SVP-Kantonsrat stellt Schliessung des Übergangsheims Berghof infrage

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Die Luzerner Psychiatrie will zu detaillierten Fragen zurzeit keine Stellung nehmen. (Ronnie Zumbühl)

Die Luzerner Psychiatrie (Lups) gab Mitte November bekannt, dass sie das Übergangsheim Berghof in St. Urban schliessen und bis im Februar an den Kanton Luzern zurückgeben will (wir berichteten). Nun hat der Kantonsrat Robi Arnold (SVP) einen Vorstoss eingereicht. Er will wissen, was die Beweggründe zur Schliessung des «Berghofs» sind. Anlass gab ihm ein Bericht vom 31. Dezember 2018 in der «Luzerner Zeitung».

Darin kritisiert ein ehemaliger Heimleiter die Schliessung des über 80-jährigen Angebots. Das Argument der Luzerner Psychiatrie, der Betrieb sei zu wenig wirtschaftlich, lässt dieser nur bedingt gelten. Von einem Berghof-Angebot unter kompetenter und einfühlsamer Leitung und mit Rückendeckung der Lups könnten viele Patienten profitieren. Und auch die Steuerzahler, kostet doch ein Berghof-Betreuungsplatz deutlich weniger als ein Langzeit-Klinikaufenthalt, heisst es weiter. Zitiert wird auch der Departementssekretär des Pfaffnauer CVP-Regierungsrats und Vorstehers des Gesundheits- und Sozialdepartements Guido Graf: Die Luzerner Psychiatrie könne unternehmerisch frei entscheiden – sofern das Spitalgesetz sowie die Leistungsvereinbarungen eingehalten würden. Sie sei eine selbstständige Rechtspersönlichkeit im Eigentum des Kantons.

«Existenzen wegrationalisiert»

Robi Arnold will es von der Regierung nun detaillierter wissen: Zum Beispiel was die Beweggründe waren oder wie viel mit der Schliessung jährlich eingespart werde.

Das sei ein Entscheid, der ihn nachdenklich stimme; denn dies seien doch gewachsene Strukturen, die man nicht einfach so beseitigen sollte, sagt Arnold auf Anfrage dieser Zeitung. «Damit werden Existenzen wegrationalisiert. Ich kann zudem nicht nachvollziehen, dass das Übergangsheim aus finanziellen Gründen geschlossen werden muss», sagt Arnold weiter.

Die Luzerner Psychiatrie will zu detaillierten Fragen zurzeit keine Stellung nehmen. Lups-Sprecher Daniel Müller sagt auf Anfrage: «Solange dieser politische Prozess läuft, wird sich die Luzerner Psychiatrie nicht weiter zur Thematik beziehungsweise zu diesem unternehmerischen Entscheid äussern.» In einer Medienmitteilung zur Schliessung des Berghofs gab die Luzerner Psychiatrie aber bekannt, dass mit der Eröffnung des Neubaus Haus C auf dem Klinikareal in St. Urban ab 2019 moderne Infrastrukturen zur Verfügung stehen. Ab diesem Zeitpunkt werde es möglich sein, unter anderem den Patientinnen und Patienten des Berghofs im Haus C zeitgemässe Räumlichkeiten anzubieten. Der Geschäftsbericht 2017 zeigt zudem, dass der Entscheid gar nicht so abrupt fiel, wie es scheint: Die Lups hat damals schon festgehalten, dass sie das Angebot auf dem Berghof nur noch bis Ende 2018 weiterführen will. Ob die Anfrage Arnolds für dringlich erklärt wird, entscheidet der Kantonsrat nun Ende Januar.

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