Luzerner Reformierte schaffen Volkswahl der Pfarrer ab

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Das neue Personalgesetz betrifft auch die reformierte Kirchgemeinde Reiden. zvg

Die Reformierten des Kantons Luzern haben am Sonntag die Volkswahl von Pfarrern abgeschafft, indem sie dem neuen Personalgesetz mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 65 Prozent zustimmten. Somit werden reformierte Pfarrer künftig vom Kirchenvorstand angestellt. 15 Prozent der rund 35 000 stimmberechtigten Reformierten stimmten ab, wie die Reformierte Kirche des Kantons Luzern am Sonntag mitteilte.

Das Gesetz setzt die neue Kirchenverfassung von 2015 um, die den Beamtenstatus abschafft. Neu sollen Pfarrer, statt sich alle sechs Jahre einer Volkswahl stellen zu müssen, wie andere Kirchenmitarbeiter vom Kirchenvorstand unbefristet öffentlich-rechtlich angestellt werden. Diese Gleichstellung aller Mitarbeitenden werde das Gemeinschaftsgefühl positiv beeinflussen, argumentieren die Befürworter der neuen Anstellungspraxis. Ein weiterer Vorteil sei, dass Pfarrer nicht mehr per Volkswahl entlassen werden könnten, sondern von modernen und fairen Anstellungsbedingungen profitierten.

Erste Referendumsabstimmung
Gegen das Personalgesetz der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Luzern hatte im Sommer das Komitee Pro Volkswahl über tausend Unterschriften gesammelt, doppelt so viele wie nötig. Damit kam es erstmals in der rund 50-jährigen Geschichte der Landeskirche zu einer Referendumsabstimmung. Für die Gegner des neuen Personalgesetzes setzt dieses die neue Kirchenverfassung nur halb um. Tatsächlich sieht die Verfassung auch die Möglichkeit vor, die Volkswahl bei Pfarrwahlen beizubehalten. Für sie ist die Volkswahl eine zentrale Errungenschaft der Reformation. Die Pfarrer hätten in der Gemeinde eine Sonderstellung, die eine möglichst breite, demokratisch abgestützte Legitimation erfordere. Die Gegner der Volkswahl halten dagegen, dass es bei Pfarrerwahlen eh nie zu Kampfwahlen komme und die Wahlbeteiligung und damit die demokratische Legitimation tief sei.

Viele Pfarrer für Volkswahl
Auch die Direktbetroffenen, die Pfarrer selber, wollten mehrheitlich an der Volkswahl festhalten. Partizipation und Mitbestimmung seien wesentliche Teile der reformierten Identität, argumentiert das Pfarrkapitel. Wichtige Entscheide sollten nicht an eine Behörde delegiert werden. Wer im Auftrag der Kirchgemeinde das Evangelium verkündige, sei die Sache aller. Von denen, die die Volkswahl abschaffen wollen, mussten sich die Pfarrer deswegen den Vorwurf gefallen lassen, für sich gegenüber den anderen kirchlichen Angestellten eine Sonderstellung in Anspruch zu nehmen. Ein Pfarrer sei zudem nicht seinen Wählern, sondern dem Evangelium verpflichtet.

Unabsehbare Auswirkungen
Die Luzerner Reformierten, die zehn Prozent der Bevölkerung ausmachen, führten schon während des Unterschriftensammelns einen engagierten, teils harten Abstimmungskampf. Leserbriefe wurden geschrieben, Informationsanlässe durchgeführt. Der Kanton Luzern sei nun der einzige Kanton in der ganzen Schweiz, in dem die Reformierte Landeskirche allen Kirchgemeinden die Volkswahl von Pfarrpersonen verbiete, teilte das Referendumskomitee am Sonntag mit. Das habe unabsehbare Auswirkungen auf die Attraktivität der Pfarrstellen. (sda)

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