Antifa ruft Schützi-Betreiber auf, Konzert der Band Horna wegen Nazi-Hintergrund abzusagen

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Kulturzentrum Schützi Olten mit Aussenplatz (Bild: Bruno Kissling)

Ein Konzert heute Abend in der Oltner Schützi schreckt die linke Antifa-Szene in der Region auf: Die finnische Gruppe Horna soll zur Szene der Nationalsozialistischen Black Metal (NSBM) gehören und spielt heute Abend mit anderen Bands wie Blaze of Perdition oder Altarage ab 18 Uhr im Kulturzentrum auf. Veranstaltet wird der Anlass nicht von der Schützi selbst, sondern von eine Gruppe namens Aphotic Visions. Tickets gibts auf der Oltner Ticketplattform Eventfrog zu kaufen. 

Eine anonyme Gruppe von Antifa-Sympathisanten machen nun auf der Homepage barrikade.infoStimmung. Diese Homepage ist laut Eigenbeschrieb als Infoplattform für die antiautoritäre und revolutionäre Szene gedacht.

Im Artikel auf barrikade.info heisst es, dass der Kopf der Band bis vor wenigen Jahren über sein eigenes Plattenlabel Tonträger neonazistischer Bands promotet und auch bei solchen Bands als Aushilfe gespielt haben soll. Zudem hat er sich in einem Interview im Jahr 2001 noch offen zur Nazi-Gesinnung bekannt. Auch der langjährige Sänger soll eine Affinität zur rechten Szene haben. Ferner sollen die Finnen neben den Metal-Festivals auch in privatem Rahmen gemeinsam mit Neonazi-Bands auftreten, wie die "Wiener Zeitung" Anfang November berichtete.  

Aus diesen Gründen fordert die lokale Antifa-Gruppierung, dass die Schützi auf das Konzert der finnischen Band verzichtet: "Wir fordern die Schützi in Olten dazu auf das Konzert abzusagen oder zumindest die Band Horna aus dem Line-up zu streichen, sowie sich klar gegen jegliches rassistisches, faschistischen, national-sozialistisches Gedankengut zu stellen."  Auch Stadtschreiber Markus Dietler, der im Schützi-Trägerverein sitzt, wird von den Antifa-Leuten aufgefordert, für eine Absage des Konzerts zu sorgen: "Sollte das Konzert der Band trotz diesem und anderer Hinweise stattfinden, liesse dies keine andere Interpretation zu, als dass der Verein Schützi und damit auch Sie als Person, kein Problem mit Nazipropaganda haben." 

Auch auf der Schützi-Homepage gibt es einige Kommentare von Nutzern, die sich gegen die Durchführung des Konzerts aussprechen.

Schützi-Geschäftsführer Oli Krieg hat auf derselben Homepage sein Statement hochgeladen. Darin begründet er, wieso es sich heute Abend nicht um einen Nazi-Anlass handelt und die Sache daher nicht abgesagt wird. Er schreibt: "Wir haben Garantien der Veranstalter, dass bezüglich der verbalen oder symbolischen Verbreitung von Nazi-Gedankengut durch die Band Horna oder durch (nicht erwartete) Nazi-Gäste Null-Toleranz besteht." Er kenne die Veranstalter und wisse, "dass sie garantiert keine Nazis sind, sondern einfach friedliche Metal-Fans".

Auf Anfrage dieser Zeitung sagt Krieg, dass die Band Horna auf keiner der bekannten Listen für Nazi- respektive NSBM-Bands stehe. "Die Aufregung ist ein Sturm im Wasserglas", sagt er. Das Konzert finde heute Abend statt und sei absolut unproblematisch. "Wir sind der Überzeugung, dass es mehr bringt den Veranstaltern über die "Grauzonen"-Problematik zu diskutieren und klare Auflagen zu machen, als ein solches Konzert einfach zu verbieten", schreibt Krieg auf der Website weiter. Er distanziert sich aber auch klar von "rassistischen, sexistischen und homophoben Aktivitäten". 

Problematisch ist aus Sicht der Antifa-Gruppierung zudem, dass das Horna-Konzert auf den Jahrestag der Reichspogromnacht fällt, als vom Nazi-Regime in Deutschland 1938 die ersten Gewaltmassnahmen gegen die Juden organisiert wurden. Laut Schützi-Geschäftsführer Oli Krieg sei das Datum Zufall und die Veranstalter hätten in seinen Augen davon nichts gewusst. 

Auch die Kantonspolizei Solothurn steht mit den Veranstaltern in Kontakt und hat laut Mediensprecherin Thalia Mosimann Kenntnis vom heutigen Anlass. "Wir haben dazu entsprechende Massnahmen eingeleitet", sagt sie. Zum Einsatzdispositiv wollte sie aber keine Angaben machen. Als Einschätzung der Band Horna sagt Mosimann: "Die Band hatte bereits in anderen Kantonen Konzerte gegeben." Dort sei es zu keinen Vorkommnissen gekommen.

Die Veranstalter des heutigen Konzerts in der Schützi waren für diese Zeitung für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.
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