«Irreführend und unschön»: Aargauer CVP ärgert sich über das Orange auf SVP-Plakat

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Marianne Binder (CVP) findet die Plakate irreführend, Andreas Glarner (SVP) verteidigt Farbe und Gestaltung. © KEYSTONE

Weisse Schafe, die einen schwarzen Artgenossen aus dem Land befördern, Minarette, die zu Raketen mutieren, oder ein finsterer Messerstecher: Bei früheren SVP-Kampagnen lösten die Plakate oft Empörung aus. Das aktuelle Sujet zur Selbstbestimmungs-Initiative kommt ungewohnt brav daher. Es zeigt eine nachdenklich dreinblickende Frau mit einem orangen Mantel, dazu die Slogans «Ja zur direkten Demokratie» und «Ja zur Selbstbestimmung».

Kampagnenchef und SVP-Nationalrat Thomas Matter erklärte gegenüber dem «Sonntagsblick» das brave Sujet: «Es ist keine aggressive Kampagne wie in früheren Fällen notwendig. Wir wollen einen sachlichen Abstimmungskampf». Auf dem Plakat fehlt zudem der Hinweis auf die SVP, auch das Logo der Partei findet sich nirgends.

Binder: «Plakat ist irreführend»
Dennoch stösst das Plakat auf Kritik – und zwar bei Marianne Binder, der Präsidentin der CVP Aargau. Sie stört sich massiv an der Farbgebung: «Das orange Ja-Schild und der gleichfarbige Hintergrund vermitteln den Eindruck, dass unsere Partei für die Selbstbestimmungs-Initiative ist.» Das Plakat sei für den Betrachter irreführend, denn die CVP bekämpfe die Initiative. «In den letzten Tagen haben mich mehrere Leute angesprochen und gefragt, ob wir die Initiative der SVP unterstützen», sagt Binder. Die Gestaltung des Plakats sei mehr als unschön und löse Irritationen aus. «Klar und deutlich halten wir daher fest, dass wir diese Initiative ablehnen», schreibt die CVP Aargau in einer Mitteilung. Die Initiative sorge für Rechtsunsicherheit, isoliere die Schweiz und schwäche den Schutz durch die Menschenrechte.

«Offenbar ist die SVP plötzlich auf die CVP gekommen. Zumindest, was das attraktive Erscheinungsbild betrifft», sagt Marianne Binder. Dafür habe sie ein gewisses Verständnis. «Ich erachte es aber bei der Selbstbestimmungs-Initiative als sehr unschön, wenn mit unserem Look bewusst eine falsche Botschaft vermittelt wird.» Eine Klarstellung sei der CVP wichtig, die Partei werde in den nächsten Tagen selber Plakate aufstellen. «Zur Veranschaulichung dient unser eigenes Plakat, das in den nächsten Tagen aufgestellt wird.»

Die ehemalige Kommunikationschefin der CVP Schweiz vermutet, dass die Initianten die Farbe und Gestaltung des Plakats bewusst gewählt haben. «Es ist zwar nicht ganz exakt unser CVP-orange, aber der Farbton ist schon sehr ähnlich», kritisiert Binder.

Guhl: «Inhalt verharmlost»
Je nach Bildschirmeinstellung, Lichteinfall oder Druckfarbe ist die Farbe dem BDP-Gelb hingegen näher als dem CVP-Orange. BDP-Nationalrat Bernhard Guhl sagt auf Anfrage: «Ich wurde bisher noch nie darauf angesprochen, dass man die Farbe auf dem Plakat der Initianten mit unserem Gelb verwechseln könnte.» Heikler als die Farbe scheint ihm ohnehin der Stil der Kampagne.

«Früher agierte die SVP mit radikalen, provozierenden Sujets, das aktuelle Plakat wirkt sehr moderat und soll eine positive Botschaft vermitteln.» Damit werde der Inhalt verharmlost, sagt Guhl und hält fest: «Wir sind klar gegen die Selbstbestimmungs-Initiative und werden in den nächsten Tagen selber Plakate dagegen aufhängen.» Die Vorlage schickt Guhl der AZ vorab, sie zeigt sein Porträt und dazu die Empfehlung «Selbstbeschneidungs-Initiative Nein: Sorgt nur für Unsicherheit. Schadet Menschenrechten!»

Glarner: «Nicht dieselbe Farbe»
Kopfschütteln löst Binders Kritik bei SVP-Nationalrat Andreas Glarner aus. «Unser Plakat ist nicht CVP-orange, wer nicht gerade farbenblind ist, wird den Unterschied problemlos feststellen.» Glarner geriet selber schon wegen Plakaten, die er gestaltet hatte, in die Schlagzeilen. An der aktuellen Kampagne ist der SVP-Asylchef nicht direkt beteiligt, er sagt aber: «Wir haben eine andere Agentur beauftragt und wollen mit einer moderaten Strategie auch andere Bevölkerungsgruppen ansprechen.» Glarner geht davon aus, «dass sicher auch CVP-Wähler im Aargau die Initiative unterstützen werden».

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