Handys im Skilager: Auf der Piste erlaubt, im Bett nicht

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Kein Schullager ohne Handyregeln: Wer im Skilager zum falschen Zeitpunkt das Handy zückt, muss mit Konsequenzen rechnen. (Shutterstock)
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Bei Regelverstössen droht die vorzeitige Heimreise (Shutterstock)

In wenigen Tagen beginnen nicht nur die Winterferien, sondern vielerorts auch die Skilager. Endlich weg von zu Hause und vogelfrei? Nicht ganz, denn auch in den Skilagern gibt es Regeln: Energydrinks, Alkohol, Tabak und Drogen sind strikte verboten. Und auch für die Handys gibt es Richtlinien, wie eine Umfrage bei den Skilagerveranstaltern der Region zeigt.

«Die Handynutzung ist in einer Lagerordnung klar geregelt, welche die Eltern im Vorfeld unterschreiben», sagt Schulleiterin Diana Albers aus Aarburg. Sie organisiert ein Schneesportlager in Fiesch mit sämtlichen Klassen der 1. Oberstufen. Tagsüber sind die Smartphones erlaubt, nicht jedoch während der gemeinsamen Essenszeiten. «Über Nacht müssen die Handys abgegeben werden, damit der Schlaf nicht zu kurz kommt», sagt Albers weiter. «Bei wiederholtem Verstoss gegen die Lagerordnung müssen die Schülerinnen oder Schüler die vorzeitige Heimreise antreten.»

... Kontrolle ist besser

«Wir haben in den letzten Jahren mit der Nutzung der Handys keine Probleme gehabt», sagt Jürg Klingenfuss, Sportlehrer der Schule Oftringen. Er leitet das Skilager mit 45 Jugendlichen in Klosters vom kommenden Montag an. «Grund dafür sind wohl die klaren Regeln. Das Handy ist tagsüber grundsätzlich erlaubt, um mal auf der Piste ein Foto zu machen oder zu kommunizieren.» Bei den Essen und anderen gemeinsamen Aktivitäten am Abend gilt ein Handyverbot. Zudem bleiben die Smartphones über Nacht alle im Essraum, wo sie auch aufgeladen werden können.» Das Ganze basiert auf einer Vertrauensbasis, zwischendurch finden jedoch Kontrollen statt. «Bei Jugendlichen, die unser Vertrauen missbrauchen, informieren wir die Eltern.» Sollten weitere Probleme mit betroffnen Jugendlichen auftreten, schicken wir sie nach Hause.»

Es sind ja auch Ferien

Marc Vonäsch hat schon Schüler aus dem Skilager des Skiclubs Rothrist heimgeschickt. Ein Schüler hatte auf der Anfahrt im Car eine E-Zigarette geraucht. «Er konnte im selben Car wieder heimfahren», sagt Vonäsch und erinnert sich: «Das war eines der schönsten Lager, weil die Regeln vom ersten Tag an befolgt wurden.» Ein anderer Schüler montierte im Zimmer den Brandschutzmelder ab, damit er im Zimmer rauchen konnte – auch er reiste vorzeitig ab. Das Leiterteam scheut sich auch nicht, am letzten Lagertag Schüler vorzeitig heimzuschicken. So ein Quartett, das am Vorabend beim Rauchen erwischt wurde.

Seit einigen Jahren bietet der Skiclub Rothrist das Skilager an, an dem Schüler aus Brittnau, Strengelbach, Vordemwald und Rothrist teilnehmen können. Seit mehr als zehn Jahren ist in der Skilagerordnung auch der Handygebrauch festgehalten. «Während des Essens und der Nacht darf es nicht benutzt werden.» Auf das Einsammeln verzichtet Vonäsch, denn das Skilager sei ja in den Schulferien und «die Schüler halten sich an die Regeln». Trotzdem bleiben die 92 Kinder und Jugendlichen auf der Lenzerheide nicht vor Stichproben verschont.

Handy für einen Tag eingezogen

Auch das Skilager der Kreisschule Safenwil-Walterswil findet auf der Lenzerheide statt. Neben Alkohol- und Rauchverbot ist für die 26 jugendlichen Lagerteilnehmer auch der Handygebrauch geregelt. «Die Handys dürfen während des Essens nicht sicht- und hörbar sein, ansonst werden sie für einen Tag eingezogen», sagt Lehrerin Susanne Röthlisberger, die für das Skilager zuständig ist. Um 22 Uhr müssen die Schüler sämtliche elektronischen Geräte abgegeben. In der restlichen Zeit dürfen sie sie benutzen. «Sie müssen die Handys nicht auf die Piste mitnehmen, können es aber, um Fotos zu machen.»

