Gretas Welt im Vegi-Restaurant

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Als ich am Freitag durch die Zürcher Innenstadt ging, machte ich mir darüber Gedanken, ob ich in dieser Kolumne über Greta Thunberg schreiben sollte. Der Mensch hinter der 16-jährigen Klimaaktivistin, welche mit der Bahn von ihrer Heimat in Schweden nach Davos ans WEF gefahren ist, fasziniert mich. Der Rummel um Greta hat seinen Höhepunkt aber vermutlich bereits erreicht. Wenn sie sich nun nicht noch verrücktere Aktionen ausdenkt, werden sich die Medien künftig nur noch minimal für sie interessieren, zumal Greta nicht für immer das niedliche Mädchen mit den Zöpfen bleiben wird. Und ihre Medienpräsenz am WEF war auch nur dank Donald Trumps Abwesenheit so gross. Sollte ich meine Gedanken zu Greta also in meiner Kolumne niederschreiben? Tatsächlich war es ein grosser Zufall, der mir meine Entscheidung abnahm. Und ich liebe Zufälle. Als ich im vegetarischen Selbstbedienungsrestaurant meinen Teller füllte und kurz zur Seite blickte, stand neben mir ein Mädchen mit Kapuzenpullover und Zöpfen. Greta Thunberg. Während der Mahlzeit mit ihrem Vater schwieg sie fast die ganze Zeit und verzog kaum eine Miene. Dieses Mädchen lebt offensichtlich in ihrer eigenen Welt. Kaum jemand kann erahnen, was in ihrem Kopf vorgeht. Vermutlich nicht einmal ihr Vater, welcher sie bei ihren Vorhaben unterstützt und mit ihr durch Europa reist. Vater und Tochter zu beobachten war so spannend, dass ich sie von diesem Moment an gerne ein halbes Jahr lang begleitet und ein dickes Buch über die gemeinsamen Erlebnisse geschrieben hätte. Bereits mit 11 Jahren kniete sich Greta derart in die Problematik des Klimawandels hinein, dass sie depressiv wurde. Anschliessend wurde bei ihr unter anderem das Asperger-Syndrom diagnostiziert. Für Greta gibt es keine halben Sachen. Klimaaktivismus ist für sie im Gegensatz zu vielen Greenpeace-Populisten und Grünen-Politikern kein Lifestyle, sondern bitterer Ernst. Ihre Aussagen und Aktionen mögen naiv und übertrieben klingen. Doch in Gretas Welt sind sie selbstverständlich. So war das Mädchen wohl die einzige Person, welche am WEF auf Heuchelei verzichtete und derart deutliche Worte fand. Vermutlich müssten wir alle in Gretas Welt leben, um ihre Botschaften und Sorgen nicht nur niedlich und bewundernswert zu finden, sondern sie auch wirklich zu verstehen und Konsequenzen daraus zu ziehen.
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