Versprochene Lohnerhöhung für Personal «amputiert» – Gewerkschaften sauer auf KSA

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Das KSA kann die vorgesehene Lohnerhöhung für sein Personal nicht umsetzen. (Bild: Rolf Jenni)

Die Mitteilung war kurz. Auf vier Zeilen hat das Kantonsspital Aarau (KSA) am Montag mitgeteilt, dass das vom Verwaltungsrat für das Jahr 2019 verabschiedete Budget ein «leichtes Wachstum» ausweise und dies nur dank einer «vorsichtigen Budgetierung von Personal- und Sachkosten» möglich sei. Für das Jahr 2019 fliessen deshalb nur 0,5 Prozent in individuelle Lohnerhöhungen. Die Saläre auf Stufe Geschäftsleitung sowie für Kaderärzte bleiben eingefroren.

Auf Anfrage konkretisiert KSA-Sprecher Ralph Schröder, dieser Wert stelle einen Durchschnitt dar. «Es wird deswegen auch Mitarbeitende geben, die keine Lohnerhöhung erhalten.» Das gelte auch für Mitarbeitende, die bereits am oberen Ende des Lohnbandes angelangt seien.
Verärgert und enttäuscht

Protest mit Flugblatt
Am Dienstagmorgen, einen Tag nach der Mitteilung des Kantonsspitals, stehen Verbände und Gewerkschaften vor dem Spital in Aarau und verteilen Flugblätter an die Mitarbeitenden. «KSA noch ‹schmürzeliger› ... Lohnentwicklung amputiert», heisst es im Titel. Und weiter: Nachdem die Lohnverhandlungen mit Gewerkschaften und Verbänden gescheitert seien, habe das KSA am Montag die «ursprünglich zugesicherte Lohnerhöhung nochmals halbiert».

Silvia Dell’Aquila ist Regionalleiterin beim VPOD Aargau/Solothurn. Sie erklärt, das Kantonsspital Aarau habe im November intern eine Lohnerhöhung von einem Prozent für 2019 kommuniziert. Dass diese nun halbiert wurde, sei ein schlechtes Weihnachtsgeschenk für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie seien zu Recht verärgert und enttäuscht. «Zumal der Verwaltungsrat mit diesem Schritt nur einen besseren Abschluss erreichen will», sagt Silvia Dell’Aquila.

Auf dem Flugblatt kritisieren Gewerkschaften und Verbände, dass das Spital unter dem Spardruck des Kantons die Lohnsituation erneut verschlechtere. Das Lohnniveau entferne sich immer mehr vom Arbeitsmarkt. Die Spitäler seien «nicht mehr konkurrenzfähig». Wer über die Kantonsgrenze ins nächste Spital ziehe, verdiene «mehrere hundert Franken» mehr. Dadurch werde es «noch schwieriger, neues Personal zu finden und das bestehende zu halten».

Ein Prozent war budgetiert
Das KSA bestätigt auf Anfrage der AZ, dass die Geschäftsleitung ein Prozent für individuelle Lohnerhöhungen budgetiert hatte. Dies sei auch intern kommuniziert worden. «Nach Abschluss der Budgetberatungen und mit Verabschiedung des Budgets hat der Verwaltungsrat diesen Prozentsatz nach unten korrigiert», sagt KSA-Sprecher Ralph Schröder. Eine solche Korrektur sei möglich und ebenfalls bereits intern kommuniziert worden. «Die Entscheidung ist mit dem Gesamtarbeitsvertrag konform», sagt Schröder.

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