Das Eishockeyderby der Erfolgserlebnisse

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Der Oltner Ueli Huber tankt sich durch und erzielt das 3:1. (Bild: Lindt/Freshfocus)

Chris Bartolone atmet nach dem deutlichen 5:1-Auswärtssieg in Langenthal kräftig durch. «Das ist ein grosser Sieg für uns. Die Jungs haben hart gespielt und gekämpft bis zur letzten Sekunde. Das ist der EHC Olten, den wir sehen wollen», bilanzierte der EHCO-Trainer zufrieden.

Dieses fünfte Derby der Saison stand ganz im Zeichen von Gehässigkeiten, Frust und physisch geprägten Zweikämpfen. 135 (!) ausgesprochenen Strafminuten sprechen Bände. Es begann alles mit einer grundsätzlich harmlosen Strafe in der 16. Minute, einem hohen Stock von Toms Andersons. Weil aber gleichzeitig Hans Pienitz für einen Stockschlag bestraft wurde, bekamen die Schiedsrichter viele nicht zitierbare Worte aus der Langenthaler Ecke zu hören.

Und als kurz darauf Stan Horansky die Strafen ausnutzt, eine Bilderbuch-Stafette über Hohmann und Schirjajew aus kürzester Distanz in den Torhimmel erfolgreich abschliesst, haben nicht nur die Schiedsrichter, sondern auch die EHCO-Spieler den Zorn der Langenthaler auf sicher. Das Spiel nimmt dadurch an Intensität zu. Auf beiden Seiten wird mit physisch harten Zweikämpfen agiert. Und hin und wieder fliegen die Fäuste: EHCO-Stürmer Jewgeni Schirjajew und SCL-Topskorer Dario Kummer wurden nach einer Prügelei unter die Dusche geschickt. Eine harte Strafe, die nicht nur einen EHCO-Leader aus dem Spiel nahm, sondern auch dem Langenthaler Sturm arg zusetzte. Denn neben dem Topskorer-Aus fehlte den Oberaargauern mit den verletzten Nico Dünner und Stefan Tschannen ohnehin schon viel Offensivkraft.

Die Liebe lag in der Luft

Als dann aber auch Stan Horansky wegen eines Bandenchecks gegen Andersons frühzeitig mit Restausschluss bestraft wurde, war auch die EHCO-Offensive arg dezimiert. Das hatte zur Folge, dass Bartolone in den eigenen Reihen viel umstellen musste. Es kam dazu, dass einige Spieler hin und wieder in eine nicht gewohnte Rolle schlüpfen mussten. Und sie taten es überaus erfolgreich.

Da war etwa Ueli Huber zur Stelle, der sich auf einen Schwarzenbach-Pass gegen drei Gegenspieler durchtankte, sich zum Abschluss durchkämpfte und seinen erzwungenen Abpraller gleich selber verwertete (50.). Es war das entscheidende Tor zum 3:1, das dem SCL definitiv die Luft abschnürte. Da war aber auch noch Martin Ulmer zur Stelle, der in Überzahl auf Pass von Schwarzenbach und Lüthi, zum 4:1 erhöhte (53.). Und schliesslich war da auch der viel gescholtene Ausländer Bryce Gervais, der nicht nur in der vierten Minute das Skore eröffnete, sondern auch für den 5:1-Schlusspunkt ins leere Tor verantwortlich zeichnete.

Es waren aber nicht nur diese Tore entscheidend für eine gelungene Teamleistung. Auch die kleinen Dinge, die teamdienlichen Sachen, brachten den EHCO zum Erfolg, was Trainer Bartolone besonders stolz machte. «Sie sind alle eingesprungen, haben sich in den Dienst der Mannschaft gestellt und haben nicht nur für sich allein gekämpft, sondern haben über 60 Minuten für das gesamte Team alles gegeben», sagte Bartolone und ergänzte: «Und darum geht es doch: Liebt das Spiel und zeigt Leidenschaft – egal, in welcher Rolle das ist.» Es war zweifelsohne das grosse Spiel der Erfolgserlebnisse.

Mit all diesen Geschehnissen gab es nicht nur einen Rutsch durch die EHCO-Mannschaft. Trainer Bartolone erzählt, dass er auf der Bank so viel innerliche Freude verspürte, dass er während des Spiels kurzerhand den Song «Love is in the air» vor sich hinsummte.

Bleibt nur zu hoffen, dass der EHC Olten den neuerlichen Schwung mit dieser ausserordentlichen Teamleistung in den Sonntag mitnehmen und adaptieren kann. Denn mit einer neuerlichen Niederlage morgen (17.30 Uhr) im Kleinholz gegen Langenthal wäre dieser 5:1-Sieg von gestern nur halb so viel wert. 

 

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