«Es ist höchste Eisenbahn»

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Der beschneite Zielhang der Skiweltcup-Piste am Chuenisbärgli am Donnerstag, 29. Dezember 2016 durch Adelboden. KEYSTONE/Peter Klaunzer

Montagabend, 12. November. Es ist für diese Jahreszeit mild. Im Pfarreiheim Pfaffnau versammeln sich gerade einmal etwa 15 Personen, die sich für den Klimawandel interessieren. Dabei sollte dieses Thema nach dem langen und viel zu trockenen Sommer alle etwas angehen. Referentin Esther Hegglin, Geschäftsführerin der WWF-Sektion Zug, liess sich aber nicht aus der Ruhe bringen. Sie sei nach Pfaffnau gereist, weil sie der Veranstalterin, der IG Unabhängige Pfaffnau-St. Urban (IG UPS), schon lange zugesagt habe. Ansonsten wäre sie nun in Peru. Schliesslich habe sie über dieses Land ihre Diplomarbeit geschrieben. Nicht zuletzt, weil sich Peru gut geeignet habe, um die komplexen Zusammenhänge des Klimawandels aufzuzeigen.

Um nach Peru zu fliegen, hätte sie 4,4 Tonnen Kohlendioxid benötigt. Zum Vergleich: Der gesamte Jahreskonsum eines durchschnittlichen Schweizers, inklusive Mobilität, Ernährung und Heizen, verursacht 13 Tonnen.

Zerstört Lebensgrundlage
Dann nahm die Geologin die Zuhörenden mit auf eine globale Rundreise, um die Folgen der Klimaerwärmung auch in anderen Kontinenten zu veranschaulichen. In Australien beispielsweise erwärme sich nicht nur die Erde, sondern auch das salzhaltige Meerwasser. Weil dieses Wasser CO2 bindet, wird es sauer, und dabei sterben die Korallen ab. Laut Hegglin sind die Korallen die Lebensgrundlage der Fische. Wie komplex sich der Klimawandel gestalten kann, zeigt sich laut Hegglin auch am Beispiel des Südsee-Inselstaates Tuvalu. Wegen der heftiger werdenden Stürme, bedingt durch den Klimawandel, steige der Meeresspiegel. Viele Inselbewohner seien bereits geflüchtet, weil Klimaexperten schon vor Jahren prognostizierten, dass die knapp über dem Meeresspiegel liegende Insel dereinst im Pazifik verschwinden werde.

Auch in der Schweiz zeichnet sich der Klimawandel seit längerem ab, insbesondere in den letzten 15 Jahren: mit den heissen Sommern 2003, 2015 und in diesem Jahr. Künftig werde sich diese Tendenz fortsetzen: heissere Sommer, schneeärmere Winter und heftigere Niederschläge.

Das sind düstere Aussichten. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: «Wir können etwas dagegen tun», betonte Hegglin. Schliesslich könne der Mensch den wichtigsten Klimafaktor – die Treibhausgase – beeinflussen. Seit der Industrialisierung steigen die Durchschnittstemperaturen. Verantwortlich dafür seien vor allem Treibhausgase wie Kohlendioxid und Methan, die jährlich in die Atmosphäre gelangen.

Interessenkonflikte und Kosten
Und obwohl die Effekte des Klimawandels längst sichtbar seien, würden sie nicht gleichermassen ernst genommen. Das hänge oft auch mit wirtschaftlichen Interessen zusammen, meinte Hegglin. Denn um den menschengemachten Klimawandel zu stoppen, müsste man auch den industriellen Ausstoss von Treibhausgasen reduzieren. Und das wiederum ist mit hohen Kosten verbunden. Es werde zwar schon jetzt eine Menge getan wie das Pariser Klimaabkommen, das den CO2-Ausstoss reduzieren will. «Wir müssen aber noch ambitioniertere Klimaziele haben und bis 2040 fossilfrei sein. Es ist nun höchste Eisenbahn, den Steuerknüppel noch herumzureissen.» Schliesslich gebe es genügend alternative Lösungen beziehungsweise erneuerbare Energien. Und im Bereich des Individualverkehrs müssten die Elektromobile vermehrt Einzug halten. Anschliessend beantwortete Esther Hegglin viele Fragen aus dem Publikum und gab den Leuten ihre besten Klimatipps mit auf den Weg. Ihre Top Drei sind: Ferien in der Schweiz statt in Bangkok; das Arbeitspensum einen Tag reduzieren und entsprechend weniger zu konsumieren; und schliesslich das Umstellen von Ölheizungen auf Wärmepumpen. Weitere Klimatipps unter:

www.wwf.ch/klimatipps

NEUE STUDIEN ZUR KLIMAERWÄRMUNG

Klimaforschende von MeteoSchweiz, ETH Zürich und dem Oeschger-Zentrum der Uni Bern, stellten diese Woche Szenarien des Klimawandels in der Schweiz vor. Wenn die Weltgemeinschaft mit dem Klimaschutz nicht ernst mache und sich die Erde weiter erwärme, erwarten die Schweiz mehr Hitzetage und trockenere Sommer, sagten die Forscher. Die längste Trockenperiode im Sommer bis Mitte des Jahrhunderts soll bis rund eine Woche länger dauern. Extreme Trockenheit, könnte dann im Schnitt jedes zweite Jahr vorkommen. (sda)

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