Was nun, Herr Rahmen? Oder warum er beim Rückrunden-Start noch immer Trainer des FC Aarau ist

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Trainer Patrick Rahmen will mit dem FC Aarau auch zum Rückrunden-Auftakt weiter an der Aufholjagd arbeiten.

Zahlen lügen nicht. Sechs Spiele, null Punkte, Tabellenletzter! Elf Spiele, vier Punkte, Tabellenletzter! Die rote Laterne wurde für den FC Aarau in der Startphase dieser Saison zum Dauerbrenner. Was tun? Den üblichen Weg gehen und den Trainer, also Patrick Rahmen, entlassen?

Nein! Für einmal nicht! Rahmen wankte, aber er fiel nicht. Warum nicht? Ein Grund ist Sandro Burki. Der Sportchef der Aarauer wurde in der Zeit der Erfolglosigkeit zum wichtigsten und engsten Verbündeten und damit zum Fürsprecher des Trainers.

Mehr noch: Burki ging für Rahmen in der Krise durchs Feuer. Als das eine oder andere Verwaltungsratsmitglied an den Fähigkeiten des erfolglosen Trainers zu zweifeln begann, stärkte ihm Burki den Rücken. Burkis Zitat «Ich bin sicher, dass Rahmen den Turnaround schafft» machte von Juli bis Oktober die Runde.

Nicht der einzige Fürsprecher

Burki war aber nicht der einzige Fürsprecher. Auch Vizepräsident Roger Geissberger, seines Zeichens Verantwortlicher des Ressorts Sport, blieb für seine Verhältnisse erstaunlich cool und stellte sich hinter Rahmen. Gleiches galt für die Spieler. Für sie wäre es ein Einfaches gewesen, den Trainer zum Sündenbock für den sportlichen Absturz zu machen.

Aber nein: Vonseiten der Spieler gab es keine kritischen Stimmen. Im Gegenteil. Captain Elsad Zverotic sprach Klartext und sagte: «Für die schlechte Startphase ist nicht der Trainer, sondern die Mannschaft verantwortlich.»

Ruhig, besonnen und sachlich

Der Hauptgrund für die Nicht-Entlassung ist Rahmen selbst. Der 49-jährige Basler blieb trotz der Schieflage ruhig, besonnen und sachlich. Er wirkte nie ratlos, nie hilflos. «Ich glaubte an die Qualitäten der Mannschaft», sagt Rahmen. «Die Niederlagen gegen Servette und Winterthur zu Beginn waren alles andere als zwingend. Wenn es nicht läuft, dann kommt oft auch noch Pech hinzu. Aber ich hatte immer einen Plan und war mir sicher, dass wir früher oder später für den grossen Aufwand belohnt werden.» Das vermittelte ihm auch Servette-Trainer Alain Geiger. Nach der 1:3-Niederlage in Genf in der elften Meisterschaftsrunde ging Geiger auf Rahmen zu und sagte: «Du musst Dir keine Sorgen machen, Patrick. Der FC Aarau war bis jetzt unser stärkster Gegner und wird schon bald auf die Erfolgsspur zurückkehren. Da bin ich ganz sicher.»

Keine billigen Ausreden

Für Rahmen sprachen in den schwierigen Zeiten nicht nur die sportliche Kompetenz und der Durchhaltewillen, sondern auch die menschliche Seite. Er stellte sich der kritischen Situation, suchte keine billigen Ausreden und übte Selbstkritik. Und nach den Pleiten, Pech und Pannen zu Beginn der Vorrunde stand dem FC Aarau plötzlich wieder das Glück zur Seite.

Erinnern Sie sich an den Sonntag, 4. November? An das Kellerduell des Zweitletzten FC Chiasso gegen den Letzten Aarau in der 13. Meisterschaftsrunde? Vier Punkte trennten die beiden Teams. Kurz vor Schluss führten die Tessiner 2:1. Die Aarauer lagen am Boden, schienen geschlagen.

Es drohte der grosse Absturz, es drohte ein Rückstand von sieben Punkten auf einen Nichtabstiegsplatz. Dann aber führten Zverotic und Mickael Almeida die Aarauer zwischen der 88. und 91. Minute auf die Siegesstrasse.

19 Punkte aus 7 Spielen

Sechs Spiele, null Punkte, Tabellenletzter! Elf Spiele, vier Punkte, Tabellenletzter! 18 Spiele, 23 Punkte, Tabellensechster! Die erste Saisonhälfte war aus Sicht des FC Aarau ein Wahnsinn. Mit dem Gewinn von 19 Punkten aus sieben Spielen wurde die Aufholjagd lanciert. Aktuell beträgt der Rückstand auf den Barrage-Platz mit dem FC Winterthur noch acht Punkte.

Setzt der FC Aarau den Lauf von Ende Vorrunde fort, ist alles möglich. Klar aber ist: Soll der Flirt mit dem Aufstieg in die Super League weitergehen, müssen aus den drei Spielen Anfang Rückrunde gegen Wil, Rapperswil und Chiasso wohl sieben Punkte her.

Für Rahmen zählt zum jetzigen Zeitpunkt nur der Rückrunden-Auftakt mit dem Heimspiel gegen Wil. Aus Sicht des Trainers ist das absolut nachvollziehbar. Trotzdem drängen sich die folgenden Fragen geradezu auf: Was nun, Herr Rahmen? Was erwartet uns nach dem Wahnsinn in der Vorrunde in diesem Frühjahr?

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