«Rüebli-Phone» ist auf dem Weg zu seinem Besitzer

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Online-Redaktor Oliver Schweizer verpackt das «Rüebli-Phone», damit es zu seinem Besitzer zurückkehren kann. (Bild: lbr)

Der Anruf aus der ZT-Redaktion überrascht Ulrich Knopf, Geschäftsführer der EKAG, am Montagmorgen nicht: «Wir haben übers Wochenende vom Smartphone im Rüeblipack gehört und sind davon ausgegangen, dass wir die Rüebli verpackt haben. Lidl ist ein grosser Kunde von uns.» Daher habe er am Montag selber nachforschen wollen, wo dieses ominöse Telefon denn nun sei. «Wir wollen alles genau rückverfolgen. Nicht nur, um herauszufinden, wem das Telefon gehört. Sondern auch, um zu lernen. Damit in Zukunft keine Handys oder andere Dinge in Rüeblipaketen landen», sagt er und fügt an, dass er so etwas noch nie erlebt habe. «Aber einmal ist immer das erste Mal.»

Zehn Säcke Rüebli für Pia Ruf

Noch am Telefon kann Ulrich Knopf dank der Lot-Nummer, die auf der Verpackung aufgedruckt ist, das Abpackdatum herausfinden: Am 1. Oktober sind die Rüebli von der EKAG aufbereitet worden. Am 4. Oktober hat Pia Ruf aus Riken den Rüeblisack mit dem Samsung-Handy gekauft (ZT vom 6. Oktober). Dank der Lot-Nummer kann Ulrich Knopf auch den Produzenten der Rüebli herausfinden. Er vermutet, dass das Handy dort ins Gemüse geraten ist. «Wer die Rüebli produziert hat, darf ich Ihnen aus Datenschutzgründen aber nicht sagen.» Knopf verspricht aber, dass er den Weg des Handys selber weiterverfolgen wird. Daher bittet er, ihm das «Rüebli-Phone» samt Verpackungssack eingeschrieben zuzuschicken. Ausserdem will sich Knopf bei Pia Ruf, die das «Rüebli-Phone» in ihrem Einkauf gefunden hat, melden. «Sie hat sich für den Ärger, den sie wegen des Handys hatte, etwas verdient. Zehn Säcke Rüebli oder so.»

Kein Rüffel für Handy-Besitzer

Ulrich Knopf staunt, dass das Samsung J3 noch funktionieren soll. «Das hat in unserer Wasch- und Verpackungsanlage einiges durchmachen müssen und ist ziemlich gebadet worden.» Zweistöckig sei sie, diese Anlage. Zuerst würden die Rüebli maschinell gewaschen und kalibriert. So werden zu kleine und zu grosse Rüebli aussortiert. Auf der automatischen Waage werden die Rüebli anschliessend gewogen und verpackt und fallen dann auf ein Förderband. Dort findet die optische Endkontrolle statt. «Aussortiert werden beispielsweise Säcke mit kaputten Rüebli», sagt Ulrich Knopf.

Doch bevor das «Rüebli-Phone» die ZT-Readaktion verlässt, drängt sich doch noch eine Frage auf: «Muss der Besitzer des Handys Angst haben vor Konsequenzen?» «Nein», sagt Ulrich Knopf. Ein Handy im Rüeblipack sei ja nichts Schlimmes. Einen Rüffel kassieren könnten eher diejenigen, die nach dem Verpackungsvorgang die Endkontrolle gemacht haben. «Aber wissen Sie», so Ulrich Knopf, «nach acht Stunden am Förderband sieht man auch nicht mehr alles. Ich weiss das, ich habe diese Arbeit selber gemacht, als ich jünger war.» Trotzdem dürfe natürlich auf keinen Fall ein Handy oder ein anderer Fremdgegenstand im Rüeblisack landen, betont er.

An der Kasse durchgerutscht

Warum ist das Handy im Rüebli-Sack nicht eher entdeckt worden? Bei Lidl Schweiz heisst es, dass beim Kassiervorgang die Artikel zwar im Einzelnen über die Kasse gezogen würden, dabei aber nicht jedes Rüebli in seiner Tüte überprüft werde. So konnte das Handy durchrutschen und Pia Ruf hat es erst bei sich zu Hause auf dem Küchentisch entdeckt. Zudem teilt Lidl mit, dass der Grossverteiler Rücksprache mit seinem Lieferanten gehalten hat: «Er wird den Vorgang der Qualitätskontrolle überprüfen.» Genau wie Ulrich Knopf will sich auch Lidl bei Pia Ruf melden und sich für den Vorfall entschuldigen. «Ausserdem setzen wir alles daran, dass das Handy an seinen Besitzer zurückgelangt.» Das ist auch das Anliegen der ZT-Redaktion. Darum ist das «Rüebli-Phone» bereits eingeschrieben auf der Post in Richtung Rüebli-Lieferant.

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