Nun ist es offiziell: Renata Siegrist die neue Grossratspräsidentin

siegrist_portmann.jpg
Renata Siegrist (links) neben GLP-Fraktionspräsidentin Barbara Portmann. © Zur Verfügung gestellt
siegrist_arau1.jpg
Die höchste Aargauerin ist eine Zofingerin: Renata Siegrist nach ihrer Wahl zur Grossratspräsidentin (Bild: Beat Kirchhofer)

Die 59-jährige Siegrist-Bachmann erhielt 96 Stimmen, dies bei einem absoluten Mehr von 69 Stimmen. Als neue höchste Aargauerin ersetzt sie den bisherigen Grossratspräsidenten Bernhard Scholl (FDP).

Siegrist-Bachmann wohnt in Zofingen. Sie ist selbstständige Feldenkreis-Pädagogin und gehört seit 2013 dem Grossen Rat an. Sie ist seit 1985 die zehnte Frau im Präsidentinnenamt. Die Grünliberalen stellen mit Siegrist-Bachmann erstmals die Grossratspräsidentin.

Die 58-jährige CVP-Grossrätin Edith Saner aus Birmenstorf, die den Grossen Rat voraussichtlich 2020 präsidieren wird, erhielt als erste Vizepräsidentin 119 Stimmen. Das absolute Mehr betrug 69. Die Betriebsausbildnerin ist seit 2014 Mitglied des Grossen Rats.

Zum zweiten Vizepräsidenten wählte der Grosse Rat den 47-jährigen SVP-Grossrat Pascal Furer aus Staufen. Bei einem absoluten Mehr von 69 Stimmen erhielt er 91 Stimmen. Furer gehört seit 2001 dem Grossen Rat an. Der Sekretär der kantonalen SVP gibt als Beruf "Essigmacher" an. (sda)

Präsidialansprache

«Der heutige Tag gleicht der Geschichte von Aschenputtel»

«Was sind gute Entscheidungen und was sind die Bedürfnisse unseres Kantons?» -– das fragte Renata Siegrist in ihrer Präsidialansprache sich und ihre Ratskolleginnen und -kollegen. «Keine einfache Frage in Zeiten des schnellen Wandels, in denen der Aargau mit einem hohen Siedlungsdruck aus den umliegenden Zentrumsstädten – und damit verbunden mit einem hohen Bevölkerungswachstum konfrontiert ist», meinte Siegrist. «Eine zunehmend junge und urbane Bevölkerung drängt in ländliche Regionen und stellt höhere Anforderungen an die Mobilität, den Zugang zu Bildung, an die Freizeitgestaltung und die Abdeckung des persönlichen Bedarfs».

«Wir, die heute hier Anwesenden sind gefordert», sagte Grossratspräsidentin Siegrist. «Wir müssen die Menschen ins Zentrum unserer Entscheidungen stellen, ihre Bedürfnisse erkennen und auf diese reagieren». Die Forderungen einer modernen Wohnbevölkerung seien vielfältig und stellen hohe Ansprüche an die Infrastruktur, die Bildung und die Mobilität.

Am Ende ihrer umfassenden Tour d’Horizont, kam Siegrist auf sich selbst zu sprechen und sagte: «Ich hoffe innigste, dass ich als Präsidentin möglichst nie den Stichentscheid fällen muss – Nicht dass ich nicht gerne den Entscheiden meine persönliche Note geben würde».

Siegrist gleicht der Tag ihrer Wahl der Geschichte vom Aschenputtel. «So wie sich Aschenputtel nie erträumt hätte auf den Ball zu gehen, so hätte ich als Vertreterin der kleinen und jungen Grünliberalen Partei nie erwartet, mich in der Rolle als Präsidentin des Grossen Rates wieder zu finden. In Anlehnung an dieses Märchen erlaube ich mir aber, wie Aschenputtel, ein paar Wünsche zu äussern. Mal sehen – vielleicht werden sie ja bei mir auch in Erfüllung gehen.» Zentral wichtig ist ihr ein Parlament, welches «das Wohl aller Aargauerinnen und Aargauer im Herzen trägt und keine Partikularinteressen, weder regionale noch persönliche in den Vordergrund stellt». (bkr)

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.
Keine Kommentare vorhanden
Heute auf zofingertagblatt.ch
Frage des Tages
Marktplatz
Abo-Service

Normal-Abo (e-Paper/Digital inkl.)

Schnupper-Abo / Probe-Abo

Digital-Abo

Leserangebote
Partner