Immer teurer: Die Schweizer Banken denken über Erhöhung der Gebühren nach

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Hohe Gebühren und tiefe Zinsen. (KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

"Die Negativzinsen belasten die Banken extrem", sagte EY-Spezialist Patrick Schwaller am Donnerstag vor Medien in Zürich. Die Tiefzinspolitik werde von Jahr zu Jahr negativer beurteilt.

Das Problem, profitabel zu bleiben, drohe sich langfristig zu verschärfen. Daher sei es nicht verwunderlich, dass die Bereitschaft der Banken, die Belastungen der Negativzinsen alleine zu tragen, von Jahr zu Jahr abnehme.

Laut dem Bankenbarometer von EY schliessen nur noch 34 Prozent der befragten Banken die Weitergabe von Negativzinsen kategorisch aus, nachdem es 2015 noch 70 Prozent waren. Und ein Drittel der befragten Banken gab an, den Schwellenwert zur Weiterbelastung von Negativzinsen in absehbarer Zeit senken zu wollen.

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"Im Retailkundengeschäft stellen solche Massnahmen für die allermeisten Banken aber weiterhin ein Tabu dar und es ist derzeit kaum vorstellbar, dass Kundenvermögen von unter 100'000 Franken in naher Zukunft mit Negativzinsen belastet werden", sagte Schwaller.

Mit Gebührenerhöhungen wird hier gegengesteuert. So müssen etwa Privatkunden der Postfinance seit dem Jahreswechsel monatlich eine Kontoführungsgebühr von 5 Franken zahlen. Ausgenommen sind Kunden, die Anlageprodukte im Umfang von mindestens 25'000 Franken halten oder bei der Postfinance eine Lebensversicherung oder eine Hypothek abgeschlossen haben. Zuvor war die Kontoführung für Kunden mit einem Vermögen von über 7'500 Franken kostenlos.

Die Gebühr von 5 Franken erachtet Postfinance-Chef Hansruedi Köng als verhältnismässig. "Im Vergleich zu den Mitbewerbern gehören wir zu den günstigen", sagte er im Dezember in einem Interview. Und ohnehin: "Viele Kundengelder zu haben ist momentan bei Negativzinsen nicht gut für uns."

Zinsen bleiben noch lange tief
Die SNB hatte im Januar 2015 Negativzinsen eingeführt. Und die Banken gehen kurzfristig von keinem Kurswechsel aus. Auch wenn die US-Notenbank eine zinspolitische Normalisierung bereits in Angriff genommen hat, spreche einiges dafür, dass die Zinsen in Europa und in der Schweiz vermutlich noch lange sehr niedrig bleiben, erklärte EY.

Die Mehrheit der befragten Banken (72 Prozent) erwartet aber, dass die SNB mittelfristig - das heisst in ein bis drei Jahren - ihre expansive Geldpolitik beenden und das Zinsniveau sich normalisieren wird.

Bislang hätten die Banken einen Einbruch ihres Zinsergebnisses durch eine massive Volumenausweitung ihrer Kreditbücher verhindern können, erklärte EY weiter. Das Hypothekarvolumen der Schweizer Banken habe sich seit dem Jahr 2000 geradezu verdoppelt.

Doch der Hypothekarmarkt zeige Sättigungstendenzen und das in den vergangenen Jahren beachtliche Wachstum lasse sich so sicherlich nicht in die Zukunft fortschreiben. Deutlich mehr Banken wollen bei Wohnbaufinanzierungen künftig eine restriktivere Kreditpolitik verfolgen - und zwar 44 Prozent der Banken nach 34 Prozent im Vorjahr.

Mehr Arbeitsplätze
Mit Blick in die Zukunft dürfte die Marktlage für Banken insgesamt anspruchsvoll bleiben. Die weltpolitischen Risiken, wie etwa der Handelsprotektionismus und eine vermehrt nationalistische Politik einzelner Länder, hätten deutlich zugenommen. Darüber hinaus sei davon auszugehen, dass sich die Weltwirtschaft vermutlich in der letzten Phase des Konjunkturzyklus befinde, erklärte EY.

Dennoch blicken die Banken positiv in die Zukunft, auch wenn der Optimismus etwas nachgelassen hat. 78 Prozent rechnen für die kommenden sechs bis zwölf Monate mit zunehmenden Geschäftsergebnissen. Im Vorjahr waren es 82 Prozent.

Zudem gehen langfristig mehr Institute von einem Personalaufbau aus (50 Prozent) als von einem Personalabbau (30 Prozent). Und dies obwohl mehr Roboter eingesetzt werden, mehr Geschäftsprozesse automatisiert oder ausgelagert werden.

Für das Bankenbarometer befragte EY im November 100 Mitglieder der Geschäftsleitung von verschiedenen Banken, darunter auch die Schweizer Einheiten der Grossbanken UBS und Credit Suisse.

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