Bei Marcel Bosker dreht sich schon jetzt alles um Peking 2022

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Marcel Bosker hat die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking fest im Visier. (Bild: ap/Czarek Sokolowski)

Der Triumph kam aus dem Nichts. Als Marcel Bosker beim Weltcup-Event in Tomaszów Mazowiecki (Pol) über 10 000 m als Sieger feststand, konnte er sein Glück zuerst kaum fassen. «Das kam unerwartet, weil es nicht meine Paradedisziplin ist», blickt Bosker, der Rennen über 1500 und 5000 m bevorzugt, auf den besonderen Moment zurück. Allerdings wäre seine Verwunderung bei einem Sieg über die beiden kürzeren Distanzen gleich gross gewesen. «Hätte mir jemand vor der Saison gesagt, dass ich ein Weltcuprennen gewinnen würde, hätte ich geantwortet: Du spinnst», sagt Bosker. Nun steht der 21-jährige Eisschnelllaufprofi bereits mit zwei Weltcup-Erfolgen da, denn Ende November reüssierte Bosker auch in Tomakomai (Jap) – jedoch «nur» in der Teamverfolgung.

Die jüngsten Erfolge hat man auch in Schöftland registriert. Denn Marcel Bosker lebte zwischen seinem 4. und 14. Altersjahr in Schöftland, ging hier zur Schule und spielte beim SCS Fussball. Obwohl sich sein Lebensmittelpunkt seit dem Umzug nach Heerenveen mittlerweile in Holland befindet, ist der Kontakt zum Ort seiner Kindheit nicht abgebrochen. «Ich erhalte oft Nachrichten von Kollegen. An Schöftland habe ich gute Erinnerungen», sagt Marcel Bosker, dessen Vater Ronald in Unterentfelden als Physiotherapeut und Mutter Henriet im Spital Langenthal im Aufwachraum tätig ist.

Alltag auf dem Eis
Auch Besuche in der «alten» Heimat sind hin und wieder möglich, aber eher selten der Fall. Schliesslich dreht sich Marcel Boskers Alltag von morgens bis abends um den schnellen Sport auf zwei Kufen. «Gesundes Essen, früh ins Bett gehen, gut erholen: Mein ganzes Leben richtet sich nach dem Eisschnelllauf», sagt er, der unmittelbar neben der Eishalle wohnt und jeweils zweimal pro Tag trainiert. Deshalb liegt ausserhalb dieses Pensums nicht viel Zeit für andere Dinge drin. «Der Verzicht fällt mir nicht immer einfach, aber er gehört dazu», sagt Bosker.

Den rigorosen Lebensstil zieht Marcel Bosker aus gutem Grund durch. Sein grosses Ziel ist der Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking. «Dafür trainiere ich jeden Tag hart, um besser zu werden», sagt Bosker, der in den Einheiten auf dem Eis vom Austausch mit mehrfachen Olympiasiegern wie Sven Kramer und Kjeld Nuis profitiert. «Wir sind Kollegen, aber während des Rennens grösste Konkurrenten», erzählt Bosker.

Zwar bestätigen die Weltcupsiege, dass er seinem Traum ein kleines Stück näher gekommen sei, «aber ich bin nach wie vor noch weit davon entfernt.» Davon zeugen die Plätze drei (1500 m) und neun (5000 m), die am vergangenen Weltcup-Wochenende in Heerenveen resultierten. Als «durchzogen» stuft Bosker die Ergebnisse ein, was auch damit zu tun hat, dass seine persönliche Erwartungshaltung gestiegen ist. «Ich gebe mich nicht mehr so schnell zufrieden», sagt Bosker.

Harter Konkurrenzkampf
Der Sprung auf den obersten Podestplatz gestaltet sich allerdings ebenso schwierig, wie sich inmitten der vielen holländischen Weltklasse-Eisschnellläufer zu behaupten. «Fährst du in Holland in die Topten, gehörst du zu den 20 besten Läufern der Welt», erklärt Marcel Bosker. Weil nur drei Athleten pro Nation in der jeweiligen Weltcupdisziplin an den Start gehen dürfen, ist der interne Konkurrenzkampf riesig. «Wer an den Ausscheidungswettkämpfen nicht bei den Leuten ist, für den kann eine Saison schnell vorbei sein», sagt Bosker, der sich in zwei Wochen wieder in Hollands Eliteteam bewähren muss.

Obwohl der Druck im Oranje-Dress gross ist, stand für Marcel Bosker ein Start unter Schweizer Flagge nie wirklich zur Diskussion. «Ich habe keinen Schweizer Pass und hätte nie an Olympischen Spielen starten können. So war der Entscheid für mich schnell klar», sagt er. Das nächste Mal für seine Landesfarben glänzen will Bosker im Januar bei der Mehrkampf-EM in Collalbo (It). «Meine wichtigsten Ziele sind, meine Zeiten zu verbessern, um einer der Besten in Holland zu werden», sagt Bosker.

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