«Erhaltungsprojekt A2 Reiden-Sursee»: Diesem Kreisel gehts an den Kragen

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Dieser provisorische Kreisel weicht im Jahr 2020 einem Neubau mit optimierter Geometrie. Ergänzt wird er auf der Autobahneinfahrt rechts in Richtung Luzern mit einem Bypass, der den Verkehr entflechten soll. Ronnie Zumbühl
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1) und 2) Hier werden zwei Bypässe erstellt, welche die Verkehrskapazität erhöhen sollen. 3) Die Kantonsstrasse von Dagmersellen nach Nebikon wird beim Knoten Gäuerhof mit zwei Fahrstreifen geführt. 4) Die Ausfahrt aus dem Industriepark Gäuerhof erfolgt neu mit zwei Fahrstreifen. (Astra)

Täglich fahren gemäss Angaben des Bundesamtes für Strassen (Astra) rund 50 000 Fahrzeuge über den im Jahr 1980 eröffneten Autobahnabschnitt zwischen Reiden und Sursee. Nun erfährt die wichtigste Nord-Süd-Verbindung der Schweiz eine Erneuerung. Im Februar fällt der Startschuss für das in mehrere Bauetappen und Teilprojekte unterteilte und mit rund 131 Millionen Franken budgetierte «Erhaltungsprojekt A2 Reiden-Sursee». Mit diesem Projekt reagiert das Astra auf das «stark gewachsene Verkehrsaufkommen im Wiggertal» sowie auf die «wiederholten Staus während den Hauptverkehrszeiten», wie der Botschaft des Bundesamtes zu entnehmen ist. Als Zielsetzung wird die Verflüssigung des Verkehrs sowie die Erfüllung der Anforderung an die Schweizer Nationalstrassen genannt. Die nennenswertesten Teilprojekte im Einzugsgebiet dieser Zeitung sind die Umgestaltungen des Knotens Gäuerhof sowie des Autobahnanschlusses Dagmersellen. Diese werden in den Jahren 2019 beziehungsweise 2020 realisiert.

Kapazität erhöhen

Mit der Umgestaltung des Autobahnanschlusses Dagmersellen nimmt sich das Astra den provisorischen Kreiseln an. Die mittlerweile seit zehn Jahren im Einsatz stehenden Bauwerke werden durch Neubauten ersetzt. Um den Verkehr zu verflüssigen, setzt das Astra auf eine optimierte Geometrie und lässt zusätzlich zwei Bypässe erstellen. Einer soll die von Luzern herkommenden Fahrzeuge, welche über die Kantonsstrasse in Richtung Dagmersellen wollen, am Kreisverkehr vorbeiführen. Der andere verfolgt dasselbe Ziel, jedoch für diejenigen Fahrzeuge, die in Richtung Luzern auf die Autobahn einmünden wollen. Im Zuge dieser Arbeiten nimmt das Bundesamt ebenfalls Instandsetzungsarbeiten an den Ein- und Ausfahrten wie auch an den Brücken vor.

Um die Kapazität beim Knoten Gäuerhof erhöhen und die Rückstaus auf die Autobahn verhindern zu können, errichtet das Astra in Fahrtrichtung Nebikon einen zweiten Fahrstreifen. Ebenfalls wird die Ausfahrt aus dem Industriepark in Zukunft mit zwei getrennten Fahrstreifen erfolgen: einer für Dagmersellen und einer für Nebikon. Der Kostenpunkt für die beiden Umgestaltungsprojekte beträgt gemäss dem Bundesamt 13 Millionen Franken, wobei sich Bund und Kanton die Kosten für den Knoten Gäuerhof teilen.

Weitere 10 Millionen Franken investiert der Bund in die Erstellung einer 60 Meter langen Wildtierüberführung in Langnau bei Reiden. Mit der aus Stahlbeton gefertigten Verbindung der Waldgebiete Chrüzberg/Ehag und Schallbrig/Buechberg werde man dem gesetzlichen Auftrag gerecht, so der Projektleiter Franz Koch. Denn der Bund habe sich mit dem Bau der Nationalstrassen verpflichtet, die durch die Autobahn unterbrochenen Wildquerungen wieder zu eröffnen.

Ebenfalls wird auf der gesamten Strecke zwischen Reiden und Sursee ein neuer und lärmarmer Deckbelag eingesetzt. Da bei diesen Instandsetzungsarbeiten lediglich die obersten zwei Schichten ersetzt werden, wird es laut Projektleiter Koch in 15 zu 20 Jahren zu umfassenden Instandstellungsarbeiten kommen.

Verkehrsbehinderungen

Während der vierjährigen Bauzeit rechnet das Astra insbesondere während den Stosszeiten mit Verkehrsbehinderungen. Ebenfalls lässt die Botschaft des Bundesamtes verlauten, dass der Verkehr rund um den Anschluss Dagmersellen und den Knoten Gäuerhof mehrmals anders geführt werden muss. Auf der Autobahn bemüht sich das Astra darum, dem Verkehr tagsüber und wenn immer möglich, zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung mit reduzierten Breiten zur Verfügung zu stellen. «Die Höchstgeschwindigkeit im Baustellenbereich wird auf 80 Stundenkilometer begrenzt sein», kündigt das Astra in einer Medienmitteilung an.

