Die eingepackte Kampfansage des FC Aarau an die Gegner

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So soll es im neuen Jahr weitergehen: Jubelnde Aarauer Mats Hammerich und Petar Misic. (Bild: Freshfocus/Marc Schumacher)

«Schicksalsjahr für den Aargauer Fussball und den FC Aarau» – so knallig betitelt «Schweiz aktuell» eine Vorschau auf 2019. Schicksalsjahr? Nur dann, wenn die Stadion-Abstimmung in Aarau tatsächlich wie angedacht Ende Jahr über die Bühne geht. Zweifel sind berechtigt. Stadion-Entscheidung hin oder her – 2019 wird für den FC Aarau auf jeden Fall ein spannendes Jahr. Im Juni endet nach zwölf Jahren die Ära «Alfred Schmid», der Nachfolger des Präsidenten steht in den Startlöchern.

Bis dahin absolviert die Mannschaft noch eine Rückrunde. Und in dieser fällt gleich zu Beginn eine wichtige Entscheidung. Nämlich jene, ob der FC Aarau den Schwung aus der Vorrunde mitnimmt und tatsächlich ins Aufstiegsrennen eingreifen kann. Oder ob er wie im Frühling wie in den vergangenen Jahren um die goldene Ananas im Challenge-League-Mittelfeld spielt.

Auftaktsieg als Wegweiser
Bedingung für die erste Variante ist ein Sieg zum Rückrundenauftakt gegen den viertplatzierten FC Wil, mit dem Aarau auf drei Punkte an die Ostschweizer heranrücken würde. Eine Niederlage hingegen wäre ein krasser Dämpfer für die durch den gelungenen Vorrundenendspurt entstandene kleine Euphorie. Trainer Patrick Rahmen und Sportchef Sandro Burki wollen keinen Tabellenplatz zum Ziel ausrufen. Mehr als nur der Nichtabstieg darf, ja soll es am Saisonende aber schon sein. Also sagen sie diplomatisch: «So weit nach vorne wie möglich.»

Das ist nicht weniger als eine dick eingepackte Kampfansage an die Konkurrenz vor dem sechstplatzierten FCA: Im Brügglifeld hat man die Aufstiegsbarrage zur Super League noch nicht abgeschrieben. Ein deutliches Indiz dafür sind die zwei Deals, die Burki in den vergangenen Tagen abgeschlossen hat: Die Verpflichtung von Mittelfeldspieler Markus Neumayr, der die Super-League-Erfahrung des FCA-Kaders auf 1179 Spiele erhöht. Und die Vertragsverlängerung mit Stürmer Goran Karanovic.

Damit ist die Arbeit aber nicht abgeschlossen. Im Gegenteil: Nun gilt es abzuwägen, ob das mit 24 Spielern proppenvolle Kader (ohne den langzeitverletzten Miguel Peralta und ohne die Jungprofis aus dem eigenen Nachwuchs) abgespeckt werden soll oder nicht. Dies hängt zusammen mit der Frage, welche der 14 Verträge, die Ende Saison auslaufen, verlängert werden oder nicht.

Wochenende in Davos als Startschuss 
Während Sandro Burki an der mittel- und langfristigen FCA-Zukunft arbeitet, hat Patrick Rahmen in den nächsten Wochen die Aufgabe, die Mannschaft mit den zahlreichen prominenten Individualisten zu moderieren und pünktlich zum Rückrundenstart in Form zu bringen. Startschuss in die Vorbereitung war ein gemeinsames Wochenende von Mannschaft und Staff in Davos, das die Klubführung als Lohn für die zwei Siege zum Vorrundenabschluss mitfinanzierte. Drei Dinge bleiben gemäss den Beteiligten in Erinnerung: Feines Essen, eine rasante Schlittenabfahrt und viel Schnee.

Seit Montag läuft der normale Trainingsalltag. Ein Besuch auf dem Kunstrasenfeld im Schachen verrät weitere Retuschen neben jenen von Karanovic und Neumayr: Stephan Keller, in der Saison 2017/18 erst Co- und nach der Entlassung von Marinko Jurendic elf Spiele lang Cheftrainer, ist zurück. Offiziell als Assistent von Patrick Rahmen, konkret als jener Part des Trainerstabs, der sich vor allem um die individuelle Entwicklung der Spieler, ums Videostudium und um die Gegneranalyse kümmert.

Ex-Schöftler im Probetraining
Ein weiteres neues Gesicht ist Kevin Spadanuda, wobei für ihn wie für Stephan Keller gilt: neu, aber nicht das erste Mal beim FC Aarau. Der 21-jährige, ehemalige Flügelspieler des SC Schöftland, war Junior im Aarau-Nachwuchs, ehe ihn Rückenprobleme stoppten. Diese hat er nun im Griff, weshalb Spadanuda es nochmals wissen will als Fussballer. Beim Erstligisten FC Baden spielte er im Herbst so stark, dass Sandro Burki und Patrick Rahmen ihn für einige Probetrainings einluden. Eine allfällige Verpflichtung Spadanudas steht aber frühestens im kommenden Sommer im Raum.

Und dann ist da noch Phil Tiernan, der neue Physiotherapeut. Ein 33-jähriger Brite, der bislang bei Fussballklubs in Holland, Südafrika und England arbeitete und nun in der Schweiz sesshaft werden will. Weitere Veränderungen sind bis zur Rückkehr in den Meisterschaftsbetrieb zu erwarten. Bis dahin gilt: Daran arbeiten, dass 2019 für den FC Aarau nicht nur ein spannendes, sondern auch ein gutes Jahr wird.

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