Aufgeheizte Stimmung vor der Gemeindeversammlung in Wikon

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Heute befand sich in den Briefkästen Wikons ein Flugblatt der FDP als Antwort auf die «Hetzjagd» gegen ihren Gemeindepräsidenten. NIKLAUS WÄCHTER/PMN

In der Gemeinde Wikon herrscht seit Monaten Unruhe. Im Juni entzogen vier Gemeinderäte ihrem Kollegen Wolfgang Kunzelmann von der SVP sämtliche Dossiers – ein Entscheid, den der Regierungsrat Ende Oktober wieder rückgängig machte. Dann überschlugen sich die Ereignisse:

■ Am 9. November kündigte Gemeinderat Markus Dietrich den Rücktritt per Ende März nächsten Jahres an.

■ Am 12. November teilte Gemeindepräsident René Wiederkehr mit, aufgrund von gesundheitlichen Problemen eine Auszeit zu nehmen; er werde vorläufig nicht an Sitzungen des Gemeinderates und an der Gemeindeversammlung von heute Abend teilnehmen.

■ Nur wenige Tage später wurde bekannt, dass auch Gemeindeschreiberin Janine Bron ihren Posten verlässt.

Seit Mitte November kursiert in der Gemeinde nun ein Flugblatt, das die Arbeit des Gemeinderates heftig kritisiert. Unterzeichnet ist es von den Vorständen der SP Wikon und der SVP Wikon. Gemeinderat und Gemeindeverwaltung hätten ein Führungsproblem, heisst es darin. «Es kann nicht sein, dass Arbeiten in der Verwaltung liegen bleiben.» Und: «Es kann nicht sein, dass Führungs-Verantwortung finanziell abgegolten, aber von den Betroffenen nicht wahrgenommen wird.» SP und SVP fordern deshalb eine neue Gemeindepräsidentin oder einen neuen Gemeindepräsidenten; diese Person müsse die Verantwortung für einen konstruktiven Gemeinderat und eine funktionierende Verwaltung übernehmen.

Die Partei des amtierenden Präsidenten René Wiederkehr, die FDP, wehrt sich jetzt gegen die Vorwürfe, und zwar ebenfalls mit einem Flugblatt, das die Ortspartei heute an alle Haushaltungen verschickt. Hinter der Kritik von SP und SVP versteckten sich «Protagonisten, die mit der Wikoner Dorfpolitik seit Jahren eng verbunden sind und deren heutige Situation zu gutem Teil mit zu verantworten haben: finanzielles Ausbluten der Gemeindekasse, Projekt Spychermatte usw. sind Resultate ihrer eigenen Politik», kontert die FDP. René Wiederkehr verkörpere transparentes, strukturiertes Vorgehen und manage die Gemeinde effektiv, auch wenn er manchmal etwas stark auf einen autoritären Führungsstil fokussiert sei. «Der bisherige Gemeinderat hat unter Führung von René Wiederkehr gute Arbeit geleistet und die wichtigsten Sachfragen vor den Stimmbürgern durchgebracht.» Weil man Wiederkehr nicht zum Rücktritt zwingen könne, solle er durch Strafanzeigen weichgeklopft und damit aus dem Amt getrieben werden. «Das hat nichts mehr mit Politik zu tun. Das ist übles Mobbing – und Mobbing ist inakzeptabel und strafbar», so die FDP. «Wir fordern von SP und SVP mehr Ehrlichkeit und Anstand in ihrer Politik und ihrem Verhalten.» Gleichzeitig verurteile man «die Hetzjagd der SP und SVP aufs Schärfste». Gemeindepräsidentin ad interim Michaela Tschuor hat heute Abend also keine leichte Aufgabe. Das Budget wird wohl eher nebensächlich sein. Im Zentrum dürfte die Frage stehen, wie es in den nächsten Wochen und Monaten in Wikon weitergeht.

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