Wie die 19-Jährige die Modemetropolen London, Paris und Mailand erobert

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Stella Joyce Rennhard posiert am selbst organisierten Shooting in Mailand.Rafael dos Santos Ferreira

Genüsslich trinkt Stella Joyce Rennhard ihren mit Schokoladenpulver bestäubten Cappuccino. Mit einem Auge schielt sie auf den Bildschirm ihres iPhones und checkt ihren Instagram-Account. Unter dem Benutzernamen «stella_joyce» gibt sie ihren über 2200 Abonnenten Einblick in ihr Leben – sonnend an den Stränden von Griechenland oder posierend in den Parks von Mailand. Dabei stets markiert sind die Hersteller ihrer durchgestylten Outfits. Solche Posts sowie die Anzahl an Abonnenten legen es nahe, die aus Roggliswil stammende Rennhard als Influencerin, als eine in den sozialen Medien besonders einflussreiche Person, zu bezeichnen.

Den Kopf vom Bildschirm aufhebend interveniert sie ganz bestimmt: «Eine Influencerin bin ich keine – ich sehe mich als Markenbotschafterin.» So widerspricht es den Prinzipien der 19-Jährigen, Produkte einmalig zu bewerben, ohne sich mit ihnen oder den dahinterstehenden Marken identifizieren zu können. «Ein mir nichtssagendes Produkt möchte ich nicht promoten», sagt sie dazu. Als Markenbotschafterin geht es ihr vielmehr darum, die Marke zu verstehen – zu wissen, welche Intentionen der Designer hatte, wo die Kleider produziert wurden und welche Materialien Verwendung fanden. Im Gegenzug darf sie sich in die Inszenierung der Mode einbringen und Shootings nach ihren Vorstellungen organisieren: «Von der Location über das Outfit bis zum Make-up darf ich alles selbst auswählen», was sehr motivierend sei. Dabei steht die erdbeerblonde Rennhard auch selbst vor den grossen Objektiven der Fotografen und posiert für die perfekte Ablichtung.

Von der Mode fasziniert

Die Liebe zur Mode hat sie schon lange. Mit neun Jahren las die mittlerweile in Zürich wohnhafte Rennhard die Biografien grosser Designer und «bereits mit zehn Jahren trug ich zu Hause vor dem Spiegel meine ersten High Heels». Erklären kann sie sich den Ursprung ihrer Faszination für die Mode allerdings nicht. In ihrer Familie sei sie die Einzige, welche eine solch grosse Zuneigung zur Mode habe, reflektiert Rennhard über die Herkunft ihrer Begeisterung. Nichtsdestotrotz haben sie ihre Eltern immer unterstützt. Selbst dann, als sie mit 17 Jahren beinahe mehr Zeit vor der Kamera als in den Klassenzimmern der Kantonsschule Sursee verbrachte.

Diesen Spagat zwischen Ausbildung und Leidenschaft hat sie nicht etwa aus Leichtsinnigkeit oder Naivität gewagt, sondern ganz bewusst gemacht. «Ich habe schon sehr früh erkannt, dass es lange Zeit braucht, um in dieser Branche etwas erreichen zu können», erklärt das junge Model. Dabei betont sie, wie wichtig das Netzwerk, die persönlichen Kontakte zu Designern, renommierten Fotografen und sonstigen Schlüsselfiguren in der Modeindustrie seien. Ohne Netzwerk komme man nicht weit, man könne nicht einmal ein Shooting organisieren, so Rennhard.

Für ihre Fähigkeit als Model sowie als bedachte und scharfsinnige Netzwerkerin sprechen ihre Erfolge: Neben regelmässigen Shootings in den Modemetropolen wie London, Paris oder Mailand ist sie Botschafterin des Magazins «Friday», des britischen Modeunternehmens «Pepe Jeans London» und der «Boutique Risqué» aus Zürich.

Keine Zukunft als Model

Trotz diesen namhaften Referenzen und den klischeehaften Massen von 90-60-90 sieht sie ihre Zukunft gleichwohl nicht vor den Kameras bekannter Fotografen. «Für mich ist das Modeln vor allem eine Möglichkeit, interessante Menschen kennenzulernen», so Rennhard. Menschen, welche die ehrgeizige junge Frau auf ihrer weiteren Laufbahn unterstützen können.

Denn in der Modeindustrie möchte sie trotzdem bleiben. Wohin es die 19-Jährige darin verschlagen wird, ist noch offen. Sie kann sich vorstellen, die Studiengänge Modemanagement oder Modemarketing in Lausanne zu belegen, liebäugelt aber mit einem Studium in einer Grossstadt wie Paris oder New York. In deren Getümmel würde sich der selbstbezeichnete Stadtmensch mehr als wohlfühlen. Am vergleichsweise sehr ruhigen Roggliswil würde sie ihre Familie und das eiskalte Brunnenwasser vermissen.

Während Stella Joyce Rennhard von ihrem Leben in einer Grossstadt träumt, geniesst sie den letzten Schluck ihres mittlerweile erkalteten Cappuccinos und wendet sich wieder ihrem iPhone zu. «Ich habe noch einige Anfragen zu beantworten», sagt sie und spinnt damit weiter an ihrem ohnehin schon grossen Netzwerk.

Werbeträger auf den sozialen Medien

Als Influencer (dt. Beeinflusser) werden Personen bezeichnet, die in den sozialen Netzwerken besonders einflussreich sind und durch ihre Reichweite als Träger für die Werbung und die Vermarktung von verschiedensten Produkten fungieren. Die dadurch anfallenden Marketing-Ausgaben werden für das Jahr 2019 auf rund 35 Millionen Franken geschätzt.

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