Jugendarbeit wird eingestellt: «Jugendliche wollen nur chillen»

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«Die Jugendkommission und der Gemeinderat müssen feststellen, dass unabhängig vom Angebot kein Interesse an organisierten Anlässen und Angeboten besteht», schreibt der Gemeinderat in einer Mitteilung. Deswegen habe der Rat entschieden, «vorläufig keine aktive Jugendarbeit mehr zu betreiben». Man wolle die Situation beobachten und später neu beurteilen. Der Entscheid, den Stecker zu ziehen, fiel nach nur drei Jahren aktiver Jugendarbeit in der Gemeinde.

Rückblick: Aufgrund zunehmender Schwierigkeiten auf öffentlichen Plätzen wurde 2008 eine professionelle Jugendarbeit in Zusammenarbeit mit der Stadt Zofingen installiert. 2014 erhielt die Jugendkommission den Auftrag, verschiedene Möglichkeiten der Jugendarbeit zu prüfen. Im Dezember 2014 gab der Gemeinderat bekannt, dass die Zusammenarbeit mit Zofingen eingestellt und stattdessen eine eigene Jugendarbeit aufgebaut werde. Mit einem Team von freiwilligen Mitarbeitern und durch gezielte Vernetzung, Koordination und Öffentlichkeitsarbeit sollten die bestehenden Angebote von Vereinen und Kirchen für Jugendliche gefördert werden. Geöffnet war der Jugendtreff unter dem Singsaal jeweils freitags von 19 bis 22 Uhr. «Wir arbeiten mit Freiwilligen, Studenten oder Kanti-Schülern. Die kriegen eine kleine Vergütung, aber wir stellen nicht zwei Personen zur Verfügung, wenn nur zwei Kinder für je eine halbe Stunde im Jugendtreff erscheinen», sagt die zuständige Gemeinderätin Doris Lerch. «Leider gibt es nun für Jugendliche kein Angebot mehr in Strengelbach.»

Nur zwei Jugendliche im Treff
«Als wir die Jugendarbeit realisiert haben, gab es in Strengelbach viele Sprayereien und wir hatten ein Littering-Problem», erklärt Doris Lerch. «Doch diese Jugendlichen sind nun bereits 18 oder 19 Jahre alt.»

Auch der Weggang der Oberstufenschüler nach Brittnau sei ein Grund für das Ende der Jugendarbeit. «Wir erhofften uns, dass die Jugendlichen trotzdem in unseren Jugendtreff kommen oder Freunde aus Brittnau mitbringen», so Lerch. Das Gegenteil war der Fall: «Zwischen zwei und fünf Kinder kommen in den Jugendtreff. Doch diese nutzen die Aktivitäten nicht.»

Um die Jugendarbeit zu retten, organisierte die Gemeinde zusammen mit Vereinen im Sommer diverse Aktivitäten. «Wir haben alles versucht, um die Jugendarbeit zu retten», sagt Doris Lerch. «In Zusammenarbeit mit den Vereinen erstellten wir ein Jahresprogramm.» Geplant waren beispielsweise auch Fussballspiele – doch auch das interessierte die Jugendlichen nicht. «Viele sagten uns, sie wollen nicht Fussball spielen oder etwas anderes machen, sondern nur chillen.»

Vorläufig auf Eis gelegt
Ganz begraben ist das Projekt aber nicht. «Wenn wir Anfragen von Jugendlichen oder Eltern erhalten, überlegen wir uns eine neue Lösung.» Aber dafür müssten Jugendliche vorhanden sein, die das Angebot und die Aktivitäten nutzen. Eine weitere Möglichkeit wäre ein Projekt mit der Schule Strengelbach oder in Zusammenarbeit mit der regionalen Schulsozialarbeit, die in Strengelbach stationiert ist.

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