Wie der 53-Jährige Oltner vom Logistiker zum Film-Regisseur wurde

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Hat mit 22 Jahren seinen ersten Spielfilm gedreht: Regisseur Peter Bolliger aus Olten. © frb

Das Bahnhofbuffet Olten ist ein guter Treffpunkt. Auch zunächst noch Unbekannte finden sich hier gut. Peter Bolliger (53) winkt jedenfalls schon und macht sich erkennbar. Er habe keinen weiten Weg ins Bahnhofbuffet, erzählt er, denn er wohnt in der Nähe, an der Martin-Disteli-Strasse in Olten. Und schon beginnt er vom Grund des Treffens zu erzählen: von seinen Filmen.

Er sei ganz und gar als Autodidakt zum Filmen und Drehbuchschreiben gekommen, berichtet er. Ursprünglich als Logistiker im Detailhandel tätig, habe er sich vor rund sieben Jahren selbstständig gemacht und die Firma «Peters Filmwerkstatt» gegründet. «Mit etwa 22 Jahren habe ich meinen ersten Spielfilm gedreht, eine schräge Vampirgeschichte», lacht Bolliger. Geschrieben habe er aber schon immer: Geschichten, Gedichte und dann eben Drehbücher. So seien Filme entstanden, zu denen seine Schwester, die Musikerin ist, auch noch die Filmmusik beisteuerte. «Das Medium Film fasziniert mich, weil ich hier meine Geschichte auf verschiedenen Ebenen erzählen kann», begründet er.

Vorbild Alfred Hitchcock
Im kleinen Kino Camera in Olten – das heute nicht mehr existiert – konnte er seine rund zehn bisher abgedrehten Filme vor Publikum aufführen. Da war alles dabei: Krimi, Dok-Film, Lebensgeschichten, Komödie, Tragödie. Kinobesitzer Konrad Schibli habe ihn stets unterstützt und ihm diese Vorführungen ermöglicht, erwähnt Bolliger dankbar. «Ein Film muss mich emotional bewegen, aber er muss auch unterhalten», und er nennt Alfred Hitchcock als ein Vorbild. «Er hat es geschafft, oft mit wenigen Mitteln Spannung und starke Emotionen zu schaffen.»

Für seine ersten Filme hat Bolliger das Drehbuch geschrieben, die Schauspieler geführt, gefilmt und den Film geschnitten. «Im Filmschnitt habe ich all die Jahre am meisten Lehrgeld bezahlt», erzählt er. Sein bisher auch über die Grenzen von Olten hinaus erfolgreichster Film war der Dok-Film «Buechehof», vom Leben in der sozialtherapeutischen Einrichtung in Lostorf.

Erstmals mit Profischauspieler

Nun ist er an einem neuen, noch grösseren Film. Dieser trägt den Titel «Vom Leben verrückt». Es geht um die Beziehung eines demenzkranken älteren Künstlers zu seinem Schwiegersohn, einem Versicherungsverkäufer, der seine Arbeit verloren hat. Wiederum hat sich Bolliger den Plot ausgedacht und er meint, dass sicher autobiografische Bezüge im Drehbuch vorkommen.

«Meine Mutter ist ebenfalls von dieser Krankheit betroffen.» Im Film wolle er die Welt, wie sie ein von Demenz Betroffener erlebt, zeigen, sagt Bolliger. «Es wird eine dramatische und emotionale Geschichte sein, solides Unterhaltungskino eben.» Zum ersten Mal konnte Bolliger in seinem Cast einen Profischauspieler verpflichten. Der in Solothurn lebende Berliner Schauspieler Jens Wachholz wird in der Rolle des Schwiegersohnes zu sehen sein. Bolligers Onkel, Heinz Bolliger, ein begeisterter Laien-Theaterschauspieler, hat die Rolle des demenzkranken Jakob übernommen. Und, so Bolliger weiter, für die Kamera habe er den bekannten Zofinger Kameramann Peter Schurte gewinnen können.

Eine Low-Budget-Produktion
Insgesamt 21 Personen sind ins Spielfilm-Projekt eingebunden, davon elf Schauspieler und vier Techniker. «Mit den budgetierten 200 000 Franken ist der Film jedoch immer noch eine Low-Budget-Produktion», sagt Bolliger. Für ihn selber jedoch ist dieser der Teuerste all seiner Filme. «Zum ersten Mal haben wir auch das Sponsoring konsequent geplant. Mittels Crowdfunding sei bereits ein schöner Betrag zusammengekommen. «Wir konnten schon Sponsoren wie die Raiffeisenbank oder die SABAG finden und sind jetzt daran, weitere zu akquirieren.» Wichtig sei, dass die Fixkosten mit dem Sponsoring gedeckt werden können, so Bolliger.

Premierendatum steht schon fest

Der Filmdreh sollte Ende September dieses Jahres abgeschlossen sein. Bereits steht das Premierendatum fest: der 7. November 2019. Zunächst in Olten, danach in Solothurn und Aarau wird der Film gezeigt und – so die Hoffnung von Bolliger – 2020 dann im Programm der Solothurner Filmtage.

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