Bözberg: Neben der Fassade ist auch der Wirt der «Vierlinden»-Liegenschaft neu

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Der Hotel-Schriftzug ist verschwunden. Seit einigen Wochen präsentiert sich das «Vierlinden»-Lokal als Landgasthof (Bild: Claudia Meier)
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Der Eigentümer Jürg Rensch (links) und Wirt Luigi Castro kennen sich seit 24 Jahren (Claudia Meier)

Seit ein paar Wochen sind das Baugerüst und der Hotel-Schriftzug weg und die markante «Vierlinden»-Liegenschaft auf dem Bözberg erstrahlt in neuem Glanz. Erneuert wurden nicht nur das Dach, die Fassade und die Beschriftung, sondern auch im Restaurant mit der prächtigen Aussichtsterrasse kam es zu einem entscheidenden Wechsel. Nach nur eineinhalb Jahren ist die Bözberger Wirtin aus der Pacht ausgestiegen. Eigentümer Jürg Rensch von der Rebag Immobilien AG war gefordert, innert weniger Wochen eine geeignete Nachfolge zu finden. «Ich konnte Irina Flückiger dazu bringen, dass sie das Lokal nicht schon im Sommer, sondern erst Ende September verliess», sagt Jürg Rensch beim Treffen mit der AZ am Tisch in der Gaststube Vierlinden.

Seit 1. Oktober wirtet Luigi Castro auf dem Bözberg. Rensch und Castro, beide 48-jährig, kennen sich, seit sie vor 24 Jahren gemeinsam die Wirtefachschule in Unterentfelden besucht haben. Castro stammt aus einer Gastrofamilie und sprudelt vor Ideen. Der Sohn eines Italieners und einer Glarnerin absolvierte seine Kochausbildung im spanischen Barcelona. Danach wirtete er während mehr als einem Jahrzehnt in verschiedenen Betrieben – unter anderem in Wohlen, Dietikon und Stein am Rhein. In den letzten zehn Jahren war er im Fitness-Bereich – seiner zweiten grossen Leidenschaft – tätig und führte ein Kampfsportstudio in Winterthur. Hier wird sich Castro vorerst weiterhin an einem bis zwei Tagen pro Woche um seine Kunden mit Jahres-Abo kümmern. Denn auch für ihn erfolgte die Übernahme des Restaurants Vierlinden – weitgehend mit dem bisherigen Team bestehend aus acht Personen – ziemlich kurzfristig.

Autotreffen auf dem Parkplatz
Ihm gefalle die Infrastruktur der «Vierlinden», sagt Luigi Castro. Für sein Gastrokonzept sieht er drei Zielgruppen: Erstens geht es darum, mit dem traditionellen Restaurantbetrieb und saisonalen Gerichten sowie Zutaten aus der Region möglichst viele Stammgäste mit grösster Aufmerksamkeit zu bewirten. Die Menükarte wird alle drei Monate angepasst. Punktuell werden neue Gerichte eingeführt, beispielsweise der heisse Stein. Obwohl die «Vierlinden» vorerst noch am Montag und Dienstag ihre Ruhetage hat, empfängt Castro für den monatlichen Mittagsdienst die Senioren als geschlossene Gesellschaft jeweils an einem Dienstag. «Ich mache das wirklich gerne, die Einheimischen sollen sich bei uns willkommen fühlen», sagt der neue Wirt.

 

Vor allem von Frühling bis Herbst bilden die Ausflügler, die der wunderschönen Aussicht wegen vorbeikommen, die zweite Zielgruppe. Ein weiterer Pluspunkt der «Vierlinden» ist der grosse Parkplatz. «Wir wollen vermehrt Automobilklubs ansprechen, die bei uns Treffen organisieren», sagt Castro. Je nach Publikum könnten in einem Zelt passende Speisen und Getränke angeboten werden. Beim Ferrari-Treffen eher Prosecco und für den Harley-Club beispielsweise Bratwurst und Bier. Und wer weiss, vielleicht wird im kleinen Holzhäuschen hinter der Terrasse bald einmal Fondue für kleine Gruppen serviert. Rensch und Castro sind grundsätzlich offen für weitere Ideen.

Mit einem normalen Restaurantbetrieb nicht überlebensfähig
Luigi Castro ist sich bewusst, dass man hier auf dem Land mit einem normalen Restaurantbetrieb nicht überleben kann. Deshalb setzt er viel daran, die Qualität zu verbessern, die Fertigprodukte möglichst zu eliminieren und das meiste frisch zuzubereiten: «Unser zweiter Koch ist gelernter Bäcker-Konditor. Da ist es für mich selbstverständlich, dass wir Kuchen und Desserts selber machen.» Wo möglich, sollen auch Saucen und Bouillon selber hergestellt werden. Über den Besuch von einem «Gault Millau»-Testesser würde sich Castro freuen. Seiner Meinung nach sollten 12 bis 13 Punkte ein realistisches Ziel sein.

Im August wurde die Vierlinden Gastro GmbH gegründet, bei der alle Mitarbeiter angestellt sind und die mit der Rebag Immobilien AG einen Pachtvertrag eingegangen ist. Wenn sich alles positiv entwickelt und die Gäste der «Vierlinden» treu sind, so soll das Lokal ab nächstem Frühling an sieben Tagen pro Woche offenstehen. «Unser Ziel ist, in einem Jahr alle Angestellten auch den Winter durch beschäftigen zu können», sagt Eigentümer Jürg Rensch.

Strassensanierung und Bäume
In Etappen werden ab dem nächsten Jahr die Umnutzung der ehemaligen Hotelzimmer in kleine Wohnungen, die Montage einer Fluchttreppe sowie der Bau einer Dachterrasse realisiert. Momentan sind alle Zimmer an ausländische Arbeitnehmer vermietet. Das soll auch in Zukunft so bleiben.

Aktuell ist der Kanton daran, die Sanierung der Bözbergstrassezu planen. Bergwärts sind neue Radstreifen vorgesehen. Müssen dann die Bäume diesem Projekt weichen? Kreisingenieur Giuliano Sabato vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt sagt: «Im Bereich der ‹Vierlinden› wurde die Linienführung so gewählt, damit die notwendigen Anpassungen innerhalb der Strassenparzelle ausgeführt werden können.» Daher müssen weder Linden weichen noch die Terrassenmauer verschoben werden. Die Realisierung ist, sofern der Landerwerb im 2019 abgeschlossen werden kann, immer noch für die Jahre 2020 und 2021 vorgesehen.

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