Stadtrat beschliesst Massnahmenplan gegen den Asiatischen Knöterich

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Frisst sich durch Strassen und Betonwände: der Asiatische Knöterich. Die Stadt Zofingen geht nun systematisch gegen die invasive Pflanze vor. zvg

In der ganzen Schweiz breiten sich einige gebietsfremde Pflanzen- und Tierarten aus, die die einheimische Natur aus dem Gleichgewicht bringen. Diese machen auch vor Zofingen nicht Halt. Der Stadtrat knöpft sich nun eine dieser Pflanzen vor. In den nächsten fünf Jahren werden die zuständigen Behörden Jagd auf den Asiatischen Knöterich machen. Problematisch an diesem Gewächs aus Fernost ist die Wachstumsrate. Mehrere Zentimeter kann ein Asiatischer Knöterich täglich an Höhe zulegen. Die Pflanze frisst sich so unaufhaltsam durch Mauern und Strassen und hinterlässt grosse Schäden.

Deswegen legt die Stadt nun Hand an. Sie nimmt sich gleich zu Beginn die hartnäckigste der unerwünschten Pflanzen vor. «Der Asiatische Knöterich ist sehr schwierig zu bekämpfen», sagt Heidi Schlosser, Fachperson Natur und Landschaft der Stadt Zofingen. Verschiedene Beseitigungsmethoden wollen die Pflanzenjäger anwenden. «Es kann sich von Fall zu Fall unterscheiden, welche Bekämpfungsart am effizientesten funktioniert», sagt Schlosser. «Da dies das erste Mal ist, dass die Stadt Zofingen systematisch gegen eine Pflanze vorgeht, müssen wir erst Erfahrungen sammeln. Danach können wir beurteilen, wie wir sie im Detail am besten bekämpfen.» Der Einsatz von Chemie wird unumgänglich sein. «Der Asiatische Knöterich ist derart hartnäckig, ohne Gift lässt er sich kaum unter Kontrolle bringen», so Schlosser.

Stellensuchende eingesetzt

Ziel der Stadt ist es, eine standardisierte Neophytenbekämpfung auf die Beine zu stellen. Neophyten sind gebietsfremde Pflanzen, die durch den Menschen eingeführt worden sind. Zu bekämpfen sind nur die invasiven Neophyten. Dies sind jene, die die einheimischen Arten verdrängen.

«Wenn die Massnahmen gegen den Asiatischen Knöterich gut funktionieren, kann es durchaus sein, dass wir in wenigen Jahren gegen weitere invasive Neophyten vorgehen», sagt Schlosser. So sollen nach und nach die Ressourcen für die standardisierte Bekämpfung aufgebaut werden.

An der Beseitigung des Asiatischen Knöterichs werden sich in Zofingen Stellensuchende aus dem Pool der Fachstelle Chance Z! beteiligen. Zwei oder drei Personen erhalten in den kommenden Monaten eine kurze Ausbildung, bevor sie in den Einsatz kommen. Schlosser: «Uns ist es wichtig, dass die Stellensuchenden neben der praktischen Arbeit auch ein wenig Theorie mitbekommen. Sie lernen so zum Beispiel die Pflanzenarten kennen.»

Aus Fernost eingeführt

Der Asiatische Knöterich ist ursprünglich in China, Japan und Korea heimisch. Um das Jahr 1825 führte der bayrische Arzt Philipp Franz von Siebold die Pflanze in Europa ein. Verwendung fand sie sowohl als Zier- wie auch als Tierfutterpflanze. In der Schweiz ist der Asiatische Knöterich bis auf das Oberengadin in allen Regionen anzutreffen.

In den vergangenen Jahrzehnten war die Pflanze zunehmend auch in den Gärten Mitteleuropas anzutreffen. Wegen ihres schnellen Wachstums eignet sich der Knöterich gut als Sichtschutz, ist aber im Freiland auch wild wuchernd anzutreffen. In der Schweiz steht die Pflanze auf der Schwarzen Liste der zu eliminierenden invasiven gebietsfremden Pflanzen.

Invasive Neophyten

Schwarze Liste

In der Schweiz besteht eine Liste mit invasiven Pflanzenarten, die es zu eliminieren gilt. Die gebietsfremden Gewächse konkurrenzieren die einheimische Flora und Fauna und bringen so ganze Ökosysteme ausser Gleichgewicht. Mit diesen Pflanzen ist jeglicher «Umgang» gesetzlich verboten. Sie dürfen weder gepflanzt, noch gepflegt oder vermehrt werden. Auch das Verbreiten in Blumensträussen ist untersagt. Auf der Schwarzen Liste befinden sich unter anderem der Götterbaum, die Sommerflieder oder der Asiatische Knöterich. Der Kanton appelliert an die Bevölkerung, die Problempflanzen wenn immer möglich zu entfernen und die Wurzeln und Samenstände im Kehricht zu entsorgen. (blt)

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