Schweizer Paraplegiker Stiftung ehrt «Querschnittgelähmte des Jahres»

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Laudator Heinz Frei, die beiden Geehrten Max Jung und Manuela Leemann sowie Laudator Guido A. Zäch (Foto Astrid Zimmermann-Boog, Schweizer Paraplegiker Stiftung).

Bereits zum 26. Mal hat die Schweizer Paraplegiker-Stiftung (SPS) gestern Sonntag zwei «Querschnittgelähmte des Jahres» geehrt, die in ihrem Leben Grossartiges geleistet haben. In diesem Jahr kürte die fünfköpfige Jury (siehe Box) die Zuger Kantonsrätin Manuela Leemann und der Thuner Unternehmer Max Jung. Sie sind gemäss Jury Vorbilder für andere Betroffene. Die Ehrung fand anlässlich des alljährlichen Adventskonzertes im Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil statt. Begleitet wurde die Ehrung daher von einem Auftritt bekannter Künstler des internationalen Opernstudios IOS Zürich.

Manuela Leemann engagiert sich für Chancengleichheit
Die 37-jährige Manuela Leemann ist seit dem Sommer 1997 querschnittgelähmt. Der Unfall bei einem Stafettenlauf in Arosa, an dem die Zugerin mit ihrem Skiclub teilgenommen hatte, veränderte das Leben der damals 16-Jährigne radikal. Sie hatte sich bei einem Hindernis derart den Kopf angestossen, dass sie sich den fünften Halswirbel brach. Seither ist Manuela Leemann Tetraplegikern. In der Reha kämpfte sie mit aller Kraft gegen die Abhängigkeit und versuchte auch schulisch den Anschluss nicht zu verpassen – mit Erfolg. Nach der neunmonatigen Reha konnte sie in ihre alte Schulklasse zurückkehren und bestand die Matura. Anschliessend studierte sie Jus in Freiburg und erlangte im Studienjahr in Australien den Master of Laws LLM mit Australischem Recht. Seit 2013 arbeitet Manuela Leemann im Departement des Innern des Kantons Zug. Neuerdings ist sie dort stellvertretende Leiterin des Rechtsdienstes. Zudem ist sie politisch aktiv und wird sich ab dem kommenden Jahr im Grossen Gemeinderat der Stadt Zug sowie im Zuger Kantonsrat einbringen. «Als Politikerin wird sich Manuela Leemann auch engagiert einsetzen für ihre Leidensgenossen im Rollstuhl», ist Laudator Guido A. Zäch, Ehrenpräsident der Schweizer Paraplegiker-Stiftung, überzeugt. Denn bereits heute kämpft sie in zahlreichen Gremien für bessere Bedingungen für Menschen mit Behinderung.

Max Jung baut eigene Rollstühle
Der 66-jährige Max Jung war vor seinem Unfall ein erfolgreicher Turner. Doch dann missglückte ihm im Herbst 1968 eine Trainingsübung am Reck und er prallte auf den Boden. Sofort versuchte er wieder aufzustehen, was ihm sogar gelang. Er musste danach allerdings lange Zeit im Gips und später im Korsett verbringen und bis zum heutigen Tag 23 Operationen über sich ergehen lassen. Im Korsett beendete er die Lehre zum Feinmechaniker. Letztlich wurde er beruflich integriert, aber in der Behindertenwerkstatt fühlte sich Max Jung nie aufgehoben. Das führte dazu, dass er sich im Frühjahr 1978 selbständig machte. Sein Ideenreichtum im eigenen Geschäft eröffneten dem Thuner neue Dimensionen der Lebensqualität. Wenn er schon mehr und mehr ein Leben im Rollstuhl verbringen musste, weil sich die Lähmungserscheinungen weiter nach oben in die Wirbelsäule drängten, dann sollten diese qualitativ besser werde. Max Jung begann eigene Rollstühle zu bauen und entwickelte weitere Hilfsmittel wie einen Duschrollstuhl, einen Sitzneigestuhl, ein Handkurbelgerät oder Spezialbremsen. «Mir sind nicht viele Rollstuhlfahrer bekannt, welche Innovation und Schaffenskraft an den Tag legten um für sich, aber auch für viele Betroffene, deren Lebensqualität und Selbständigkeit zu steigern», sagte Laudator Heinz Frei am Sonntag.

Die Jury

Daniel Joggi, Präsident Schweizer Paraplegiker-Stiftung SPS
Hans Peter Gmünder, Direktor Schweizer Paraplegiker-Zentrum SPZ
Guido A. Zäch, Gründer und Ehrenpräsident Schweizer Paraplegiker-Stiftung SPS
Heinz Frei, Präsident Gönner-Vereinigung der Schweizer Paraplegiker-Stiftung SPS
Erwin Zemp, Stiftungsrat Schweizer Paraplegiker-Stiftung SPS

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