Workshop der Bevölkerung: Weichen stellen für die nächsten Jahre

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Staffelbach aus Sicht der Kindergärtler: Sie wünschen sich Reithalle, Bowling oder Kino. (Lilly-Anne Brugger)
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Einkaufszentrum, Skatepark oder eine Schule mit Pausenplätzen zum Spielen: Einige der Visionen der Primarschüler.
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Die Schüler diskutieren zusammen mit Erwachsenen ihre Visionen für Staffelbach.

Wie soll Staffelbach in 20, 25 Jahren aussehen? Im Rahmen der Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) kann jetzt die Richtung vorgegeben werden, in die die Gemeinde gehen soll. Mehr Steuereinnahmen durch das Schaffen einer Gewerbezone? Eine attraktive Wohngemeinde durch eine intakte Natur? Grosses Wachstum mit Wohnblöcken – oder doch lieber den dörflichen Charakter erhalten? Oder ganz wagemutig: Ein Hallenbad, ein Seilpark, eine Bowlingbahn, ein Kino oder doch ein Flugplatz, ganz so wie es die Schuljugend gerne hätte? Im Rahmen eines Workshops zum räumlichen Entwicklungsleitbild war die Staffelbacher Bevölkerung am Samstag eingeladen, ihre Ideen und Visionen zur Dorfentwicklung einzubringen. «So wissen wir, was die Bevölkerung sich wünscht und können jetzt darauf eingehen und nicht erst bei der öffentlichen Mitwirkung», sagte Frau Vizeammann Karin Hürzeler bei der Begrüssung. Rund 30 Erwachsene und einige Schüler hatten sich in der Mehrzweckhalle zusammengefunden, um gemeinsam über Staffelbach und seine Zukunft nachzudenken.

Organisiert worden ist der Workshop von Suisseplan Ingenieure, dem für die BNO-Revision zuständigen Ingenieurbüro. Moderatorin Gabriele Horvath wies darauf hin, dass im Rahmen der anstehenden BNO-Revision nicht alles verwirklicht werden könne. Es gibt Vorgaben, wie beispielsweise der Richtplan des Kantons. So kann nicht nach Belieben neues Land eingezont werden – egal ob für Gewerbe- oder für Wohnbauten. Wachstum geht meist nur durch Verdichtung nach innen: beispielsweise Mehrfamilienhäuser anstelle von Einfamilienhäusern. Und doch gibt es Spielraum für die Gemeinde: Wo soll eine Verdichtung erreicht werden, wo aber bewusst nicht?

Schüler und Erwachsene

In einem ersten Schritt trugen die Teilnehmer des Workshops die Stärken und Schwächen, aber auch die Chancen und Risiken von Staffelbach zusammen. Positiv sahen die Teilnehmer des Workshops die intakte Natur, in der Staffelbach liegt, aber auch die gute Anbindung für den privaten Verkehr. Der Volg, der einzige noch vorhandene Dorfladen, wird sehr geschätzt, ebenso das ausgeprägte Vereinsleben. Risiken und Schwächen hingegen sind beispielsweise das fehlende Restaurant, der gefährdete Schulstandort, die wenigen Arbeitsplätze aufgrund der fehlenden Gewerbezone und die grossen Neubauquartiere mit Mehrfamilienhäusern. Schon vor dem Workshop hat sich die Schuljugend mit ihrem Wohnort beschäftigt und sich ebenfalls überlegt, was sie an Staffelbach schätzt, was ihr weniger gefällt oder gar Angst macht – und was sie sich für die Zukunft wünscht. Um die Ergebnisse ihrer Überlegungen zu präsentieren, stiessen einige Schüler später zum Workshop dazu. Es zeigte sich: So unterschiedlich sind die Wahrnehmungen der Schüler und der Erwachsenen nicht. Die fehlenden Restaurants, die mangelnden Einkaufsmöglichkeiten oder die grosse Neubausiedlung sind auch für die Schüler negative Punkte; die schöne Natur, dass jeder jeden kennt oder die Schule im Dorf sind hingegen für die Schüler positive Punkte. Für die anschliessende nächste Gruppenarbeit setzten sich viele Schüler zu den Erwachsenen dazu – keine Selbstverständlichkeit, wie Gabriele Horvath sagte.

Charakter erhalten

In einer dritten Gruppenarbeit setzten sich die Teilnehmer quartierweise zusammen. Nun galt es, die prägenden Merkmale der Quartiere zu benennen und zu notieren, welche Merkmale auch weiterhin bestehen bleiben sollen und was sich in den Quartieren verändern soll. Die Teilnehmer aus dem Ortsteil Wittwil betonten, dass ihr Quartier seinen Charakter mit Landwirtschaftsgebäuden und Einfamilienhäusern behalten und auf eine Verdichtung weitgehend verzichtet werden soll. Wenn es doch zu Ein- oder Umzonungen kommen soll, sei es wichtig, die Höhe der neuen Gebäude zu beschränken. Die Teilnehmer aus dem Gebiet Änedorf sahen den erhaltenswerten Charakter ihres Quartiers vor allem im Zusammenspiel von Natur, Landwirtschaft und Gewerbe. Die Arbeitsgruppe schlug vor, anschliessend ans Gebiet Pelzacker eine Gewerbezone neu auszuscheiden. Dort störe sie am wenigsten, beschränke die Sicht weder in den Jura noch in die Alpen. Gleichzeitig könnten dringend nötige Arbeitsplätze geschaffen werden. Von anderen Gruppen wurde beispielsweise eine weitere Gewerbezone Unterer Bühl vorgeschlagen oder die Verdichtung im Zentrum. Nun liegt es an der Planungskommission, die für die BNO-Revision zuständig ist, diese Anregungen und auch die anderen Erkenntnisse des Workshops aufzunehmen.

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