Der «Zofinger» Jürg Friedli ist neu der höchste Schweizer Skilehrer

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Als Präsident will Jürg Friedli Swiss Snowsports für die Herausforderungen der Zukunft rüsten. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus)

Rund 15 bis 20 Tage im Jahr steht Jürg Friedli mindestens auf seinen Skiern. Er hätte jedoch nichts dagegen einzuwenden, wenn noch mehr dazukommen würden. «Wenn die Bedingungen ideal sind, wird es mir nie langweilig», sagt Friedli, der nebst Ski auch leidenschaftlich gerne Telemark fährt.

Nun hat der 48-jährige Rechtsanwalt aus Hünibach bei Thun sein Hobby, das er mit viel Freude, Sport und Bewegung in der Natur in Verbindung bringt, zu seinem «zweiten Beruf» gemacht: Ende September wurde Jürg Friedli anlässlich der Delegiertenversammlung nach vier Jahren als Vorstandsmitglied zum Präsidenten von Swiss Snowsports, dem Dachverband der Schweizer Skischulen und -lehrer, gewählt. «Ich habe mich nicht wegen der Repräsentationsmöglichkeit dazu entschlossen, das Amt auszuüben, sondern wegen der Freude am Schneesport und Skischulwesen», erklärt Friedli, der von 1990 bis 2000 selber als Skilehrer tätig war.

Die Wahl hat man auch im Mittelland zur Kenntnis genommen, denn: Jürg Friedli ist in Zofingen aufgewachsen, hat in der Thutstadt die obligatorischen Schulen besucht und später in Aarau die Wirtschaftsmittelschule absolviert. Seine Eltern wohnen noch heute in Zofingen, weshalb Friedli regelmässig an den Ort seiner Kindheit zurückkehrt. «Ich erinnere mich gerne an die Schulzeit oder ans Kinderfest», erzählt er.

Das Umfeld stärken
Von seinem Vorgänger Karl Eggen hat Jürg Friedli einen intakten Verband übernehmen dürfen. Was aber nicht heisst, dass er sich in ein gemachtes Nest legen kann – im Gegenteil: Friedli will Swiss Snowsports für die Herausforderungen der Zukunft rüsten. Denn der Klimawandel und die Währungsschwankungen bereiten nicht nur den Betreibern der Skigebiete Sorgen.

«Wir müssen das Umfeld des Verbands so stärken, damit die Skischulen trotz äusseren Einflüssen eine ideale Ausgangslage haben», erklärt Friedli. Diesbezüglich soll das Gespräch mit sämtlichen involvierten Parteien gesucht werden. «Ob Bergbahnen, Bergführer, Hoteliers, der Tourismus im allgemeinen oder die Politik, alle Rädchen in diesem System spielen eine wichtige Rolle», sagt Friedli. In einem kleinen Land, wie die Schweiz es ist, müsse man ohnehin mit- und nicht gegeneinander agieren. «So können wir die Probleme abfedern und ideale Voraussetzungen schaffen», ist er überzeugt.

Vorbereiten statt abwarten
Ein weiteres Anliegen ist Jürg Friedli das Ansehen der Skischulen und deren Lehrer. «Vor allem im Unterland wird der Beruf oftmals unterschätzt», sagt er. Dabei üben gerade jene Personen eine zentrale Funktion im für die Schweiz so wichtigen Tourismussektor aus. «Schneesportlehrerinnen und Schneesportlehrer stehen mit den Gästen in sehr engem Kontakt und begleiten diese während der gesamten Winterferien. Niemand kennt die Bedürfnisse unserer Wintergäste besser als die Skilehrer», so Friedli.

Obwohl Swiss Snowsports mit über 14 000 Schneesportlehrerinnen und -lehrern derzeit gut aufgestellt ist, würde ein weiterer Zuwachs an Fachkräften nicht schaden. Insbesondere an Weihnachten, über Neujahr oder im Februar sei die Nachfrage nach Skilehrern beinahe unersättlich. «Jeder Gast findet seinen Lehrer, aber es gilt auch in diesem Bereich, sich vorzubereiten und nicht abzuwarten», betont Jürg Friedli. Die Ausbildung sei zwar anspruchsvoll und mit hohen Erwartungen verknüpft, «aber wer kann schon mit den unterschiedlichsten Leuten aus der ganzen Welt einen Tag an der Sonne verbringen, sich sportlich betätigen und dabei pure Freude verkaufen? Das ist unbezahlbar.»

Zur Attraktivität des Berufs trägt auch die Zusammenarbeit mit Swiss Ski bei. Gemeinsam mit dem Schweizerischen Skiverband – der durch Geschäftsführer Markus Wolf im Swiss-Snowsports-Vorstand vertreten ist – will man Synergien nutzen. «Die Skischulen sind eine wichtige Anlaufstelle, um junge Talente zu motivieren», erklärt Jürg Friedli. Es bieten sich auch Möglichkeiten in der Nachwuchsförderung – beispielsweise, «um den Bedarf an Trainern zu decken.»

Gemeinsamer Spass
Auf Jürg Friedli wartet also nicht zu wenig Arbeit. Wie gut der verheiratete Vater von drei Kindern Beruf, Familie und die neue Aufgabe als Verbandspräsident unter einen Hut bringen kann, wird sich zeigen. Klar ist einzig: Auf die Skitage mit seinen Liebsten will er auch in Zukunft nicht verzichten. «Skifahren ist eine der wenigen Sportarten, die sich für die ganze Familie eignen, um gemeinsam Spass zu haben», sagt Jürg Friedli. «Das ist einmalig.»

Über 14 000 Lehrer
Swiss Snowsports ist der gesamtschweizerische Dachverband der Schweizer Skischulen und der Ausbildungsverband der Schweizer Schneesportlehrer. Er setzt sich für eine zielgerichtete Förderung, Entwicklung und Verbreitung von Schneesportarten ein. Swiss Snowsports sind über 14 000 Schneesportlehrer als Mitglieder, 170 Skischulen sowie 41 Verbände und Institutionen angeschlossen. Der Verband erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 6,5 Millionen Franken.

Mehr über Swiss Snowsports erfahren Sie hier.

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