Bevölkerungsstatistik: Schweizer Wurzeln werden rar

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Jede vierte Schweizerin, jeder vierte Schweizer besitzt zusätzlich den Pass eines anderen Landes. ARCHIV
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Wenn Statistiken zur Bevölkerung unseres Landes veröffentlicht werden, dann sind die Menschen in Schweizer und Ausländer aufgeteilt. Es interessiert, wie gross der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung ist und wie stark er wächst. Die Zahl der Doppelbürgerinnen und -bürger wird ausgeblendet – so auch in den aktuellen Zahlenreihen von Statistik Aargau.

Diese weisen für das erste Halbjahr 2018 ein gesamtkantonales Bevölkerungswachstum von 0,51 Prozent auf 673 466 Personen aus. Die Schweizer Bevölkerung ist um 1685 Personen oder 0,33 Prozent gewachsen – was 505 535 Einwohnerinnen und Einwohner ergibt. Bei der Bevölkerungsgruppe der Ausländerinnen und Ausländer beträgt das Wachstum 1,04 Prozent oder 1731 Personen. Das ist ein neues Total von 167 931.

Auf der Ebene des Bezirks Zofingen ist die Bevölkerung um 0,59 Prozent auf 71 114 Personen gewachsen – die Zahl der Ausländer um 4,28 Prozent, jene der Schweizer um 0,92 Prozent. Was in dieser Aufstellung fehlt, ist die Zahl der Einbürgerungen – im ersten Semester 2018 erhielten im Bezirk Zofingen 140 Personen das Bürgerrecht. Diese 140 sind Teil des statistisch ausgewiesenen Wachstums der Schweizer Bevölkerung.

«Sowohl-als-auch»

Eingebürgert wird auf mehrstufigem, demokratischem Weg – Gemeindeversammlung, Grosser Rat – und nur Leute, die mit unserem Land vertraut sind. Dass dem so ist, bestätigt eine Studie, die im Auftrag der Eidgenössischen Migrationskommission ausgearbeitet wurde. Die Autorinnen und Autoren der 2018 verfassten Arbeit führen aber auch aus: «Wenn man gesellschaftliche Fragen auf die Pole Schweizer und Ausländer beschränkt, hat dies wenig mit der viel komplexeren Wirklichkeit zu tun und verzerrt diese.» Beziehe man Leute mit zwei Pässen in die Statistiken ein, entstehe ein neues Bild: «Nicht das Bild eines Entweder-oder, sondern jenes eines zunehmenden Sowohl-als-auch.»

Unschön daran ist nur eines: Dass sich Doppelbürgerinnen und -bürger fallweise für das eine oder andere Land entscheiden können. «Unsere» Fussballnationalmannschaft und der «Doppeladler» sind da eher Nebenschauplätze. Mit dem «Doppel-Pass» ausgerüstet, kann der Geschäftsmann in die USA als Schweizer einreisen – in ein US-Embargo-Land als EU-Bürger. Militärdienst? Ein junger Mann mit zwei Pässen – die Türkei ausgeblendet – darf in der Regel frei wählen, in welchem Land er seine militärischen Pflichten mit dem geringsten Aufwand erfüllen und sich so sofort und voll Studium und Beruf widmen kann.

Ein Viertel Doppelbürger

Rund ein Viertel der Schweizerinnen und Schweizer sind Doppelbürger, ist eine quantitative Aussage der Studie. Da der Ausländeranteil an der ständigen Wohnbevölkerung in der Schweiz ebenfalls 25 Prozent beträgt, dürften «indigene» Schweizerinnen und Schweizer nächstens in der Minderheit sein.

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