Oltner Befreiungsschlag trotz Minikulisse

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Endlich das erste Tor: Oltens Stan Horansky (l.) im Zweikampf mit Winterthur-Topskorer Anthony Nigro. (Bild: Fresfocus)

Man muss weit in der Statistik zurückblättern, um bei einem offiziellen Meisterschaftsspiel des EHC Olten eine Zuschauerzahl unter 2000 zu finden. In der Saison 2011/2012 war das letztmals der Fall. Am 17. Januar 2012 sahen 1948 Leute eine spektakuläre 6:7-Heimniederlage gegen den HC Thurgau. Gestern fanden noch zwölf Nasen weniger den Weg ins Kleinholz. Doch die 1936 Zuschauer kamen immerhin in den Genuss eines Heimsiegs. 6:2 gewannen die Oltner gegen den EHC Winterthur und beendeten damit ihren Negativlauf von vier Niederlagen in Serie.

Nach dem ersten Drittel musste man indes noch das Schlimmste befürchten. 0:1 lag die Mannschaft von Headcoach Chris Bartolone im Hintertreffen. Von all den guten Vorsätzen, die man während der Meisterschaftspause gefasst hatte, war herzlich wenig zu sehen. Aber es spricht für den EHC Olten, dass im zweiten Drittel die erhoffte Reaktion kam. Cason Hohmann (23.) brach den Bann. Und noch vor Spielhälfte sorgten Jewgeni Schirjajew (28.) und Bryce Gervais (29.) für eine beruhigende 3:1-Führung für die Powermäuse, die das Geschehen in der Folge mehr oder weniger problemlos im Griff hatten.

Horanskys erster Saisontreffer

Am Ende durfte sich die Minuskulisse über sechs Oltner Tore freuen, wobei das sechste und letzte ein ganz spezielles war. Es war nämlich der erste Saisontreffer für Stan Horansky. Der so talentierte Slowake mit der Schweizer Lizenz war im zwölften Anlauf zum ersten Mal erfolgreich. Für einen Spieler seiner Klasse eigentlich eine fürchterliche Bilanz. Aber eben auch eine, die nicht ganz überraschend so ist. Horansky erlitt während des Sommertrainings eine Muskelverletzung im Oberkörper, die seine ganze Vorbereitung auf den Kopf stellten. «Ich durfte kein Krafttraining mehr machen. Nicht mal mehr für die Beine, weil auch das meine Verletzung verschlimmert hätte.» Es blieb ihm nur das Velofahren. «Und damit kommt man auf dem Eis bekanntlich nicht so weit», erzählt er lächelnd.

Durch die gestörte Vorbereitung bedingt gelang es Stan Horansky nie auch nur annähernd, auf sein gewohntes Rendement zu kommen. Und so war einer der potenziell besten Spieler des EHC Olten wochenlang nicht viel mehr als ein Mitläufer. Was sich wiederum auf das Selbstvertrauen des sensiblen Stürmers auswirkte. «80 Prozent im Eishockey spielt sich auf der mentalen Ebene ab. Wenn es da nicht stimmt, dann ist es schwierig, die Leistung zu bringen», sagt er.

Nachdem er sich zwischenzeitlich noch einmal leicht verletzt hatte, fühlt sich Stan Horansky jetzt aber endlich bereit, regelmässig eine tragende Rolle im Oltner Ensemble zu spielen. Gegen Winterthur zeigte er in der nominell ersten Sturmlinie an der Seite von Jewgeni Schirjajew und Cason Hohmann jedenfalls, dass mit ihm wieder zu rechnen ist – nicht nur wegen seines Tors. «Ich hoffe, dass ich weiterhin oft zum Einsatz komme und der Trainer mir Vertrauen schenkt.»

Am Freitag steht für die Oltner nach diesem ersten, kleinen Befreiungsschlag schon das nächste Heimspiel auf dem Programm. Die GCK Lions kommen. Punkto Zuschaueraufmarsch kein sonderlich attraktiver Gegner. Dem EHC Olten droht also erneut eine Minuskulisse. Das darf den Klub-Verantwortlichen durchaus zu denken geben. Höhere Eintrittspreise, ungenügendes Catering, dazu noch eine sportliche Minikrise. Wahrlich kein Mix, der sonderlich vielversprechend ist.

 

Mit einem blauen Auge 

Victor Backmann erzielte in der 58. Minute in Überzahl das 3:3 für die GCK Lions. Zuvor hatte der SC Langenthal durchaus Chancen, Tore zu schiessen – nutzte diese aber nicht. Zwei Mal agierten die Oberaargauer in doppelter Überzahl, mehrmals schossen sie aus bester Position und scheiterten an sich selbst oder am oft reaktionsstarken Daniel Guntern im GCK-Tor. Auffällig war abermals, dass die beiden SCL-Ausländer selbst aus besten Möglichkeiten keinen Treffer zustande brachten. Immerhin amtete Brent Kelly beim dritten SCL-Tor unterstützend, als er die Scheibe mit Dario Kummer eroberte und sich den zweiten Assist gutschreiben liess. Bei der wohl besten vergebenen SCL-Chance spielte er den Querpass auf Vincenzo Küng, ehe dieser danebenschoss.

Eigentlich startete der SCL besser als die Lions, aber die Gastgeber realisierten mit etwas Glück und zwei schnellen Angriffen zwei Tore. Danach folgte im zweiten Abschnitt die Wende, als die Linie rund um Simon Sterchi innerhalb von 30 Sekunden gleich zwei Mal traf. Der Stürmer leitete dabei den Treffer von Toms Andersons zum 1:2 ein und erzielte nach einem Solo das 2:2. Mike Henauer war es, der nach einem Kummer-Querpass für das 3:2 nach 30 Minuten sorgte, ehe kurz vor Schluss der Ausgleich folgte. Die Verlängerung hätte beinahe torlos geendet, als Kim Karlsson sechs Sekunden vor dem Penaltyschiessen Toms Andersons bediente, der mit seinem Direktschuss zum 4:3 und dem zweiten persönlichen Treffer die Partie doch noch für den SCL entschied. (ryl) 

 

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