Jagdaufseher: «Deutlich weniger Wildschäden dank Wildwarnanlage» – genaue Daten fehlen aber immer noch

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Die viel diskutierte Wildtierwarnanlage zwischen Seon und Schafisheim ist seit bald vier Jahren in Betrieb. (Archiv Pascal Meier)

An einem Samstagmorgen Ende August war es, als ein Autofahrer zwischen Seon und Schafisheim die Kontrolle verlor und eine elektronische Signaltafel der dortigen Wildwarnanlage umfuhr.

Seit vier Jahren steht sie dort und lange hat sie den Zuständigen des Kantons Kopfzerbrechen bereitet. Grund genug, um nach der Behebung des Schadens nachzufragen, ob sich der Ausfall bemerkbar gemacht hat; sprich: Ob es in dieser Zeit wieder zu Zusammenstössen zwischen Autos und Wild gekommen ist. Doch: «Das ist uns nicht bekannt, dazu fehlen uns die Daten», sagt Erwin Osterwalder von der kantonalen Sektion Jagd und Fischerei.

Erst eine Nachfrage beim Wildhüter hilft weiter: «Die Beschädigung der Signaltafel hatte keine Wildschäden zur Folge», sagt René Urech vom Jagdrevier Seon – Staufen. Doch wieso fehlen dem Kanton die Zahlen dazu? «Bis heute werden uns Wildschäden lediglich in Fallzahlen pro Jagdrevier gemeldet», erklärt Erwin Osterwalder. «Ab nächstem Jahr wird sich das ändern.»

Neue Datenerfassung
Mit Beginn der nächsten Pachtperiode 2019-2026 der Jagdreviere wechseln die Aargauer Wildhüter auf eine neue Online-Plattform. Auf dieser kann Fallwild mit dem exakten Fundort und weiteren Angaben erfasst werden. Mit der neuen Lösung wird es möglich sein, neuralgische Punkte wie eben beispielsweise für Strassenüberquerungen von Wild noch besser zu identifizieren und Massnahmen passend zu priorisieren.

Im Blindflug ist der Kanton trotzdem schon heute nicht. Er versucht bereits seit einigen Jahren, die Zahl der Wildunfälle zu reduzieren und hat die sieben Strecken im Aargau ermittelt, auf denen es am häufigsten zu Zusammenstössen mit Wild kommt.

Berüchtigt war etwa die Strecke durch den Boowald bei Murgenthal, wo sich jährlich 60 bis 70 Wildunfälle ereigneten, bevor dort zwei Wildwarnanlagen in Betrieb genommen worden sind. «In Murgenthal verzeichneten wir seit 2011 nur noch einen einzigen Fall, in dem ein Tier überfahren wurde», berichtete Reto Fischer von der Sektion Jagd und Fischerei bereits Anfang 2016 gegenüber der Aargauer Zeitung. Eine weitere Anlage steht bei Kaisten und Sisseln im Fricktal. Zwischen Wohlen und Bremgarten im Freiamt ist die nächste geplant.

Damit wird die Wildtieranlage zwischen Seon und Schafisheim bald eine von vier im Aargau sein. Der Kanton liess sie im Januar 2015 für 150 000 Franken errichten. Und wie im Boowald ist man auch im Jagdrevier Seon – Staufen zufrieden. «Es ist viel besser geworden, wir haben deutlich weniger Wildschäden, seit die Anlage funktioniert», sagt Jagdaufseher René Urech. Doch bis es soweit war, dauerte es.

Der harzigste Start im Kanton
«Einen solch harzigen Start hatten wir bisher noch nie», sagte Reto Fischer bereits 2016. Durch ein Missverständnis baute der Lieferant zum Start keinen Auslösungszähler ein, so wusste der Kanton lange nicht, ob und wie gut die Anlage funktioniert. Als das nachgeholt war, stellte sich prompt heraus, dass sie kaum Warnungen ausgelöst hat. Schuld waren neuartige Sensoren, der Umgang mit diesen musste erst gelernt und die Anlage passend nachjustiert werden.

Die aktuellsten Zahlen zu der Frage, wie viele Warnungen die Anlage inzwischen jeden Tag an den Strassenrand schickt, lassen sich wohl erst 2019 in Erfahrung bringen. «Die Daten werden lokal gespeichert und einmal im Jahr ausgelesen», erklärt Erwin Osterwalder von der Sektion Jagd und Fischerei. Doch: «Nach einigen Justierungen funktioniert sie nun gut», sagt er.

Auch für den örtlichen Jagdaufseher gibt es unter dem Strich nur einen Wermutstropfen: Die Anlage ist zweigeteilt. Dazwischen liegt eine unüberwachte Lücke, auf der die Autofahrer weiterhin auf sich gestellt sind. Und: «Dort kommt es leider weiterhin zu Unfällen mit Rehen, Füchsen und Dachsen», schliesst René Urech.

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