Der Steuerfuss steht neu bei 123 Prozent

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Trotz der angekündigten Steuererhöhung um 4 Prozent konnte Daniel Dätwyler seine erste Versammlung als Gemeindeammann zügig abschliessen. Er freute sich, an dieser Versammlung auch seinen aus Kanada angereisten Vater zu begrüssen. «Vor 28 Jahren sind wir das letzte Mal gemeinsam an einer Gemeindeversammlung gewesen. Er ist damals vor unserer Auswanderung aus dem Gemeinderat verabschiedet worden», erinnerte sich Dätwyler. Am Freitagabend wars nun umgekehrt: Der Vater sass in der Versammlung, der Sohn am Gemeinderatstisch.

Steuererhöhung um 4 Prozent

Vermutlich wollten die Stimmbürger von Moosleerau, sie waren mit 76 von 648 zahlreich erschienen, Vater und Sohn Dätwyler einen freien Abend nach der Gemeindeversammlung ermöglichen. Jedenfalls nahmen sie die vier Kreditbegehren ohne Diskussionen an. Gesamthaft haben die Moosleerauer Geld in der Höhe von 580 500 Franken gesprochen (siehe nebenstehenden Kasten). Auch die beiden Kreditabrechnungen wurden kommentarlos genehmigt. Erst bei Traktandum 6, dem Budget, erwachten die Moosleerauer. Der Gemeinderat hatte in der Traktandenbroschüre aufgezeigt, dass die Gemeinde gezwungen ist, die Steuern bis 2020 auf 127 Prozent zu erhöhen, um den Finanzausgleich vollständig abholen zu können. Diese Erhöhung soll in zwei Schritten vollzogen werden. Fürs Jahr 2019 beantragte der Gemeinderat daher den Steuerfuss 123 Prozent, vier Prozent höher als 2018. Trotzdem bleibt unter dem Strich ein Aufwandüberschuss von knapp 12 000 Franken. «Wir haben das erste Mal ohne Reserven budgetiert und auch alles herausgestrichen, was wir nicht unbedingt brauchen», sagte der fürs Ressort Finanzen zuständige Gemeindeammann Daniel Dätwyler. Er hoffe für nächstes Jahr auf eine schwarze Null. Für die nachfolgenden Jahre werde es nicht besser. «Aufgrund des neuen Finanzausgleich fehlen uns rund 400 000 Franken», erklärte er und betonte, dass Schulden machen keine Option sei. «Die Lage ist ernst», mahnte er und prophezeite der Gemeinde Moosleerau bis in einigen Jahren einen Steuerfuss von über 130 Prozent. Daher will der Gemeinderat im kommenden Jahr nach einer langfristigen Lösung suchen. «Wir wissen aber noch nicht, welche das sein wird.» Auch aus der Versammlung wurde der Gemeinderat aufgefordert, Lösungen zu suchen. «Mit diesem Steuerfuss ist Moosleerau keine attraktive Gemeinde mehr», mahnten verschiedene Stimmbürger. Ob eine Fusion die Lösung ist, wollte Dätwyler nicht bestätigen, räumte aber ein, dass ein Zusammenschluss mit Schöftland deutliche Steuererleichterungen bringen würde. «Eine Fusion würde nur mit einer grossen Gemeinde Sinn machen, nicht mit einer Gemeinde, die die gleichen Probleme hat wie wir», betonte er.

BESCHLÜSSE

Kredit von 35 000 Franken für ein Generelles Wasserversorgungsprojekt: Ja

Kredit von 414 000 Franken für die Werkleitungserneuerung und Belagssanierung Sagiweg-Ruesserain: Ja

Kredit von 100 000 Franken für die Gesamtrevision der Nutzungsplanung; Ja

Kredit von 31 500 Franken für Abbruch und Ersatz der Stützmauer auf dem Friedhof Leerau: Ja

Budget 2019 mit neuem Steuerfuss von 123 Prozent: Ja

Kreditabrechnung Fahrzeug für Verkehrsabteilung der Feuerwehr Leerau: Ja

Kreditabrechnung Innensanierung Schulanlage, Mehrzweckhalle und Gemeindeverwaltung: Ja

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