Gefälschte Geschichten: «Spiegel» deckt Betrugsfall im eigenen Haus auf

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Der Sitz des "Spiegels" in Hamburg. © Keystone/dpa/Christian Charisius

Claas Relotius galt als einer der talentiertesten jungen Reporter Deutschlands. Der 33-Jährige räumte massenhaft Preise ab, darunter den Deutschen Reporterpreis 2018 und wurde als CNN-«Journalist of the Year» gekürt. Nun deckte der «Spiegel» selbst auf, dass viele von Relotius' Artikeln teilweise oder ganz erfunden wurden.

Dem «Spiegel»-Reporter Juan Moreno kamen erstmals Zweifel auf, als er mit Relotius zusammen an einer Reportage über eine Bürgerwehr in Arizona schrieb. Er meldete den Verdacht den Vorgesetzten, welche ihm zuerst nicht glaubten. Als Moreno seine Zweifel beweisen konnte, konfrontierte die Chefredaktion Relotius, worauf dieser jahrelange und mehrfache Fingierungen an Reportagen eingestand. Er habe sein Büro am Sonntag ausgeräumt und seinen Vertrag am Montag gekündigt, berichtet das Nachrichtenmagazin. 

Relotius verfasste für den «Spiegel» seit 2011 knapp 60 Texte. Erst als freier Mitarbeiter, seit anderthalb Jahren als fest angestellter Redaktor. Seinen Angaben zufolge sind mindestens 14 Geschichten betroffen und zumindest in Teilen gefälscht.

Unter anderem:«Jaegers Grenze», über eine zivile Bürgerwehr an der Grenze zwischen USA und Mexiko, «Die letzte Zeugin», über eine angebliche Todestrakt-Zeugin, «Löwenjungen», über zwei irakische Jungen, die vom «IS» manipuliert wurden, «Nummer 440», über einen vermeintlichen Gefangenen in Guantanamo.

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