Das vermieste Kunststück des Matthias Mischler

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Kein Durchkommen für Thurgaus Adam Rundqvist gegen Oltens Goalie Matthias Mischler. (Bild: Freshfocus)

Es schien fast, als ob die Schiedsrichter Oltens Goalie Matthias Mischler noch einmal auf Herz und Nieren prüfen wollten. Erst gaben sie EHCO-Captain Lukas Haas 47 Sekunden vor der Schlusssirene eine Strafe. 29 Sekunden später schickten sie auch noch Chris Bagnoud aufs Sünderbänkchen. Und so kam das, was kommen musste. Die Thurgauer trafen acht Sekunden vor dem Spielende noch zum 1:3 und vermiesten damit Mischler ein Kunststück, welches es ihm schon so lange nicht mehr gelungen ist, dass er sich selber nicht daran erinnern konnte: Zwei Shutouts in Serie. Gross ärgern mochte sich der Oltner Schlussmann über das verpasste Zu-Null allerdings nicht. «Hauptsache gewonnen», lautete sein Fazit nach einem Spiel, in welchem sich der EHC Olten gegen einen Kontrahenten, gegen den man sich schon fast traditionell schwertut, drei wichtige Punkte im Kampf um die Tabellenspitze sicherte.

Matthias Mischler hatte nach dem 11:0-Sieg seiner Mannschaft am Dienstag gegen die GCK Lions bereits Gipfeli für alle mitbringen müssen (der Schütze des zehnten Treffers, Martin Ulmer, war für das Bier besorgt). Diesmal blieben Mischler weitere Unkosten erspart. Aber eigentlich müssten ihm seine Vorderleute ein Geschenk besorgen. Denn es war vor allem dem starken Oltner Keeper zu verdanken, dass sich der EHCO in diesem harzigen Spiel letztlich durchsetzte. Denn die Powermäuse fanden lange Zeit kein Rezept, gegen die clever agierenden Ostschweizer zu wirklich guten Torchancen zu kommen. Im ersten Drittel brachte man nur sechs (meist harmlose) Schüsse auf das Thurgauer Tor zustande. Die Oltner waren auf den letzten Metern zu wenig zielstrebig und machten den Gästen die Verteidigungsarbeit leicht.

Erst Jewgeni Schirjajew brach den EHCO-Torbann, indem er einen Penalty souverän verwandelte (24.). Doch auch dieses Erfolgserlebnis hatte nur bedingt die erwünschte Wirkung aufseiten der Oltner, die in der Offensive den Tritt nie richtig fanden. Was auch damit zusammenhängen mag, dass Headcoach Chris Bartolone mit den Rückkehrern Marco Truttmann und Devin Muller (beide agierten unauffällig) frische Kräfte brachte und so die Linien etwas durcheinanderwirbelte. In diesem Zusammenhang bemerkenswert: Stefan Mäder war erstmals in dieser Saison überzählig – nicht ganz überraschend. Der kräftige Mittelstürmer wirkte zuletzt etwas ausgepumpt.

Starkes Boxplay

Dass sich die Oltner letztlich erstmals in dieser Saison nach 60 Minuten gegen den HC Thurgau durchsetzten, lag neben dem glänzend aufgelegten Mischler auch am gut funktionierenden Unterzahlspiel (wenn man den Gegentreffer kurz vor Schluss ausklammert). Die Oltner wurden von den etwas wirr pfeifenden Schiedsrichtern bestimmt nicht bevorteilt und fanden sich sechsmal mit einem Mann weniger auf dem Eis.

Es passte, dass das vorentscheidende 2:0 durch den eben von der Strafbank gekommenen Anthony Rouiller fiel. Der Oltner Offensivverteidiger kommt nach seiner Verletzungspause immer besser in Schwung. Es wäre an der Zeit, dass er im derzeit immer noch recht holprigen EHCO-Powerplay den Platz als Steuermann der ersten Überzahl-Formation an der blauen Linie von Simon Lüthi übernimmt.

 

SCL-Schützenfest gegen Schlusslicht 

36 Minuten dauerte es  ehe der zehnte Treffer für den SC Langenthal gegen die Biasca Ticino Rockets Tatsache war. Pascal Pelletier war es, der nach einem Zusammenspiel mit Philipp Rytz Connor Hughes bezwingen konnte und damit das 10:0 erzielte. Nicht nur dieses Zwischenresultat zeigt, dass die Tessiner vollkommen überfordert waren. Die Lücken im Defensivspiel der Gäste waren markant, immer wieder kamen die Oberaargauer deshalb mitten im Slot zum Abschluss, sodass das Toreschiessen relativ einfach wurde. Ausserdem schien der SCL selbst ohne gegnerische Strafminuten meist in Überzahl auf dem Eis zu sein. Nur, wer ständig die Feldspieler zählte, war sich sicher, dass keine Strafe wegen zu vielen Spielern auf dem Eis drohte.

Schon im ersten Abschnitt hatten die Langenthaler mächtig aufs Gas gedrückt. In der fünften Minute kam das 1:0 mittels Weitschuss von Rytz, Hans Pienitz schoss nach einem Solo in der 10. Minute einen Shorthander zum 3:0. Bis zur Pause stand es nach zwei Toren von Robin Leblanc und einem Treffer von Luca Wyss bereits 6:0.

Im Mitteldrittel sorgte dann vor allem die erste Linie für Furore. Zuerst traf Brent Kelly nach einem Querpass Pelletiers, dann setzte sich Giacomo Dal Pian in einem Ringkampf im Slot durch, ehe Pelletier ebendiesen zehnten Treffer schoss.

Bis zuletzt blieb die Partie speziell. Einerseits wurden vier Treffer in Überzahl geschossen, andererseits konnte sich Robin Leblanc als dreifacher Torschütze feiern lassen. Bei diesem Schützenfest mit dem Schlussresultat von 12:1 – sechs Minuten vor Schluss verhinderte Biascas Portmann Viktor Östlunds Shutout – konnte man kaum glauben, dass diese energisch auftretende, selbstsicher spielende Mannschaft je einmal Probleme mit dem Toreschiessen gehabt haben könnte. Immerhin hatte der SCL mit diesem 12:1-Sieg soeben den Clubrekord gebrochen. (ryl)

 

 

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