Der EHC Olten führt die GCK Lions auf fremdem Eis vor und gewinnt 11:0

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Ein dominanter EHC Olten schiesst die GCK Lions mit 11:0 ab. (Bild: Andy Mueller/Freshfocus)

Man müsse nicht den Anspruch haben, «die Welt abschiessen zu wollen», sagte EHCO-Trainer Chris Bartolone am Montagmorgen nach einem einberufenen Teammeeting, in welchem nach einem Wochenende mit zwei Niederlagen vor allem das Video-Studium nicht zu kurz gekommen ist. Doch genau dies tut der EHC Olten am Dienstagabend auf fremdem Eis: Die Powermäuse schiessen die GCK Lions mit 11:0 ab und machen dabei um ein Haar das Dutzend voll.

Noch einmal auf sein eigenes Zitat angesprochen, meinte Chris Bartolone lachend: «So kann Eishockey sein. Unsere Besprechung war sehr gut. Ich bin nun mal ein Coach, der Probleme ausdiskutiert haben will. Ich mag nicht, wenn man Unstimmigkeiten mit sich herumträgt und in sich frisst», sagte er.

Im Zentrum des beeindruckenden Sieges standen beim EHCO nicht einmal die elf Treffer. Viel mehr wurde nach der Partie vor allem die Teamleistung in der Defensive hervorgestrichen. Torhüter Matthias Mischler verbrachte keinen einfachen Abend. Er wurde nicht regelmässig gefordert, was es schwierig für ihn machte, überhaupt ins Spiel zu finden.

Doch auch als der EHCO vor allem im Schlussdrittel defensiv mehr zuliess, war bei Mischler stets Endstation. Und er zeichnete sich teilweise mit mirakulösen Paraden aus. Am Ehrentreffer stand GCK-Verteidiger Roger Karrer am nächsten, er traf in Überzahl (41. Minute) aber nur den Pfosten. Es war dem EHCO in der Folge wieder etwas verstärkt anzumerken, dass Mischlers erster Saison-Shutout auch dem Kollektiv besonders wichtig war. 

Offensive Kunst bewiesen 
Und offensiv? Da brillierte der EHC Olten mit Geschwindigkeit, hoher Passqualität, Spielintelligenz und Spielwitz. Kurzum: Die Oltner haben offensive Kunst bewiesen. «Es hat Spass gemacht. Egal, was man beabsichtigte zu spielen, es hatte funktioniert. Heute waren wir von Beginn an präsent und wurden auch damit belohnt, dass fast jede Scheibe reinging. Wir wollten eine Reaktion auf das verpatzte Wochenende zeigen», bilanzierte Stan Horansky.

Der EHCO-Stürmer wurde mit drei Toren und einem Assist zum Oltner Mann des Spiels gewählt. Es ist sein erster Hattrick in seiner Profi-Karriere. «Ein schönes Gefühl», sagte er und vergass nicht, auch seine Teamkollegen zu loben. Er wisse zudem nicht, wann er letztmals 11:0 gewonnen habe. «Es muss zu Novizen-Zeiten gewesen sein.» Horansky war es denn auch, der nach nur 42 Sekunden das Skore eröffnete. Martin Ulmer, Diego Schwarzenbach und Ueli Huber erhöhten auf 4:0.

Zum Ärger von GCK-Trainer Leo Schumacher. Er zog das Timeout und versuchte mit einem Torhüterwechsel von Daniel Guntern auf Wolfgang Zürrer, seine Junglöwen zu wecken. Doch der GCK-Ersatztorhüter hatte kaum einen Moment Zeit, sich einen Überblick zu verschaffen, da lag die Scheibe mit dem ersten EHCO-Schuss auf Zürrer zum 5:0 schon wieder im Tor. Gespielt waren gerade mal 14 Minuten.

EHCO-Powerplay umgestellt
Selbst das in den letzten Spielen wenig bis gar nicht funktionierende Überzahlspiel war mit dem ersten Versuch erfolgreich. Silvan Wyss hatte auf sehenswerten Cason-Hohmann-Pass getroffen. Ganz grundsätzlich hat Trainer Chris Bartolone am Powerplay herumgeschraubt. Die ersten beiden Überzahllinien waren mit vier Stürmern und einem Verteidiger zusammengestellt. Ob er auch in den kommenden Spielen daran festhalten wolle, wisse er nicht. «Es müssen alle bereit sein, Powerplay spielen zu können», sagte Bartolone lakonisch.

Schliesslich setzte Bryce Gervais nach einer verpatzten 5:3-Situation zur Einzelleistung an und erhöhte auf 7:0. Nach dem 8:0 (Jewgeni Schirjajew) und 9:0 (Stan Horansky) nahm der EHCO etwas den Fuss vom Offensivpedal und legte vermehrt den Fokus auf die Defensivarbeit. Was aber nicht zu bedeuten hatte, dass niemand für das «Stängeli» verantwortlich zeichnen wollte: Martin Ulmer gebührte das spezielle Tor.

Stan Horansky schloss auf einen schönen Pass von Simon Lüthi den Kreis an diesem speziellen Abend. Bartolone: «Mir hat gefallen, wie das Team über 60 Minuten fokussiert war und trotz Resultat konzentriert blieb. Ich schaue den letzten sechs Spielen positiv entgegen.»

GCK Lions - Olten 0:11 (0:6, 0:3, 0:2)
Küsnacht. – 180 Zuschauer. – SR: Ströbel/Potocan, Betschart/Dreyfus. - Tore: 1. (0:42) Horansky (Hohmann, Rouiller) 0:1. 6. Ulmer (Gerber, Wyss) 0:2. 12. Schwarzenbach (Haas, Gervais) 0:3. 13. Huber (Rexha, Schneuwly) 0:4. 14. Schirjajew (Horansky, Gerber) 0:5. 16. Wyss (Hohmann, Rouiller/Ausschluss Andersson) 0:6. 25. Gervais (Ulmer/Ausschluss Puide) 0:7. 26. Schirjajew (Wyss/Ausschluss Hardmeier) 0:8. 37. Horansky (Hohmann, Rouiller) 0:9. 47. Ulmer (Wyss, Mäder) 0:10. 56. Horansky (Lüthi, Schirjajew) 0:11. – Strafen: 8-mal 2 Minuten plus 10 Minuten (Hardmeier) gegen die GCK Lions, 4-mal 2 Minuten gegen Olten.
GCK Lions: Guntern (13. Zürrer); Geiger, Peter; Burger, Karrer; Sidler, Andersson; Hayes, Suter, Fabian Berni; Lazarevs, Sigrist, Brüschweiler; Meier, Mathew, Puide; Braun, Hardmeier, Cohen.
Olten: Mischler; Grossniklaus, Rouiller; Zanatta, Lüthi; Bagnoud, Colin Gerber; Heughebaert, Bucher; Horansky, Schirjajew, Hohmann; Schwarzenbach, Gervais, Haas; Wyss, Mäder, Ulmer; Schneuwly, Rexha, Huber.
Bemerkungen: Olten ohne Muller, Eigenmann, Truttmann, Vodoz (alle verletzt), Barbero (überzählig) und Roland Gerber (SCL Tigers). GCK Lions ohne Riedi, Chiquet, Ulmann (alle verletzt), Büsser (krank), Tim Berni, Backman und Hinterkircher (alle ZSC Lions).

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