Die FCA-Bosse ködern die Spieler mit Weihnachtsgeld

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Ein Couvert fürs Weihnachtsshopping: Bei der Maximalausbeute bis zur Winterpause winkt den Aarau-Profis ein Bonus. (Bild: keystone)

Zwei Spiele noch bis zur Winterpause. Zwei Spiele, in denen der FC Aarau eine bislang insgesamt enttäuschende Vorrunde in eine ordentliche verwandeln kann. Dafür sind vier Punkte gegen Vaduz und Kriens zwingend.

Doch die jüngste Erfolgsserie mit vier Siegen in Folge und dem 2:2 gegen Aufstiegsfavorit Lausanne hat die Lust auf mehr geweckt. Spieler, Trainer und die Bosse wollen aus den nächsten zwei Partien sechs Punkte. Damit, und wohl nur damit verschafft sich der FCA eine Ausgangslage für eine brisante Rückrunde. Sprich: Nur mit der Maximalausbeute aus den Spielen gegen Vaduz und Kriens kann der FC Aarau in der Rückrunde mit der Barrage-Qualifikation (Tabellenrang 2) liebäugeln.

Ein Griff in die Trickkiste

In den Rückrunden der beiden vergangenen Saisons war der Gähn-Faktor jeweils immens. Einen dritten Frühling mit sportlicher Bedeutungslosigkeit will die Vereinsführung des FC Aarau unbedingt vermeiden. Und greift dafür in die Trickkiste. Recherchen dieser Zeitung haben ergeben: Die Bosse ködern Maierhofer, Schneuwly, Zverotic und Co. mit Weihnachtsgeld. Holt die Mannschaft gegen Vaduz und Kriens sechs Punkte, gibt es für jeden FCA-Akteur einen grosszügigen Bonus in vierstelliger Höhe. Der Wunsch dahinter ist klar: Mit der Extra-Prämie vor Augen sollen die Spieler noch motivierter und konzentrierter in die Partien gehen als eh schon.

Es wäre das erste Mal in dieser Saison, dass Prämien für die gesamte Mannschaft ausbezahlt würden. Wegen des schwachen Starts (sechs Spiele, sechs Pleiten) klebt der FCA bis heute im untersten Tabellendrittel fest, der aktuelle Rang acht ist bislang das höchste der Gefühle. Wenn dies eine Person im Brügglifeld freut, dann den Finanzchef: Punkteprämien musste er bis anhin keine auszahlen. Die werden gemäss Recherchen nur an Spieltagen fällig, an denen der FCA in der oberen Tabellenhälfte steht. Die gesparten Punkteprämien sind eine erhebliche Entlastung für das Budget. Nicht nur die Experten und Beobachter von aussen, auch FCA-intern rechnete man von Beginn der Saison an mit einer Topklassierung – und kalkulierte entsprechend Prämienzahlungen ein.

Eine Einordnung: In der Saison 2015/16 erhielt jeder FCA-Spieler 450 Franken für einen Sieg. Die Höhe der Prämien dürfte sich seither – wenn überhaupt – nur wenig verändert haben. Heisst: Bei 25 Spielern im Kader werden pro Sieg 11 250 Franken fällig. Hätte der FC Aarau von den bisherigen sechzehn Spielen zehn gewonnen und wäre er immer in der oberen Tabellenhälfte klassiert gewesen (davon durfte man Anfang Saison ausgehen), wären 112 500 Franken Prämien fällig geworden.

Neben den Punkteprämien haben einige Spieler auch individuelle Prämien ausgehandelt. Der siebenfache Torschütze Stefan Maierhofer antwortet auf die Frage, ob er eine Torprämie habe: «Erfolg zahlt sich auf allen Ebenen aus.» Auch die früheren Super-League-Grossverdiener Marco Schneuwly und Elsad Zverotic dürften Erfolgsklauseln in ihren Verträgen haben – wetten, das Duo hat sogar eine Aufstiegsprämie ausgehandelt?

 

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