Akkordeon Brittnau: Fiktive Begegnung mit regionalen Künstlern

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Bereits im vierten Jahr dirigierte Julien Tudisco das Hauptorchester von Akkordeon Brittnau. (Bild: alfred weigel)
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Putzfrau Giovanna Fazzoletti (Edith Russi) sorgte für besondere Komik in «Mona und Lisa».

kkordeon Brittnau hat allen Grund zum Feiern, blickt der Verein doch auf 80 Jahre Vereinsgeschichte zurück. Zu diesem Anlass wurde ein besonderes Theaterakkordeonkonzert auf die Beine gestellt. Autoren, Komponisten und Musiker haben mit kreativen Ideen und aufwendiger Umsetzung des Stückes «Mona und Lisa» nicht gespart. Wem die Titel der Musikstücke zu fremdartig klangen, musste sich nicht wundern: Sie wurden nach Namen von Brittnauer Ortsteilen benannt, jedoch als Anagramm, das heisst, die Buchstaben wurden in einer anderen Folge aneinandergereiht. Hinter beispielsweise «Tartubin» verbarg sich nichts anderes als der Ortsname Brittnau. Wer alle Titel auflösen wollte, hätte am besten eine Brittnauerin oder einen Brittnauer gefragt.

Und plötzlich lebt das Bild

Die beiden Kantischülerinnen Mona und Lisa, gespielt von Pascale Kohler und Valérie Blunier vom Waldtheater Brittnau, besuchen die Vernissage einer fiktiven Galerie in Zofingen. Eine Semesterarbeit über lokale Künstler und deren Werken ist der Grund. Fahrt nimmt die Handlung auf, als unerwartet Samuel Gränicher alias Alex Wenger plötzlich aus seinem Bild steigt. Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen, denn Samuel lebte von 1758 bis 1813. Die jungen Damen sind fasziniert von der historischen Figur, obwohl beim Vokabular Verständnisschwierigkeiten bestehen. Begleitet von Akkordeonmusik entwickelt sich die Geschichte zu einem dramatischen Schlussakkord: «Träume kommen und gehen, sie sollten Wirklichkeit werden und nicht Träume bleiben». Mit diesen philosophischen Worten verabschiedete sich der Maler und kehrte zurück in seine Vergangenheit.

Galerist Albert Rahmensperger, verkörpert durch Christoph Egli, hatte dazwischen seine liebe Mühe mit Kunstkritiker Gabriel Büttiger alias Christian Eich, der den Wagen von Putzfrau Giovanna Fazzoletti, gespielt von Edith Russi, als geniales Kunstwerk einstufte. «Kunst sei Putzen, aber nicht mein Wagen», sinnierte die Parkettkosmetikerin mit italienischem Akzent vor sich hin, und drückte damit auf die Lachmuskeln der Besucher im Stadtsaal. Zurechtweisen musste der Galerist die vom Prosecco beschwipste Mona, die mit ihrem Handy Fotos machte. Dabei wies er schon in seinem Prolog hin, dass das Benutzen von Mobilfunktelefonen in der Kunstausstellung verboten ist, genauso wie das Mitbringen von Regenschirmen, Farbspraydosen und pyrotechnischen Gegenständen.

Mal laut, mal leise

Neben dem Genuss anspruchsvoller Akkordeonmusik erhielten die Besucher des Stückes «Mona und Lisa» eine Lehrstunde in Sachen Zofinger Kunstgeschichte. Ausgesuchte Werke von Künstlerinnen und Künstler seit 1660 wurden auf beiden Seiten der Bühne an die Leinwand geworfen und bildeten den roten Faden. Mit Cédric Meyer war ein zeitgenössischer Künstler mit einem Bild aus der Altstadt Zofingens vertreten, was die kunstbegeisterte «Lisa» zu «Zofingen, so schön» veranlasste.

Die Akkordeonklänge erzählten ihre eigene Geschichte – spannend durch die Dynamik, manchmal laut, dann wieder leise flüsternd, je nach Handlung auf der Bühne. Markus Flückiger als Meister der Schweizer Akkordeonmusik liess sich mit den Kompositionen zum 80-jährigen Bestehen von Akkordeon Brittnau Besonderes einfallen. Zu diesem Schluss kamen wohl die meisten Konzerttheaterbesucher von «Mona und Lisa».

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Galerist Albert Rahmensperger (Christian Eich) bemühte sich unermüdlich um Kritiker Gabriel Büttiger (Christoph Egli).
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Das Trio Linda Steinmann, Fabian Studer (Schlagzeug) und Stefan Glur glänzte mit einer Soloeinlage.
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