Kabelhersteller Brugg Cables will 120 Stellen abbauen

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Keystone

Die Abbaupläne begründet Brugg Cables in einer Medienmitteilung mit dem anhaltend hohen Preisdruck am Markt.

Die Kabel-Tochter der Brugg-Gruppe sei als Schweizer Anbieterin von Kabelsystemen mit einem starken internationalen Wettbewerb, hohem Preisdruck wegen Überkapazitäten und der zunehmenden Lokalisierung der Kabelproduktion in Exportmärkten konfrontiert, hiess es im Communiqué vom Dienstag. Als Schweizer Hersteller kämen hohe Produktionskosten und Währungsrisiken dazu.

 

Die Division habe deshalb in den letzten Jahren insgesamt ungenügende Ergebnisse verzeichnet, hiess es weiter. Den Umschwung soll nun das Programm "ChangeToFit" bringen. Das heisst: In der Schweiz wird die Kabelfertigung auf Kernprodukte ausgerichtet.

Sozialplan vorgesehen

Aus diesem Grund will die Gruppe schrittweise und bis im kommenden Jahr 120 ihrer weltweit 520 Stellen abbauen. Davon betroffen sei der Hauptsitz in Brugg. Soweit möglich soll der Abbau aber über natürliche Abgänge und Frühpensionierungen aufgefangen werden.

Für diejenigen Mitarbeitenden, denen dennoch die Kündigung droht, werde ein Sozialplan umgesetzt. Teil davon ist etwa ein Jobcenter, das die Betroffenen noch während ihrer Anstellung auf die künftige Stellensuche vorbereiten und dabei unterstützen soll. Zudem wird auch geprüft, ob die Angestellten innerhalb der Gruppe einen neuen Arbeitsplatz erhalten könnten.

Brugg-Cable-Chef Samuel Ansorge bedauerte in der Mitteilung, dass die gegenwärtige Marktsituation einen Personalabbau notwendig mache. Dem Schweizer Markt komme weiterhin eine grosse Bedeutung zu.

Mehrere Sparrunden

Der Preisdruck im Kabelmarkt hatte die Gruppe in den letzten Jahren schon zweimal zum Rotstift greifen lassen. 2016 fielen am Hauptsitz 60 Stellen weg, insgesamt wurden 90 der damals 660 Stellen abgebaut. 2013 wurden 26 Arbeitsplätze gekappt.

Brugg Cables, früher unter dem Namen Kabelwerke Brugg bekannt, gehört zur Brugg Gruppe und ist dort die zweitgrösste Tochter. Die Brugg-Gruppe wird mehrheitlich von den Aktionärsfamilien Suhner und Wartmann kontrolliert und beschäftigt weltweit 2000 Mitarbeitende.

Brugg Cables entwickelt, fertigt, installiert und wartet Kabel, Zubehör und Systemlösungen für die Energieübertragung und -verteilung. 2017 setzte das Unternehmen 147 Millionen Franken um. Neben dem Hauptsitz in Brugg verfügt das Unternehmen über Niederlassungen in zehn Ländern und über Produktionswerke in China und Polen.

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