Museums-Fusion: das Neue wird kleiner und aktueller

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Aus zwei mach eins: Das Historische Museum (links) und das Natur-Museum (rechts) werden zum neuen «Luzerner Museum für Natur und Gesellschaft». zvg

Das Natur- und Historische Museum des Kantons Luzern, die beide unter einem Spardiktat stehen, sollen sich zusammenschliessen, kleiner werden und ihr Ausstellungskonzept weitgehend erneuern. Das geplante neue Museum soll sich vor allem aktuellen Themen annehmen und diese auch an Aussenstandorten präsentieren.

Rund 3,8 Millionen Franken kosten die beiden Museen am Luzerner Kasernenplatz den Kanton Luzern jährlich. Der Luzerner Regierungsrat hatte im Rahmen seines «Organisationsentwicklung 17» genannten Kostensenkungsprogramms den Museen auferlegt, rund einen Viertel einzusparen. Dies sei ein happiger Sparauftrag gewesen, sagte Christoph Lichtin, Leiter der kantonalen Museen.

Der Sparauftrag führte dazu, dass die zwei Museen, die seit fünf Jahren eng kooperieren und eine gemeinsame Leitung haben, sich neu erfinden mussten. Das neue Konzept scheint Bildungsdirektor Reto Wyss indes zu überzeugen. Er werde das neue Museum gerne besuchen, sagte er. Mit diesem solle zwar Geld gespart werden, es sei aber gelungen, ein zukunftsfähiges Konzept zu erarbeiten. Das Konzept sieht vor, dass sich das Natur- und das Historische Museum zusammenschliessen. Das neue «Luzerner Museum für Natur und Gesellschaft» soll noch die Hälfte der Ausstellungsfläche haben und rund 2300 Quadratmeter gross sein. Wo das neue Museum stehen wird, ist offen, ein Favorit scheint das heutige Natur-Museum zu sein.

Der Personalbestand dürfte nach heutigem Kenntnisstand von 18 auf 15 bis 16 zurückgehen. Die Kostenersparnis für den Kanton wird auf 0,8 Millionen Franken veranschlagt.

Brennpunkte im Kanton Luzern
Inhaltlich werde sich das neue Museum stärker auf aktuelle Fragen und konkrete Orte fokussieren, erklärte Lichtin. Ziel sei es, den Blick auf Brennpunkte im Kanton zu legen, an denen sich Entwicklungen aus historischer und naturwissenschaftlicher Sicht gut zeigen liessen. Es werde sich um Schwerpunktthemen handeln, die über eine längere Zeit verfolgt würden. Als Beispiele nannte Lichtin den Tourismus auf der Rigi oder das Strassenprojekt Spange Nord. Diese Themen sollen nicht nur am zentralen Museums-Standort, sondern vor allem auch in Aussenstationen behandelt werden. Bei diesen sollen Kooperationen mit Partnern eingegangen werden. Angedacht seien fünf bis sechs Aussenstandorte, sagte Lichtin.

Ansprechen soll das neue Museum Kinder und Schulklassen, aber auch Erwachsene. Es soll auch als Informationszentrum für Fragen rund um Natur und Gesellschaft tätig sein. Zudem soll ein Sammlungszentrum geschaffen werden, weil die 30 000 Objekte des Historischen und die 1,5 Millionen Objekte des Natur-Museums am neuen Standort keinen Platz haben werden, wie Britta Allgöwer, Leiterin des Natur-Museums, erklärte.

Ob das neue Museum so wie angedacht realisiert werden kann, wird nun im Auftrag des Regierungsrats die Dienststelle Immobilien mit einer Machbarkeitsstudie prüfen. Resultate sollen bis im Frühling 2019 vorliegen. Der Kantonsrat soll 2020 über die nötige Gesetzesänderung beraten, die Eröffnung des neuen Museums soll im Idealfall in fünf Jahren möglich sein.

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