Susanne Röthlisberger erinnert sich, als im zweiten Jahr nach der Einführung der Handyregeln gewisse Schüler zwei Geräte mitgenommen haben. Ein altes, ohne SIM-Karte, zum Abgeben, das andere fürs Vergnügen. «Schon in der ersten Nacht haben wir das festgestellt, seither ist dies kein Thema mehr», sagt die Skilagerleiterin. «Wir kontrollieren sehr häufig am Abend in den Zimmern.» In den letzten 17 Jahren, in denen Susanne Röthlisberger das Skilager leitete, hatte sie gleich zu Anfang zweimal die unangenehme Pflicht, jemanden nach Hause zu schicken. «Einmal haben vier Schüler das Alkoholverbot missachtet, und einmal hat eine Schülerin einen Mitschüler übermässig gequält.» Weitere Gründe fürs Kofferpacken sind abseits der Pisten fahren, Alkohol trinken, rauchen oder kiffen.

Rauchen streng verboten

«Bei uns gilt die Regel: Kein Handy am Tisch beim Essen. Und nachts muss das Handy abgegeben werden», sagen Stefan Frühmorgen und Mathias Plattner von der Schule Kölliken. Diese Regeln seien Tradition im Skilager und bestünden sicher schon seit zehn Jahren. Tagsüber dürfen die Schüler die Handys mit auf die Piste nehmen, um Fotos zu machen oder in Notfällen reagieren zu können. «Nachts das ausgeschaltete Handy abzugeben, ist für viele Schüler eine Hilfe, um dann auch mal ruhig schlafen zu können und wieder Energie zu tanken», so die beiden Lehrer. Sie haben es auch schon erlebt, dass Schüler zwei Handys dabei hatten und nur eines abends abgegeben haben. «Das haben wir dann gleich für die ganze Woche eingezogen.» Ein Verstoss gegen Handyregeln ist aus Sicht der beiden Kölliker Lehrer kein Grund, die Koffer packen zu müssen. «Bei rauchen oder Alkoholkonsum jedoch schon.» Dass gegen Haus- oder Lagerregeln verstossen werde, komme immer mal vor. Selten müsse deshalb ein Schüler nach Hause geschickt werden. «Letztes Jahr mussten wir jedoch zwei Teilnehmer abholen lassen», so die Lagerverantwortlichen der Schule Kölliken.

Lager ist ein Schulanlass

Die Oberstufe Zofingen bietet zwei Lager in Adelboden (1./2. Bez.) und in Scuol (3./4. Bez.) an. Die total über 70 Teilnehmer kennen die Regeln schon im Vorfeld und wissen, dass Lager Schulanlässe sind und daher die Schulregeln gelten. Alkohol-, Tabak- oder Drogenkonsum sind verboten, so auch Energydrinks. «Bei asozialem, störendem Verhalten werden die Kinder ermahnt und bei uneinsichtigem, wiederholtem Fehlverhalten allenfalls sogar nach Hause geschickt», sagt Leiter Erhard Schneider. Dies komme glücklicherweise äusserst selten vor. «Während Essenszeiten gehört das Handy nicht an den Tisch», ist eine der Regeln, eine andere will, «dass das Handy auf der Piste in der Jacke bleibt». Abends werden auch in den Zofinger Skilagern, an denen Jugendliche aus Zofingen, Uerkheim, Bottenwil, Strengelbach, Brittnau, Reiden und Wikon teilnehmen, die Handys abgegeben und aufgeladen. Im Lagerhaus oder in der Mittagspause dürfen die Geräte genutzt werden, ebenfalls auch bei speziellen Fotosessions.

WLAN-Passwort bleibt geheim

Eingezogen wird das Handy über Nacht auch bei den 43 Kindern im Schöftler Schneesportlager in Adelboden. «Die Schülerinnen und Schüler dürfen das Handy ins Lager mitnehmen und auf der Piste und während der Freizeit auch gebrauchen», sagt Schulleiter Heinz Leuenberger. Nicht erlaubt sind die Handys bei Tisch oder gemeinsamen Tätigkeiten. Ausserdem wird den Schülern das WLAN-Passwort nicht bekannt gegeben.

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