Maturaarbeit bei «Schweizer Jugend forscht» dabei: Englischliteratur für Anfänger

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Englisch gilt als Sprache mit dem grössten Wortschatz der Welt. Mehr als eine Million Begriffe soll es Forschern zufolge besitzen. Obwohl nur ein Bruchteil davon benutzt wird, sind Sprachlernende oft überrascht, wenn sie ein Buch im englischen Original aufschlagen: Je nach Autor und Epoche tummeln sich dort derart viele unbekannte Wörter, dass die Lektüre selbst Fortgeschrittenen schwerfällt.

Um das Lesen der englischen Literaturklassiker zu erleichtern, gibt es für Anfänger sogenannte Easy Reader: vereinfachte und teils gekürzte Versionen des Originaltextes. Ein solches Buch hat Céline Pel aus Riken geschrieben. Die 19-Jährige verfasste vor zwei Jahren im Rahmen ihrer Maturaarbeit an der Kantonsschule Zofingen einen Easy Reader zu Ernest Hemingways «Der alte Mann und das Meer». Jetzt ist sie mit ihrem Werk bei «Schweizer Jugend forscht» dabei. Gemeinsam mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird sie ihr Projekt vom 2. bis zum 4. Mai an einer Ausstellung in HSR Hochschule für Technik in Rapperswil präsentieren dürfen. «Ich hoffe, dass ich dort neue Erfahrungen sammeln und viele interessante literarische Arbeiten kennenlernen kann», freut sich Céline Pel.

Als sich die Französischstudentin vor zwei Jahren für ein Thema im Hinblick auf ihre Maturaarbeit entscheiden musste, war ihr vor allem eines wichtig: «Ich wollte, dass daraus ein Produkt entsteht, dass ich in den Händen halten kann.» Zuerst überlegte sie, die Abschlussarbeit ihrem Lieblingssport zu widmen, dem Orientierungslauf. Dann wählte sie schliesslich doch die Sprachwissenschaft. «Das fasziniert mich einfach», sagt sie. Weil sie während der Schulzeit gerne Bücher las, um ihre Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern, war das Thema schnell gefunden: Sie wollte einen Easy Reader zu Ernest Hemingways «Der alte Mann und das Meer» verfassen, der sich an Sprachschüler des Niveaus A2 richtet.

Auf 30 Seiten gekürzt

Das Übersetzen des rund 130-seitigen Romans in eine einfachere Sprache erwies sich jedoch als Herausforderung: Céline Pel musste viele sprachlich komplizierte Stellen herausstreichen, um die Geschichte auf eine für Anfänger geeignete Länge zu kürzen. «Der Sinn des Originaltextes darf trotzdem nicht verloren gehen», erklärt sie eine der Schwierigkeiten ihrer Arbeit. Um ein fundiertes Verständnis von Hemingways Klassiker aus dem Jahr 1951 zu erhalten, las sie literaturwissenschaftliche Texte und sah sich die Verfilmung des Buches an. Nachdem sie den Roman auf 30 Seiten gekürzt hatte, vereinfachte sie Wortschatz und Grammatik des Textes. Rund ein halbes Jahr war Céline Pel mit Schreiben beschäftigt. Die Mühe lohnte sich: Sie erhielt für ihre Maturaarbeit die Note 6. Publiziert hat sie das Buch bislang noch nicht. «Bei jedem Verlag gelten bestimmte Kriterien, die ein Easy Reader zu erfüllen hat.» Sie hofft jetzt, dass sich durch ihre Präsentation bei «Schweizer Jugend forscht» eine Möglichkeit ergibt.

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