Zofingen will nicht «Baden gehen»

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Beat Kirchhofer

Olympische Spiele sind seltener als konzeptionelle Angriffe der kantonalen Bildungsverwaltung auf den Schulstandort Zofingen. Der vorletzte erfolgte 2016. Auch damals ging es um die Sparten KV und Maschinenbau. In anderen Jahren stand die Kantonsschule Zofingen zur Disposition. Sie sei zu klein. Die beiden Kantonsschulen in Aarau sollten noch grösser werden – obwohl sie bereits aus allen baulichen Nähten platzen.

Bei den Kantonsschulen fanden Bildungsverwaltung und Politik einen Zauberstab, der sich als Rettungsanker – später gar als Nucleus für Wachstum und Blüte der Kanti Zofingen erwies. Gemeint ist ein intelligentes Überlaufsystem. Dieses weist – wenn nötig – Mittelschüler einer Kanti zu. Sind Aarauer Klassen über dem gesetzlichen Minimum und eine in Zofingen darunter, ordnet der Staat an, dass beispielsweise ein Kölliker nicht nach Aarau darf, sondern Zofingen zugeteilt wird. Weshalb soll das nicht auch für den Bereich KV gelten?

Schliesst man das KV in Zofingen, gibt es im Bildungszentrum leere Schulzimmer – wo aber kann die Kaufmännische Schule in Aarau neue Unterrichtsräume bauen? An ihrem heutigen Standort – dem Pestalozzi-Schulhaus an der Bahnhofstrasse – kaum. Was mutmasslich entstehen würde, ist eine Schule mit Filiale. Was soll das?

KV in Aarau, Maschinenbau auf Lenzburg und Baden konzentriert und separiert. Vor rund 25 Jahren hat man in der Nordwestschweiz die Fachhochschulen verschiedenster Richtung unter einem Dach vereinigt – in Brugg-Windisch einen Campus geschaffen, der einen intensiven Wissenstransfer zwischen den Disziplinen ermöglicht. Genau dies strebt die Berufsfachschule Zofingen an und lebt es auch vor. Beste Beweise dafür sind die eindrücklichen Resultate interdisziplinärerer Berufsmaturarbeiten.

In der Berufsausbildung auf eine interdisziplinäre Vernetzung zu verzichten, ist nicht nur grundfalsch, sondern inkonsequent und widerspricht Aussagen der Regierung in ihrem Entwicklungsleitbild. Da steht: «Kernstädte sind die kantonalen Hauptzentren Aarau und Baden-Wettingen sowie die Regionalzentren Brugg-Windisch, Lenzburg, Rheinfelden, Wohlen und Zofingen. Sie umfassen den funktional zusammenhängenden Siedlungsraum. Sie sind Standorte zentraler Einrichtungen.» Gehört da auch eine Berufsschule dazu? Oder nur ein Gefängnis?

Zentrale Berufsschulstandorte sollen Aarau, Baden und Lenzburg werden – wobei mit Blick auf die Landkarte Aarau und Baden nur bedingt zentral gelegen sind. Allen drei kommt gleich, dass sie im Verkehr versinken – zusätzliche neue Mobilität beschränken möchten – besonders Baden, das sich zur Greater Zurich Area zählt.

Deshalb stellt sich die Frage, weshalb sich acht der elf Bezirke nach Aarau und Lenzburg ausrichten oder gar «Baden gehen» sollen. Gefragt ist ein Schulterschluss der Politikerinnen und Politiker des «Rest-Aargaus». Im Kanton der Regionen tobt derzeit nicht nur im Bereich der Bildung ein Verteilkampf, in welchem ländliche Bezirke gegenüber den kantonalen Gremien am politisch sehr kurzen Hebel sitzen.

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