Gemeinderat Wikon: Folgt auf Wiederkehr eine Wiederkehr der SP?

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Die früheren Gemeinderäte Roger Wymann und Esther Ammann überlegen sich ein Comeback (Archivbild ZT)

Der Wikoner Gemeinderat wollte am Dienstagabend eigentlich die Demission seines Präsidenten René Wiederkehr (parteilos) behandeln. Dieser hatte am letzten Freitag seinen Rücktritt per 1. Mai angekündigt (wir berichteten). Weil nicht alle Räte anwesend sein konnten, wurde das Traktandum auf den 5. Februar verschoben. Dann werde über die Demission und den Terminplan der Neuwahl entschieden, sagte Vizepräsidentin Michaela Tschuor gestern auf Anfrage. Die Ersatzwahl für den zurücktretenden Gemeinderat Markus Dietrich (parteilos) ist indessen terminiert: Am Sonntag 31. März gibts eine Urnenwahl für den Rest der Amtsdauer 2016 bis 2020. Wahlvorschläge müssen bis zum 11. Februar eingereicht werden. Dietrich hatte bereits Anfang November seinen Rücktritt bekannt gegeben.

Nächste Woche trifft sich der Gemeinderat mit den Ortsparteien, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Bereits in Stellung gebracht hat sich die SP. Die früheren Gemeinderäte Roger Wymann und Esther Ammann überlegen sich ein Comeback, bestätigt Roger Wymann, Ansprechperson des Vorstands, auf Anfrage dieser Zeitung. Aber nur, wenn es nicht genügend Kandidatinnen und Kandidaten gebe, präzisiert Wymann. «Das soll nicht heissen, dass wir Anspruch auf einen Sitz haben. Es soll auch keine Parteiwahl geben. Aber wir kennen das System bereits – und so fällt die Einlernphase weg.»

Die Vorstände der SP und der SVP Wikon haben den Gemeindepräsidenten René Wiederkehr vor zwei Wochen in einem öffentlichen Brief zum Rücktritt aufgefordert. Einen Putschversuch stellt Wymann aber klar in Abrede. Vielmehr sieht er sich nun in der Verantwortung.

Roger Wymann und Esther Ammann sind im Juni 2017 zurückgetreten. 2006 wurde Wymann in den Gemeinderat gewählt, ab 2012 hatte er die Funktion als Gemeindeammann inne. Ammann hatte ab 2012 Einsitz in der Behörde.

Zurückhaltung anderer Parteien

So offensiv wie die SP gibt sich keine andere Ortspartei. Der Parteipräsident der SVP Wikon, Silvan Schütz, schreibt auf Anfrage: «Die SVP Wikon nimmt den Rücktritt von René Wiederkehr im positiven Sinn zur Kenntnis und konzentriert sich nun auf einen konstruktiven Neuanfang.» Das genaue Vorgehen bei der Kandidatensuche werde die SVP in der kommenden Vorstandssitzung besprechen. Die FDP Wikon respektiert Wiederkehrs Rücktritt. In Sachen Kandidaturen sagt Parteipräsident Andreas C. Brändle kurz und knapp: «Wir halten uns zurück.» Einer Rückkehr Roger Wymanns steht er aber skeptisch gegenüber.

Die CVP Wikon hat sich bereits vor wenigen Wochen getroffen, um die Demission von Markus Dietrich zu besprechen. «Wir werden uns sicherlich auf die Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten machen», sagt Parteipräsidentin Rosmarie Brunner. Das sei aber schwierig heutzutage, und die Querelen der letzten Monate machten dieses Unterfangen nicht einfacher. Ein potenzielles Comeback der ehemaligen Gemeinderäte hält sie indessen nicht für sinnvoll. «Sinnvoller finde ich, wenn man frische Personen ohne Altlasten portiert. Aber klar, die muss man zuerst finden.»

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