Neues Turnzentrum im Mittelpunkt der DV des Aargauer Turnverbandes

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Die Delegierten des Aargauer Turnverbandes tagten in Brittnau. (Bild: zvg)

Auf einmal ist es mucksmäuschenstill in der Sporthalle in Brittnau, als Jörg Sennrich das Traktandum 9 ankündigt. Der Präsident des Aargauer Turnverbandes (ATV) orientiert die 275 Delegierten und Gäste über das neue Aargauer Turnzentrum, das als Neubau nördlich des Bahnhofs Lenzburg entstehen wird. Es ist für den ATV ein Jahrhundertprojekt. Zehn Millionen Franken soll es kosten. Für einen kantonalen Sportverband mit einem jährlichen Umsatz von drei Millionen und einem Verbandsvermögen von 825 000 Franken wahrlich kein Klecks. Wie eng das finanzielle Korsett der Turner ist, zeigt auch die Tatsache, dass man sich auf Ende September von Geschäftsführer Marcel Müller trennen musste. Er hatte seine Arbeit Anfang Jahr begonnen. Sein Hauptmandat war es, den Standortentscheid für das Turnzentrum zum Abschluss zu bringen. «Ohne ihn wären wir heute nicht da, wo wir sind», zollt Jörg Sennrich der Arbeit Müllers Respekt. «Aber uns fehlen schlicht die Mittel, um das Arbeitsverhältnis darüber hinaus zu verlängern.»

Und nun also das neue Turnzentrum. «Jetzt sind die Weichen gestellt. Doch die eigentliche Arbeit beginnt mit dem Planungs- und Finanzierungsprozess erst», sagt Sennrich, «wir brauchen jetzt Fingerspitzengefühl, Durchhaltewillen und Verhandlungsgeschick.» Von den geschätzten Baukosten von zehn Millionen Franken wird der Kanton aller Voraussicht nach 25 Prozent aus dem Swisslos-Sportfonds beitragen. Er setze sich mit aller Kraft dafür ein, verspricht Sportminister, Turner und Gastredner Alex Hürzeler.

Änderung der Statuten

Maximal zwei Millionen Franken müssen die Aargauer Turner selber stemmen. Auf welche Weise dies geschehen soll, kann Sennrich noch nicht sagen. Rund sechs Millionen Franken beträgt der Bedarf an Fremdkapital. Dafür braucht es Sponsoren und vor allem eine Bank als Partner. Zwei Banken haben die Bereitschaft signalisiert, einen Kredit mit Sonderkonditionen zu gewähren – allenfalls gemeinsam. Welche, darf Sennrich nicht sagen. Naheliegend wäre das Interesse der ortsansässigen Hypothekarbank Lenzburg.

Bis in einem Jahr soll Baueingabe sein, sodass der Spatenstich im Januar 2020 erfolgen kann. Im Herbst 2021 wollen die Aargauer Spitzenturner das modernste und grösste regionale Leistungssportzentrum der Schweiz beziehen und damit die Basis legen, dass der Aargau weiterhin Grosserfolge bei Welt- und Europameisterschaften bejubeln kann. Und hinter diesem Ziel stehen auch die Delegierten. Sie stellen nach der Präsentation keine einzige Frage.

Statuten wurden geändert

Um dem Aargauer Turnverband alle Möglichkeiten zu geben, die ideale Rechtsform für die Betriebsgesellschaft des Turnzentrums zu wählen, bedarf es einer Änderung der Statuten. Der Zweck des ATV wird um den Satz: «Der ATV kann investieren, Gesellschaften gründen und Erträge generieren, welche reinvestiert werden müssen» ergänzt. Auch bei diesem Punkt unterstreichen die Delegierten das Vertrauen in die Führung und winken ihn ohne Gegenstimme durch. Während das bisherige Turnzentrum in Niederlenz, dessen Mietvertrag Ende 2021 ausläuft, von einer Genossenschaft geführt wird, steht für das neue Projekt eine AG oder eine Stiftung im Vordergrund.

Der Vorstand des ATV nutzt die Aufbruchstimmung auch, ein neues Logo zu kreieren. Farbenfroh, dynamisch und modern kommt der neue Auftritt daher. Turnzentrum und Logo bleiben aber nicht die einzigen Höhepunkte der Aargauer Turnfamilie für die kommenden Monate. Ab dem 13. Juni 2019 ist Aarau für zehn Tage Schauplatz des Eidgenössischen Turnfests (ETF).

DREI NEUE EHRENMITGLIEDER
Der TV Brittnau lud als Organisator zur 17. ATV-Delegiertenversammlung. Die Musikgesellschaft Brittnau und der Fahneneinmarsch läuteten die DV ein. Zu den Gästen zählten Grossratspräsdient Bernhard Scholl, Landammann Alex Hürzeler, Brittnaus Frau Gemeindeammann Hanna Kunz und Felix Mangold vom Schweizerischen Turnverband. Letzterer übergab Andreas Wernli, Bereichsleiter Breitensport des ATV, die Verdienstnadel des STV für die langjährige Arbeit für den Turnsport. Bernhard Heusler, ehemaliger Präsident des FC Basel und heute Präsident der Stiftung Schweizer Sporthilfe, präsentierte seine Sicht der Führung. Zum Ehrenmitglied ernannt wurden Barbara Ries (Präsidentin Ressort Kinderturnen 2008 bis 2018), Marianne Suter (Ehrungskommission 2007 bis 2018) und Guido Humbel (Präsident Ressort Geräteturnen 2013 bis 2018). (atv)

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