«Hornkuh-Initiative»: Viele Emotionen – bringt aber den Kühen nichts

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Gemäss Schweizer Bauernverband sind 90 Prozent der Milchkühe enthornt – aus Gründen der Sicherheit und Ökonomie. Die «Hornkuh-Initiative» will Tierhaltende mit Geld unterstützen, wenn sie ihren Tieren die Hörner lassen. Das Argument der Initianten, dass man den Tieren die Würde zurückgeben wolle, da sie im Vergleich zu Haustieren nicht als «Freunde», sondern als Produktionsmittel betrachtet werden, trifft natürlich den Nerv vieler. Ebenso die Argumentation der Schmerzhaftigkeit der Enthornung lässt Zweifel an der Richtigkeit der Enthornungspraxis aufkommen. Diese Argumente mögen nachvollziehbar und lobenswert sein. Aber, ist die «Hornkuh-Initiative» die richtige Massnahme?

Die «Hornkuh-Initiative» ist vor allem eine finanzpolitische Vorlage. Bereits heute schon wird ein Beitrag pro Kuh und Jahr für besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme gezahlt. Diese Zahlungen basieren bereits auf Art. 104 Abs. 3 der Bundesverfassung und auf das schweizerische Tierschutzgesetz. Eine zusätzliche Anpassung auf Verfassungsebene braucht es daher nicht. Bei einem Zustandekommen der Initiative fliessen ausserdem keine zusätzlichen Mittel in die Landwirtschaft, es findet lediglich eine Mittelverschiebung des bestehenden Landwirtschaftsbudgets statt.

Und die Schmerzhaftigkeit der Enthornung? An der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern widmet man sich in einer wissenschaftlichen Studie genau dieser Frage. Die daraus resultierenden Erkenntnisse sollten unbedingt einfliessen in die Diskussion der Enthornungspraxis.

Direktzahlungen sind daher der falsche Ansatz! Würde man der Initiative folgen, ist zu befürchten, dass wieder mehr Tiere im Anbindestall gehalten werden. Die Bewegungsfreiheit im Laufstall ist aber ein wichtiger Faktor für das Tierwohl.

Zudem ist es ein persönlicher und unternehmerischer Entscheid eines jeden Landwirts/einer Landwirtin, ob die Kühe und Ziegen im Betrieb behornt sind oder nicht. Der Kuh bringen die Direktzahlungen gar nichts. Wollen wir den Kühen und Ziegen ihre Würde auf eine ehrliche Weise und in Demut vor ihrem Leben zurückgeben, sollten wir uns dafür einsetzen, dass sie ausreichend Auslauf haben, sich und andere nicht verletzen und bei Enthornungen, sofern sich solche aufdrängen, keine Schmerzen leiden müssen.

Ich sage daher Nein zur «Hornkuh-Initiative».

Michaela Tschuor, CVP-Gemeinderätin, Wikon

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