Die Autonummer «SO 1» ist wieder zu haben – «AG 1» gehört der Kantonspolizei Aargau

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«SO 1» ist wieder im Depot der Motorfahrzeugkontrolle - und wird demnächst versteigert. (Bild: Solothurner Zeitung)

Prominenter als mit der Nummer 1 kann man auf Solothurns Strassen nicht unterwegs sein – und das hat sich ein Mann viel kosten lassen: 1994 bezahlte ein Solothurner Berufsschullehrer 20'000 Franken für die Nummer «SO 1» und sorgte damit für nationales Aufsehen. Es war damals das erste Mal, dass ein Kanton Autoschilder versteigerte.

Jetzt ist das Schild wieder im Depot der kantonalen Motorfahrzeugkontrolle (MFK), wie Amtschef Kenneth Lützelschwab auf Anfrage bestätigt. Ob «SO 1» wieder für viel Geld weggehen wird? Der Blick in andere Kantone lässt diese Vermutung zu. «VS 1» brachte dem Wallis 160 000 Franken, «SG 1» ging für 135 000 Franken weg und auch «VD 1» erreichte über 131 000 Franken. Dagegen waren «SH 1» mit 36 000 Franken und «AR 1» mit 69 000 Franken schon fast günstig.

Graubünden will die «1» behalten

Kein Geld machen wollte dagegen der Kanton Graubünden mit seiner Nummer 1: Der Regierung lag zwar ein Gebot über 160'000 Franken für «GR 1» vor. Die Bündner Exekutive aber, die «GR 1» und «GR 2» für die eigenen Dienstlimousinen nutzt, erklärte die Nummer für unverkäuflich.

Auch andernorts ist die «1» dem Staat oder besonderen Zwecken vorbehalten: «AG 1» gehört der Polizei, «NW 1» der Regierung, in Bern prangt «BE 1» an einem Taxi und «LU 1» gehört dem Verkehrshaus der Schweiz. Dass der Kanton Solothurn die Nummer 1 behält, ist nicht vorgesehen. «Die Nummer wird versteigert», sagt Lützelschwab. Der genaue Zeitpunkt dafür sei allerdings noch nicht festgelegt worden. Die schwarzen Dienst-Audis der Solothurner Regierung haben auch sonst prominente Kennzeichen: Sie sind traditionell mit SO 701, 702 und 703 bestückt.

«Innovative» Idee, Geld zu machen

Auf die Idee, Kontrollschilder zu versteigern, war die Solothurner Regierung 1993 gekommen, als in der Staatskasse wieder einmal Ebbe herrschte und neue Einnahmequellen gefragt waren. 1994, bei der ersten Auktion überhaupt, löste der Kanton innert einer Stunde 111 600 Franken. Inzwischen sind fast alle Kantone dem Pionierbeispiel gefolgt und versuchen, mit prestigeträchtigen Autonummern und eitlen Fahrzeugbesitzern Geld zu machen.

Jeder Solothurner will sich zwar nicht eine tiefe Nummer kaufen, was sich inzwischen daran zeigt, dass Hunderte vierstelliger Kennzeichen im Depot der MFK lagern. Trotzdem lohnt sich das Geschäft für den Kanton: 600 000 Franken hat man im vergangenen Jahr mit dem Verkauf der Nummern eingenommen, wie Amtschef Kenneth Lützelschwab auf Anfrage erklärt. 2015 und 2016 waren es ebenfalls über eine halbe Million Franken. Versteigert werden längst nicht alle davon: Die drei- und vierstelligen Nummern verkauft der Kanton zu Fixpreisen; die erhältlichen Nummern sind auf der MFK-Homepage aufgeschaltet. 1500 Franken muss bezahlen, wer ein vierstelliges Kontrollschild will. Für dreistellige werden 3000 Franken fällig (derzeit erhältlich: 434 in einer Online-Auktion und 941 im regulären Verkauf). Regelmässig allerdings bietet die MFK Aktionen an, bei denen vierstellige Nummern auch unter 1000 Franken gekauft werden können.

Nur der Staat darf handeln

«SO 1» ist nun nach dem Tod des Halters wieder ins Depot gelangt. Zwar können Ehegatten Kontrollschilder übernehmen. Anders als in anderen Kantonen können die Kennzeichen im Kanton aber nicht vererbt oder gar selbst weiterverkauft werden. Liberal sind in dieser Frage etwa Zug oder Graubünden, wo Schilder von den Haltern weiterverkauft werden können. So erhielt die Gemeinde Davos, an deren Postautos tiefe Nummern waren, für «GR 35» nicht weniger als 100 000 Franken, sowie je 50 000 für «GR 37» und «GR 38». Gekauft hatte sie übrigens ein professionieller Nummernhändler.

Bald «SO 200 000»?

Nicht nur das tiefste, auch das höchste Kennzeichen ist noch im Depot der Motorfahrzeugkontrolle. Es lautet «SO 190 500». «Wenn die Anzahl der Fahrzeuge weiterhin um 1 bis 2 Prozent jährlich ansteigt, wird ‹SO 200 000› voraussichtlich in vier bis sechs Jahren vergeben werden», sagt Amtschef Lützelschwab. Alle zwei Monate bestellt die MFK neue Schilder. Produziert werden diese übrigens im Kanton Solothurn, nämlich bei der Firma Stebler Blech AG in Nunningen. Den Schwarzbuben wurde 2017 bei der Ausschreibung des Produktionsauftrages der Zuschlag erteilt. Sie dürfen bis 2022 die Solothurner Kontrollschilder herstellen – ein Privileg, das Schweizer Herstellern vorbehalten ist. Weil nämlich die Hoheitsabzeichen von Bund und Kanton auf dem Blech sind, darf die Produktion nicht im Ausland erfolgen.

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