Erniedrigung vom Feinsten

Wir alle sind zumindest ein paar Jahre zur Schule gegangen. Wir alle haben den Sportunterricht geliebt – oder gehasst. Und bei uns allen hat die Turnhalle ihre Spuren hinterlassen. Für mich war Sport immer das zweitliebste Fach, knapp hinter Pause. Damals habe ich mich gerne bewegt und mich vor allem gerne mit anderen gemessen. Entsprechend «ganz in Ordnung» war ich in den Ballsportarten. Die Teamwahl war für mich nie ein Problem und hat mich deshalb auch nicht weiter beschäftigt. Heute aber weiss ich, dass gewisse Mitschüler darunter gelitten haben. In jeder Klasse gab es jene, die sich lieber mit Mathematik oder den schönen Künsten beschäftigten, statt mit verschwitzten Gleichaltrigen um einen Ball zu kämpfen. Entsprechend limitiert waren deren Fähigkeiten in der Halle. Das wusste auch der Rest. So blieben bei der Teamwahl am Schluss immer dieselben zwei, drei übrig und mussten die Demütigung des Restes über sich ergehen lassen. Und selbst, wenn der Lehrer die Teams bildete, gab es verächtliche Blicke und Sprüche. Ähnliche Situationen gibt es in den Topsportarten der USA. Auch dort genügen nicht alle den Ansprüchen und können innerhalb von wenigen Stunden von der West- an die Ostküste verkauft werden. Einen grossen Unterschied gibts aber: Beim Profi bleibt ein dickes Bankkonto zurück, bei den unsportlichen Kindern nur Erniedrigung.

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