«Wir wollen eine Entflechtung und Verflüssigung»

Am Montag beginnen die Bauarbeiten für das Erhaltungsprojekt A2 Reiden-Sursee. Projektleiter Franz Koch gibt Auskunft.

Der Kulturingenieur Franz Koch ist Projektleiter beim Bundesamt für Strassen (Astra) und aktuell für das Erhaltungsprojekt Reiden-Sursee und den Anschluss Dagmersellen verantwortlich. Das vorliegende Interview mit ihm wurde schriftlich geführt.

Herr Koch, die Kreisel in Dagmersellen erhalten eine neue Geometrie, heisst es in der Infobroschüre des Bundesamts für Strassen. Wie sieht die aus?

Franz Koch: Bei der Autobahnausfahrt von Luzern in Richtung Dagmersellen und bei der Autobahneinfahrt in Richtung Luzern wird je ein Bypass erstellt. Weiter wird die Lage der Kreisel optimiert; beispielsweise bei der Zufahrt in die Industriestrasse.

Wieso hat das Astra dieses Projekt nicht bereits realisiert, als es den Bypass auf der Ausfahrt in Richtung Nebikon erstellt hat?

Im Jahre 2009 wurden in kürzester Zeit Überbrückungsmassnahmen umgesetzt, das heisst Massnahmen bis zum Vorliegen eines optimierten bewilligten Projektes. Dies war nötig, um den Unfallschwerpunkt möglichst rasch beseitigen zu können.

Was erhofft sich das Astra durch die Erstellung der Bypässe?

Wir wollen eine Entflechtung und Verflüssigung des Verkehrs. Die Kapazität können wir damit erhöhen und die Kreisel werden mit den Bypässen gleichzeitig verkehrlich entlastet.

Eine gefährliche Verkehrsstelle in der Region Wiggertal ist die Autobahnausfahrt in Reiden. Wieso macht das Astra dort nichts?

Das Verkehrsaufkommen in Reiden ist geringer und es handelt sich nicht um einen Unfallschwerpunkt. Die Verkehrsqualität ist genügend.

In Uffikon dagegen soll der Lärmschutz verlängert und erhöht werden. Was war ausschlaggebend für dieses Projekt?

Teil des Erhaltungsprojekts Reiden–Sursee war die Erarbeitung eines Lärmsanierungsprojekts, welches öffentlich aufgelegt wurde. In diesem wurden die aktuellen sowie die für 2030 prognostizierten Lärmwerte ermittelt. Daraus resultierten – sofern die wirtschaftliche Tragbarkeit und Verhältnismässigkeit gegeben war – Lärmschutzmassnahmen. Darüber hinaus gehende Massnahmen dürfen aufgrund der gesetzlichen Vorgaben nicht ausgeführt werden. Das Lärmsanierungsprojekt zwischen Reiden und Sursee hat ergeben, dass mit dem Einbau eines lärmarmen Belags auf dem gesamten Abschnitt lediglich bei einer Liegenschaft der Alarmwert überschritten ist. Dort werden auf unsere Kosten Schallschutzfenster eingebaut. In Uffikon dagegen muss die Lärmschutzwand verlängert und erhöht werden.

Beim Gäuerhof in Dagmersellen/Altishofen gibt es eine Spur mehr. Mussten Sie dafür Land enteignen oder wie haben Sie das bewerkstelligt?

Für die zusätzliche Strassenfläche musste im Industrieareal Gäuerhof Land erworben werden.

Können Sie die Kosten auf die einzelnen Teilprojekte aufschlüsseln?

Der Anschluss Dagmersellen kostet rund 13 Millionen Franken, darin sind für das Teilprojekt Gäuerhof inklusive Bushaltestellen rund drei Millionen Franken enthalten. Der Belagsersatz zwischen Reiden und Uffikon kostet rund neun Millionen Franken.

Wieso wird bei der Trassee-Erneuerung nicht der ganze Belag ersetzt?

Zwischen Reiden und Uffikon wird nur der Deckbelag der Normal- und Überholspur ersetzt. Die zwei obersten Schichten wurden bereits vor zwanzig Jahren ersetzt. Zwischen Uffikon und Sursee hingegen müssen die beiden obersten Schichten auf der ganzen Breite ersetzt werden.

Gibt das Astra für die Bauzeit eine allgemeine Empfehlung an die Autofahrer ab?

 

Wir rechnen nicht mit grösseren Verkehrsbehinderungen. Tagsüber werden den Verkehrsteilnehmenden während der Bauzeit, wenn immer möglich, gleich viele Fahrstreifen wie heute zur Verfügung stehen. Die Geschwindigkeit wird aber im Baustellenbereich auf 80 Stundenkilometer beschränkt.

 

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