«Eine gewaltige Herausforderung»: Spanischer Wirt verwandelt Badener Traditionsbeiz Hörnli

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Der 42-jährige Madrider Jose Luis Fraile führt neu das Restaurant Don Jose am Blumengässchen 1 in Baden. (Bild: Alex Spichale)

Wer kann sich nicht an die dunklen holzverkleideten Wände, die Stierkampfplakate und die wild zusammengewürfelten Dekorobjekte, Fotos und Souvenirs erinnern, die dem Restaurant Hörnli im Bäderquartier seinen urigen, kneipenhaften Touch gaben? Jetzt sieht alles ganz anders aus: Die riesige Garderobe in der Mitte des Raums ist weg, das gesamte Interieur wirkt grösser und luftiger. Die Wände sind hell und mit Gipsplatten in Natursteinoptik versehen. Dazu kommen schlichte dunkle Holztische und -stühle. An der Wand hängt das Bild einer Flamenco-Tänzerin.

Der neue Wirt Jose Luis Fraile hat viel investiert, um das ehemalige «Hörnli» in das neue Restaurant Don Jose zu verwandeln. Vor allem in der Küche habe es grossen Erneuerungsbedarf gegeben. Das Haus am Blumengässchen 1, in dem wie bisher spanische Spezialitäten angeboten werden, steht zurzeit noch im Besitz von Vorgänger Antonio Vasquez.

Spezialität des Hauses: Paella
«Wir haben vorerst einen Pachtvertrag für zehn Jahre abgeschlossen», erzählt Jose Luis Fraile. Für den 42-jährigen Madrider, der mit Frau Marianna und den beiden 7- und 11-jährigen Kindern seit 18 Jahren in Nussbaumen lebt, ist das ein Meilenstein. Denn in seinem bisherigen Leben war viel Bewegung drin: Serviceangestellter auf Kreuzfahrtschiffen und in Gastgewerbebetrieben in Puerto Rico, Kalifornien und Miami, Barmann in Madrid, um nur einige Stationen zu nennen. Im Jahr 2000 siedelte er in die Touristenhochburg Benidorm um und führte eine Diskothek. Dort lernte er Marianna kennen, die Ferien machte. Es war Liebe auf den ersten Blick, und Fraile zog mit ihr in die Schweiz. Auch hierzulande stieg er wieder ins Gastgewerbe ein. Je fünf Jahre arbeitete er im Service der Trattoria il Gabbiano in Gebenstorf, der Bodega Española im Zürcher Niederdorf und der Trattoria Casino in Brugg. «Der Traum vom eigenen Restaurant war immer da», erzählt Fraile, «ausserdem habe ich stets leidenschaftlich gerne gekocht und private Caterings gemacht.» Sein Paella-Stand an der letzten Badenfahrt sei ein riesiger Erfolg gewesen. Und Paella (mit Fisch, Poulet oder Gemüse) soll künftig auch die Spezialität des Hauses werden und Gäste von nah und fern anlocken.

Tapas-Kultur noch mehr fördern
Das Tapas-Angebot auf der Speisekarte im Restaurant Don Jose ist riesig. Frittierte Fische, Kroketten, Tortillas, die à la Minute zubereitet werden, Sardellen, Oliven und und ... «Alle Ingredienzien dafür kommen von Lieferanten aus Spanien», betont Fraile. Er möchte die spanische Tapas-Kultur, sprich das unkomplizierte Beisammensein bei ein paar Häppchen und einem guten Glas Wein, noch mehr in die Schweiz einbringen. Auf dem à-la-carte-Menü stehen neben gemischtem Fischteller, Tintenfisch und Riesencrevetten auch Bierschweinkottelets, Lammracks und Rindsfilet. Die Crema Catalana mit einer dezenten Orangennote ist köstlich. Weine werden aus allen bekannten spanischen Provenienzen serviert. Jeden Tag gibt es ein wechselndes Mittagsmenü. Als Beispiel Goldbrasse mit Safranreis, Schweinsragout mit Paprikasauce und Pommes frites sowie Gemüse-Paella. Beim Probeessen zu dritt erwiesen sich alle Gerichte als lecker und mit Liebe zubereitet.

Seit der Eröffnung am 27. Oktober war das Restaurant gut besetzt, aber nie ganz voll. «Ich bin ehrlich gesagt froh darüber», sagt Fraile und gibt offen zu, «das Zweier-Team in der Küche ist neu. Wir sind noch nicht aufeinander eingespielt. Das bereitet mir im Moment das meiste Kopfzerbrechen.»

Qualität wird gross geschrieben
Der neue Wirt bezeichnet sich als Perfektionist. «Das ist auch nötig, weil die Klientel in der Schweiz hohe Ansprüche hat», weiss er aus seinen Tätigkeiten rund um den Globus. Seine Zukunft sieht er vorsichtig optimistisch. «Dieses Restaurant unter neuem Namen erfolgreich weiterzuführen, ist eine gewaltige, aber auch spannende Herausforderung», sagt Jose Luis Fraile. Er setzt auf Qualität, überdurchschnittlichen Arbeitseinsatz und künftig vor allem auf ein routiniertes, gut funktionierendes Team. Die kommenden Zeiten werden es weisen.

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