Die Stadt, die Kunsteisbahn AG und der SC Langenthal gehen gemeinsam vorwärts

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SCL-CEO Gian Kämpf (von links), Stadtpräsident Reto Müller und KEB-Verwaltungsratspräsident Stefan Costa. (Bild: Leroy Ryser)

Nachdem sich der SC Langenthal und die Stadt Langenthal im Herbst zerstritten hatten, gehen sie nun wieder gemeinsam vorwärts. Eine Mediation hat dazu beigetragen, dass die beiden Parteien schnell wieder aufeinander zugingen. Gestern nun sind SCL-CEO Gian Kämpf und Stadtpräsident Reto Müller gemeinsam mit Stefan Costa, VR-Präsident der Kunsteisbahn AG, vor die Medien getreten. Der seit langem vom SCL geforderte Grundsatzentscheid wird möglichst rasch angestrebt. Bereits im November soll, wenn alles nach Plan läuft, die Bevölkerung in einer Abstimmung sagen, ob weiterhin Nationalliga-Eishockey betrieben wird oder nicht.

In dieser Volksabstimmung sollen einerseits die Mittel gesprochen werden, um eine Testplanungsphase im Hard zu finanzieren, andererseits soll die Infrastruktur des Schorens bis zum Umzug Swiss-League-tauglich gehalten werden. «Wir wollen ermöglichen, dass wir die nächsten fünf bis acht Jahre im Schoren spielen können. Mit den aktuellen Mitteln der Kunsteisbahn AG ist dies aber nicht möglich. Dafür braucht es eine letzte Investition von der Stadt als Haupteignerin», erklärte Stefan Costa. Die Testplanungsphase, deren Finanzierung in der gleichen Volksabstimmung ermöglicht werden soll, wird zeigen, was im Gebiet Hard möglich ist und zugleich die planungsrechtlichen Grundlagen schaffen, um einen Stadionbau zu ermöglichen. Spricht sich das Volk für die beiden Investitionen aus, stärkt es auch dem SCL den Rücken. «Wir müssen diese Abstimmung gewinnen, das ist klar», sagte Reto Müller. «Scheibchenweise» die Meinung der Bevölkerung zu testen, sei aber keine Option. «Wir wollen sehen, ob das Volk den SCL und seine Nachwuchsbewegung grundsätzlich will.»

Wie hoch der Rahmenkredit sein wird, ist noch nicht klar. In einem nächsten Schritt wird die Kunsteisbahn gemeinsam mit dem SCL den Infrastrukturbedarf definieren. Klar ist, dass mit diesen Massnahmen ein Spielbetrieb in der National League nicht möglich sein wird. Es ist laut Gian Kämpf davon auszugehen, dass der SCL deshalb in den nächsten Saisons sein Aufstiegsbegehren nicht mehr stellt. Der Verein konzentriere sich voll und ganz aufs Überleben in der Swiss League.

Die Verantwortlichen zeigten sich zufrieden, dass bald ein Grundsatzentscheid gefällt werden kann. «Jetzt ist ein Ausblick vorhanden und damit sind wir überzeugt, dass dieser Club eine Zukunft hat», erklärt Gian Kämpf. Man sei überzeugt vom Gelingen, auch weil dieses gemeinsam angestrebt wird, erklärt Reto Müller. Wichtig sei, dass man nun dazu stehe, eine Sportstadt zu sein.

 

Nachwuchs will weniger Eismiete zahlen

Seit längerem ist klar, dass der SCL mit den zu bezahlenden Eismieten im Nachwuchsbereich nicht einverstanden ist. Kaum ein Verein zahle schweizweit derart hohe Beiträge, weiss Gian Kämpf. So hat sich der Verein entschieden, die Mietkosten zurückzubehalten. Im Zuge der Mediation wurde dem SCL zugestanden, ein Gesuch für Unterstützung stellen zu dürfen, welches im Stadtrat behandelt wird. Dabei geht es darum, dass der SCL-Nachwuchs einen zusätzlichen Unterstützungsbeitrag von 125 000 Franken erhalten soll. Die Stadt Langenthal alimentiert die Kunsteisbahn bereits jetzt mit 600 000 Franken als Betriebsbeitrag und zur Unterstützung der Eisflächennutzung von Schulen. Daneben fördert sie den SCL-Nachwuchs mit 125 000 Franken. Zum Vergleich: Jährlich deckt die Stadt Langenthal ein Defizit von rund 800 000 Franken beim Betrieb des Schwimmbades. Reto Müller verwies darauf, dass praktisch jede vergleichbare Anlage, wie Turnhallen oder das Leichtathletikstadion im Hard, ebenso defizitär seien. Gleiches gilt für kulturelle Institutionen wie die Regionalbibliothek oder das Stadttheater. Der nun zusätzlich angestrebte Unterstützungsbeitrag für die SCL-Junioren liegt in der Kompetenz des Stadtrates und muss nicht mit einer Volksabstimmung abgesegnet werden. 

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