-Shop ist eine Ergänzung zum stationären Handel», sagt Fleischlin und ist überzeugt: «Vor allem muss man selber testen, ob ein Stuhl oder Sessel bequem ist und die Fachberatung bleibt gefragt.» Auf den Einkaufstourismus angesprochen meint er, dass sich die Fahrt über die Grenze für den Möbelkauf nicht lohne, «wir halten mit den Preisen mit».

Hängige Einsprache
Der Konkurrenzdruck wird sich in Rothrist verschärfen. Möbel Hubacher will seinen Gebäudekomplex für 50 Millionen Franken umbauen. Vorgesehen ist, dass neben Möbelhändler Conforama und Baumarktanbieter Jumbo diverse einzelne Verkaufsgeschäfte das Angebot erweitern. Die Gesamterneuerung sollte etappenweise schon im Gang sein. Eine hängige Einsprache verzögert die Bewilligung des Baugesuchs allerdings, das im Januar 2017 auflag. Diskussionspunkt ist das Parkplatzregime und die Busanbindung. Geschäftsführer Kilian Fleischlin zeigt sich zuversichtlich, dass eine Lösung in Sicht ist. In Feierlaune ist er aber vor allem, weil dieses Wochenende das 75-jährige Firmenbestehen mit diversen Attraktionen gefeiert wird (siehe Box). Zudem freut er sich auf Roboter Roberto als unterhaltsame Hilfskraft.

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